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Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des intergenerationellen Begegnungstags des RSI


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des intergenerationellen Begegnungstags des RSI

Eupen, den 11. Februar 2015

20150211 Intergenerationnelle Begegnung (145.2 KiB)

Sehr geehrte Seniorinnen und Senioren,

Schülerinnen und Schüler,

Lehrerinnen und Lehrer,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte mich zuallererst für die freundliche Einladung zum heutigen intergenerationellen Begegnungstag bedanken.

Der demografische Wandel beeinflusst das Leben und das Zusammenleben unserer ganzen Gesellschaft. Dabei ist ein starker Zusammenhalt zwischen Jung und Alt eine Voraussetzung für eine gut funktionierende Gesellschaft. Es ist wichtig, dass junge Menschen erfahren, was die älteren Generationen sich wünschen und über sie denken und umgekehrt natürlich auch.

Daher begrüße ich es sehr, dass der intergenerationelle Begegnungstag nach einer zweijährigen Auszeit anlässlich des 50jährigen Bestehens des RSI . Denn um den Zusammenhalt zu stärken, muss man einander kennen lernen, einander begegnen. Die Begegnung zwischen Jung und Alt – so wie wir sie heute erleben – ist für beide Seiten eine bereichernde Erfahrung.

Das gilt zunächst einmal für die Senioren. Für sie ist diese Aktion eine willkommene Abwechslung. Auch wenn unsere Senioren mittlerweile sehr aktiv sind und als Golden Ager wandern, kegeln oder im Internet surfen – ich sehe hier den einen oder anderen, mit dem ich auf Facebook befreundet bin – so bietet der heutige Tag die Möglichkeit, mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen.  Durch Gespräche können sie schnell herausfinden, was die Jugend von heute umtreibt, was „cool“ oder „uncool“ ist, was ein Selfie ist und wen man lieber nicht „dissen“ sollte.

Jeder Senior wird zudem von einem Schüler oder von einer Schülerin der Abteilung Familien- und Pflegehelfer des RSI auch über den heutigen Tag hinaus begleitet. In diesen jungen Menschen finden die Senioren Bezugspersonen und ein offenes Ohr. Davon konnte ich mich im vergangenen Jahr überzeugen, als ich einen halben Arbeitstag lang, eine Familienhelferin begleiten durfte. Ich sage bewusst einen „halben Tag als Familienhelferin“, denn wie Sie sicher wissen, einen ganzen schaffen Politiker nicht. Aber Scherz beiseite! Nicht nur für die Senioren ist dieser Kontakt wertvoll. Auch die Schülerinnen und Schüler können sehr viel von den Älteren lernen.

Ältere Menschen verfügen über einen sehr reichen Erfahrungsschatz, den sie mit den Jugendlichen teilen können, indem sie von ihrer Vergangenheit, von ihren Erfolgen und Misserfolgen erzählen und somit den einen oder anderen guten Rat geben können.

In diesem Prozess sind also beide Seiten Lernende. Und auch wenn das Lebensalter sie unterscheidet, man könnte sagen, beide Seiten sind Schüler auf Augenhöhe.

In diesem Zusammenhang fällt mir übrigens ein sehr passendes Zitat des deutschen Lyrikers Dieter Gropp ein. Er hat in seinem Werk “Kleine Lebensweisheiten und Aphorismen, die mich das Leben lehrte“ eine Aussage getroffen, die ausgezeichnet zum heutigen Tag passt: „Glaubt nicht, wir Alten würden schon alles wissen! Von den Jungen lässt sich sehr viel lernen. Alt und Jung sind Gegensätze, die einander bedingen“!

Liebe Anwesende,

auch wenn Schulen heutzutage mit Anfragen überlaufen werden, so finde ich es ganz toll, dass sie selbst die Initiative ergreifen, wenn sie ein Thema für besonders wichtig erachten. Daher möchte ich dem RSI und allen Menschen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben, herzlich gratulieren. Die Regierung der DG unterstützt sehr gerne dieses Projekt.

Denn mit dieser Initiative fördern Sie die intergenerationelle Verständigung. Dieses Thema beschäftigt auch die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im zweiten Umsetzungsprogramm des REK. Unser Ziel ist es, ältere Menschen dabei zu unterstützen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden, im vertrauten Umfeld leben zu können. Um das zu gewährleisten, braucht man neben räumlichen Anpassungen und Dienste der häuslichen Hilfe auch ein unterstützendes soziales Umfeld.

Doch nun genug geredet! Ich habe mir sagen lassen, dass Ihnen ein spannender und unterhaltsamer Tag bevorsteht.

Allen Senioren und Schülern wünsche ich an dieser Stelle sehr viel Freude und interessante, lehrreiche Begegnungen!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Geschlossen.

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