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Rede anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Tagesstätte König Baudouin


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des 20jährigen Jubiläums
der Tagesstätte König Baudouin

Hergenrath, 19. September 2014

2014-09-19 20 Jahre König-Baudoin-Tagesstätte
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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich freue mich, heute Abend hier zu sein. Ich komme sehr gerne zur Tagesstätte. Erst vor ein paar Tagen hatte ich meinen Antrittsbesuch als Minister und beim Tierhoffest war ich ein paar Mal gerne zu Gast. Einige der Gesichter  kommen mir daher sehr bekannt vor. Ich freue mich, heute weitere Freunde der Tagesstätte kennenzulernen. Es wurde bereits eingangs erwähnt: die König Baudouin Tagesstätte feiert heute ihr 20- jähriges Jubiläum. Dazu hat sie allen Grund.

Seit ihrer Gründung ist die Tagesstätte stets offen für neue, innovative Projekte. Sie ist außerdem immer bestrebt, die Qualität ihrer Leistungen zu verbessern. Davon durfte ich mir bereits ein Bild machen und auch der Direktor der Dienststelle weist immer wieder gern darauf hin.

Die Tagesstätte erfüllt in meinen Augen zwei sehr wichtige Aufgaben. Zum einen bietet sie den Menschen mit einer Behinderung die Chance der Selbstverwirklichung. Hier können die Menschen ihre Fähigkeiten einbringen und sich entfalten. Dazu haben sie viele Möglichkeiten, die ihren Bedürfnissen angepasst sind. Die einen kochen, die andern basteln, sie werkeln in der Schreinerei oder arbeiten in Hof und Garten. Dabei lernen sie auch, ihre Grenzen  zu erkennen und mit ihnen umzugehen.

Zum anderen sorgen die vielen Tagesstätten bei den Familien und Freunden einer behinderten Person für eine gewisse Entlastung. Bei der Pressekonferenz zur Aktion CAP48 zugunsten von Menschen mit einer Behinderung wurde ein kleines Video gezeigt, das diesen Aspekt gut veranschaulicht hat.

Zu sehen war eine Mutter, die sich fürsorglich um ihr behindertes Kind gekümmert hat. Zu sehen war jedoch auch, dass es ihr eine Menge Anstrengung abverlangt. Das Motto in diesem Video lautete, „Mutter zu sein ist ein Extremsport“. Das hat mich sehr beeindruckt.

Die Verpflegung und Begleitung eines Kindes mit einer Beeinträchtigung können in der Tat zum Extremsport werden. Und Aufgabe der Politik ist es, sowohl die Selbstverwirklichung des Individuums als auch die Begleitung des eigenen Umfelds zu unterstützen. Und mit dem von der Dienststelle für Personen mit einer Behinderung ausgearbeiteten Aktionsplan „DG Inklusiv 2025“ wollen wir einen Schritt weiter gehen.

Im 2. Umsetzungsprogramm des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK), einem der Eckpfeiler unserer Regierungsarbeit, ist die Inklusion von Menschen mit einer Behinderung ein wichtiges Thema.

Die Teilhabe am täglichen Leben, die Förderung individueller Stärken und Kompetenzen, das Schaffen diverser Begleitangebote. All dies sind Aufgaben und Herausforderungen, denen sich die Regierung in der Vergangenheit gestellt hat und auch in den kommenden Jahren stellen wird. Das sind die Herausforderungen, die wir gemeinsam mit der Dienststelle, gemeinsam mit den Einrichtungen anpacken können.

Der Schweizer Journalist Georg Rimann schrieb einst:  „Behinderung ruft nicht nach Mitleid, Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung. Was ihnen Not tut, ist partnerschaftliche Anerkennung als gleichwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo es anders nicht geht.“

Genau darum geht es, meine Damen und Herren. Um die Anerkennung einer behinderten Person als gleichwertiges Mitglied unserer Gesellschaft. Um die Möglichkeit, aktiv am Alltag teilhaben zu können. Es wurde bereits viel in dieser Hinsicht erreicht und verbessert. Aber wir möchten die Sinne aller Bürgerinnen und Bürger schärfen, damit sie eine andere Wahrnehmung von behinderten Personen haben. Der heutige Abend ist ein toller Anlass, um auf das Erbrachte zurückzublicken und mit Zuversicht nach vorne zu schauen.

Ich möchte es zum Schluss nicht missen, allen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Verantwortlichen, die täglich mit ganz viel Herzblut bei der Sache sind, ein dickes Lob und meinen persönlichen Dank aussprechen. Der Tagesstätte wünsche ich alles Gute zum 20. Geburtstag.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Geschlossen.

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