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Zugang zu Zahnärzten und Honorarzuschlägen im ambulanten Sektor


Es gilt das gesprochene Wort!
29/11/23
Zugang zu Zahnärzten undHonorarzuschlägen im ambulanten Sektor
Der Föderalminister versucht mit dieser Maßnahme die medizinischen Leistungen bezahlbar zu machen. Wenn Patienten, darunter Zahnarztpatienten, das Statut der Erhöhten Kostenerstattung haben, dann bedeutet es, dass es Menschen sind, die über kein oder ein sehr geringes Einkommen verfügen bzw. die aufgrund einer hohen Pflegebedürftigkeit hohe Kosten haben. Die Absicht des Kollegen ist es, dass diese Patienten künftig nicht über Honoraraufschläge zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

Denn diese Aufschläge werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Für die Patienten sind das zum Teil sehr hohe Kosten, die sie aus eigener Tasche tragen müssen.

Die Reaktion ist, dass die Betroffenen nicht selten gut überlegen, ob sie den Arzt überhaupt aufsuchen. Aus finanziellen Gründen zögern sie den Besuch hinaus, wodurch sich die Lage verschlimmert und nicht selten als Notfall oder tödlich endet.

Laut Presseberichten gibt es Patienten, die aufgrund dieses Statuts von Zahnärzten abgelehnt werden. Das ist illegal. Solche Praktiken müssen, so der Gesundheitsminister der Föderalregierung, gemeldet werden. Bisher sind der Deutschsprachigen Gemeinschaft keine Fälle von Verweigerung von Patienten aufgrund dieses Statuts bekannt.

Betroffene Personen können sich an die Ärztekammer und die Krankenkassen wenden. Übrigens ist es nicht die einzige Reform von Minister Vandenbroucke, die auf die Bezahlbarkeit von Gesundheitsleistungen abzielt.

So können zum Beispiel seit dem 1. Oktober 2023 Kinder und Jugendliche bis 24 Jahre mit diesem Statut kostenlose Sitzungen bei Haus- und Facharzt in Anspruch nehmen. Im Krankenhauswesen ist es zudem so, dass bis Ende 2023 alle Krankenhäuser ihr Vorgehen dahingehend anpassen müssen, dass Scan- und MRT Untersuchungen zu den offiziellen Tarifen, das bedeutet ohne Honorarzuschläge, angeboten werden.

Die Bezahlbarkeit von Gesundheitsleistungen ist das Ziel. Wenn der Patient weniger für seine Gesundheitsrechnung zahlen soll und die Gesundheitskosten beim LIKIV gesenkt, statt erhöht werden müssen, dann gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten, dann geht es um die Honorarzuschläge. Welche Nebeneffekte diese Reformen belgienweit verursachen werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Ich kann mich an dieser Stelle aber erneut für höhere Investitionen in das Gesundheitswesen und mehr Effizienz im Sektor als Alternative aussprechen.

Das muss allerdings politisch und auch vom Sektor gewollt sein.

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