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Rede anlässlich der Zertifikatsverleihung zur Modularen Zusatzausbildung


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich der Zertifikatsverleihung zur Modularen Zusatzausbildung

Elsenborn, 16. Oktober 2014

20141015 Diplomverleihung Modulare Zusatzausbildung (76.7 KiB)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Absolventinnen und Absolventen,

ich freue mich sehr, bei der Diplomverleihung der Modularen Zusatzausbildung dabei sein zu dürfen. Erst vor kurzem habe ich im Rahmen meiner Ministertätigkeit offiziell das Begleitzentrum besucht. Doch der heutige Anlass ist natürlich Grund genug, nochmals vorbeizuschauen. Vor allem aber für Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, ist dieser Abend ein ganz besonderer.

„Per aspera ad astra“ lautet eine lateinische Redewendung – frei übersetzt „Vor dem Erfolg liegt die Arbeit“. Ich bin sicher, Sie können ein mehrstrophiges Lied davon singen. Hinter Ihnen liegt nämlich eine umfassende, fast dreijährige Ausbildung. Von den verschiedenen Behinderungsgraden über die Struktur, Organisation und Finanzierung der Einrichtungen bis hin zur Kommunikation und Teamarbeit:  In 320 Unterrichtsstunden, verteilt auf 8 Module, wurde Ihnen die ganze Bandbreite an Informationen vermittelt, die für Ihre Arbeit unerlässlich ist. Und alle 8 von Ihnen haben diesen Parcours mit mindestens 60 Prozent bestanden. Das ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Die Zahl 8 finde ich übrigens ganz interessant. Ihr wird nämlich nachgesagt, die Zahl sehr zielstrebiger Menschen zu sein. Und das sind Sie zweifelsohne!

Haben Sie doch viele Stunden Ihrer Freizeit investiert in Ihre weitere Qualifizierung, in Ihre Kompetenzerweiterung. Die Arbeit liegt nun hinter Ihnen und gleich können Sie die Früchte dieser Arbeit in Form eines Diploms ernten.
Der heutige Tag hat außerdem einen starken symbolischen Wert. Heute jährt sich zum 45. Mal der internationale Tag des Weißen Stockes. Blindenverbände aus aller Welt nutzen den 15. Oktober, um auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen.

Die Französin Guilly d’Herbemont war dessen Erfinderin. In Paris überreichte sie 1931 in Anwesenheit mehrerer Minister und Vertreter von Blindenorganisationen die ersten weißen Stöcke. Der weiße Stock wurde somit offiziell als Schutz und Erkennungszeichen blinder Menschen anerkannt.

Das Konzept der weißen Stöcke hat sich im Laufe der Zeit ausgeweitet. So übergab der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson am 15. Oktober 1964 in einem symbolischen Akt Langstöcke an Menschen mit Blindheit und starker Sehbehinderung. Dies war der Beginn des systematischen Orientierungs- und Mobilitätstrainings. Ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Der weiße Stock hat nicht nur den blinden oder sehbehinderten Menschen im Alltag geholfen, sondern auch all ihren Mitmenschen den Umgang mit ihnen erleichtert. In gewisser Weise ist die Modulare Zusatzausbildung für Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, eine Art weißer Stock, d.h. eine große Unterstützung. Ich bin sicher, dass auch Sie  Ihren Arbeitsalltag nun noch besser bewältigen können. Und dadurch werden Sie wiederum zu einer kompetenten Ressource für die Personen mit einer Behinderung, die Sie täglich begleiten und betreuen.

Überall wo man nur hinschaut, sieht man Gewinner. An erster Stelle natürlich Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen. Es steht außer Frage, dass sie in den zurückliegenden Wochen, Monaten und Jahren eine Menge Fachwissen angehäuft haben. Aber auch persönlich haben Sie sich weiterentwickeln und bereichern können.

Ein weiterer Gewinner sind die Personen mit einer Behinderung. Die Ausbildung, Begleitung und Betreuung von Menschen mit einer Behinderung ist eine sehr wichtige und anspruchsvolle Aufgabe in unserer Gesellschaft. Dieser gerecht zu werden ist eine ständige Herausforderung. Für die behinderten Arbeitnehmer ist es natürlich eine entscheidende Verbesserung, dass ihren Fähigkeiten und verschiedenen Bedürfnissen noch mehr Rechnung getragen wird.

Und schlussendlich kann man auch die einzelnen Betriebe als Gewinner sehen. Schließlich gewinnt eine Einrichtung mit einem noch professionelleren  Personal automatisch an Effizienz. Außerdem kann durch eine noch bessere Teamarbeit das Miteinander harmonischer werden, was sich wiederum positiv auf das gesamte Betriebsklima auswirkt und die Produktivität steigert.

Liebe Absolventinnen, liebe Absolventen, ich wünsche Ihnen für Ihre weitere berufliche Laufbahn alles Gute.
Zum Schluss möchte ich es aber nicht missen, danke zu sagen. An die Organisatoren dieser Modularen Zusatzausbildung, an die Ausbilder und an die Projektleitung.

Ich gratuliere Ihnen allen erneut aufs Herzlichste und wünsche Ihnen für Ihre weitere Arbeit viel Freude.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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