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Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Gesundheit, Familieund Soziales, anlässlich der Einsetzung des Beirates für Wohn-, Begleit- und Pflegestrukturen sowie für die häusliche Hilfe


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Gesundheit, Familieund Soziales, anlässlich der Einsetzung des Beirates für Wohn-, Begleit- und Pflegestrukturen sowie für die häusliche Hilfe

20150209 Einsetzung Beirat Für Wohn (125.6 KiB)

 

Sehr geehrte Mitglieder des Beirates,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

ich freue mich sehr, anlässlich der Einsetzung des Beirates für Wohn- , Begleit- und Pflegestrukturen für Senioren sowie für die häusliche Hilfe ein paar Worte an Sie zu richten.

Ich erzähle Ihnen sicherlich nichts Neues, wenn ich von der Überalterung der Bevölkerung spreche. In wissenschaftlichen Kreisen und einschlägigen Medien wird in diesem Zusammenhang oft von einem Megatrend gesprochen.  Und neben der Globalisierung, der Digitalisierung, der zunehmenden Individualisierung und noch etlichen weiteren sogenannten Megatrends – ich glaube es sind deren 20 – stellen die demografische Entwicklung und die damit einhergehenden Folgen in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung für uns dar.

Ich denke, dass kaum jemand in diesem Raum besser über diese Herausforderungen berichten kann als Sie, meine Damen und Herren. Und deshalb erachte ich Sie nicht nur als wichtige, sondern als unverzichtbare Partner der Politik bei deren Bewältigung.

Die Regierung möchte im zweiten Umsetzungsprogramm des Regionalen Entwicklungskonzeptes dafür sorgen, dass unsere älteren Mitmenschen den Wunsch nach einem möglichst langen Leben in den eigenen vier Wänden erfüllt sehen. Doch damit das funktioniert, brauchen wir eine gut organisierte häusliche Hilfe und neue Wohnformen.

Leider erlaubt der körperliche oder geistige Zustand nicht jedem, im eigenen Heim zu bleiben. Der Anteil der unmittelbar pflegebedürftigen Senioren wird auf circa 15 % geschätzt. Für diesen Teil der Bevölkerung gilt es, eine qualitativ hochwertige Pflege in Alten- und Pflegeheimen anzubieten.

Eine Folge der demografischen Entwicklung und eine besondere Herausforderung ist dabei die Zunahme von Demenz- und gerontopsychiatrischen Erkrankungen. Hier bedarf es in Zukunft weiterer Spezialisierungen und auch Angebote.

Neben der Veränderung unserer Gesellschaft spielt die Staatsreform eine besondere Rolle, bei der die Politik auf die Erfahrungen und das Wissen der Mitglieder des Beirates angewiesen ist. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist mehr denn je in der Seniorenpolitik involviert und diese Chance wollen wir auf jeden Fall ergreifen, um eine kohärente und auf die Bedürfnisse der Senioren und ihrer Familien in der DG abgestimmte Politik betreiben zu können.

Es wird eine unserer größten Herausforderungen sein, die Lebensqualität unserer Senioren, ob zuhause oder im Heim, in der Stadt oder auf dem Land, zu sichern und zu steigern.  Dies geht natürlich nur in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren und Interessengruppen. Und hier kommt dem heute eingesetzten Beirat eine Schlüsselposition zu. 

Der Beirat zeichnet sich besonders durch seine Zusammensetzung aus.  Um für eine Kontinuität im Übergang von der häuslichen zur stationären Betreuung zu sorgen, sind beide Betreuungsformen in diesem Gremium vertreten. Dies ist übrigens einzigartig auf dem Gebiet der DG. Doch damit nicht genug, auch die Allgemeinmediziner, ein Experte des AIOMS sowie ein Senior als Experte in eigener Sache sind mit im Boot. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz können wir gemeinsam die Weichen für eine zukunftsweisende Seniorenpolitik stellen

Ich bin sicher, dass ich in dem Beirat einen kompetenten und zuverlässigen Partner habe, der nicht nur Empfehlungen ausspricht, sondern eigene zukunftsfähige und innovative Ideen einbringt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

 

 

Geschlossen.

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