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Statement zur finanziellen Situation der Krankenhäuser in der DG


Es gilt das gesprochene Wort!
29/11/23

Finanzielle Situation der DG Krankenhäuser
Wenn sich laut der Belfius-Studie vier von fünf Krankenhäusern in einer finanziell prekären Lage befinden, dann gilt das auch für die beiden Krankenhäuser auf dem Gebiet deutscher Sprache. Ostbelgien ist dabei keine Insel. Wir haben zwei kleine Krankenhäuser mit zum Teil ähnlichen und zum Teil unterschiedlichen Herausforderungen betreffend Lage und Einzugsgebiet, medizinisches Angebot sowie Personal. Dass es noch zwei Krankenhäuser gibt, ist dem Umstand zu verdanken, dass es die Deutschsprachige Gemeinschaft gibt.

Wo sonst kann eine Region mit 79.000 Einwohner und einem erheblichen Anteil an Auslandsversicherten, der durch den beruflichen Pendelverkehr in benachbarte Länder entsteht, zwei Krankenhäuser zählen. Dass die Lage ernst ist, ist keine plötzliche Erkenntnis. Die Krankenhauslandschaft befindet sich europaweit seit Jahrzehnten im Umbruch.

Das gilt auch für Belgien. Aus diesem Grund hat die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft bereits vor Jahren angefangen, die Situation der beiden Krankenhäuser mit externer Unterstützung zu analysieren.

Die Experten haben Vorschläge für Maßnahmen gemacht. Diese Studien liegen dem Parlament vor. Einige dieser Vorschläge wurden angenommen.

So haben die Krankenhäuser ein gemeinsames größeres Partnerkrankenhaus gefunden, um ein Netzwerk aufzubauen. Darüber hinaus gab es erste Annäherungsversuche unter den beiden Krankenhäusern. Dennoch bleibt noch sehr viel Arbeit zu tun, wenn man die Krankenhausstandorte absichern möchte. Die eingeleiteten föderalen Reformen der letzten 15 Jahren wird man nicht aufhalten können. Sie folgen den Reformen anderer Staaten. Es findet eine Konzentration von Diensten und Personalressourcen in größeren Krankenhäusern statt, die sich immer weiter spezialisieren. Diese Krankenhäuser behandeln größere Patientenzahlen und erhöhen in der Regel die Qualität der Behandlung. Die stationäre Aufenthaltsdauer wird gekürzt. Gleichzeitig setzt man immer mehr auf ambulante Behandlungen und tagesklinische Eingriffe.

Weitere Veränderungen und den notwendigen Handlungsempfehlungen kann man den Studien bzw. der Krankenhausvision entnehmen.

Es gibt aber auch Entwicklungen, die nicht den Reformen geschuldet sind. Die Preisentwicklung für Energie, Löhne und andere Ausgaben stellen die Krankenhäuser vor großen Herausforderungen. Das föderale Finanzierungssystem der Krankenhäuser funktioniert über Revisionen und reagiert schwerfällig. Das nagt an der Liquidität der Krankenhäuser. Der föderale Gesundheitsminister hat zuletzt am 15. November angekündigt, darauf zu reagieren.

Er will Anpassungen am Finanzierungssystem sowie Reformen am Krankenpflegeberuf und der Krankenhauslandschaft vornehmen. Wie diese Reformen aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Ich nutze praktisch jede Gelegenheit, um den zuständigen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke darauf aufmerksam zu machen, dass auch morgen kleine Krankenhäuser ihren Platz in der belgischen Gesundheitslandschaft haben müssen.

Das ist aber angesichts knapper Kassen, des Fachkräftemangels und des Bedarfs an Spezialisierung nicht so einfach. Die Handlungsmöglichkeiten der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind bekanntlich begrenzt, weil der Föderalstaat zuständig ist.

Wir unterstützen die Krankenhäuser durch die externe Beratung. Wir investieren in die Erneuerung und den Ausbau der IT. Bis 2026 setzen wir somit knapp 6 Millionen Euro ein. Wir bezuschussen die Infrastruktur und die Ausstattung der Krankenhäuser.

Um die Liquidität der Einrichtungen zu verbessern, haben wir vergangenes Jahr beschlossen, die Beteiligung der DG an der Ausstattung für die nächsten 10 Jahre in einem Jahr auszuzahlen. Das sind insgesamt 30 Millionen Euro. Wir sind darüber hinaus bereit, unter Einhaltung von gewissen Bedingungen, weitere Liquiditätsengpässe zu überbrücken, wenn die Krankenhäuser dies beantragen würden. Das kann sowohl für die Infrastrukturprojekte als auch für andere Posten sein.

Das würde uns allerdings finanziell vor enormen Herausforderungen stellen. Ich spreche von einer gewaltigen Kraftanstrengung.

Um dies besser einschätzen zu können, werden wir von den Krankenhäusern genauere Zahlen brauchen.

Überhaupt interessieren uns die Details zur Maha-Studie von Belfius.

Deshalb wurde mit den Experten von Belfius Kontakt aufgenommen, um eine detaillierte Analyse unserer Krankenhäuser zu bekommen.

Diese Analyse wird in der Studie nicht erwähnt. Wichtig wird es sein, die Zusammenarbeit der beiden Standorte untereinander und vor allem immer mehr mit dem dritten Partner zu verstärken. Vor allem mit dem Netzwerk muss es strukturelle Annäherungen geben, die auch in der Absicherung von Angebot und Qualität und letztlich auch zu Finanzflüssen zu Gunsten der Krankenhäuser führen. Außerdem müssen die Aktivitäten von Fachärzten im Krankenhaus ausgebaut werden.

Manchmal wird die Infrastruktur für Eingriffe genutzt, aber ansonsten finden keine Konsultationen oder kleinere Untersuchungen in einigen Fachrichtungen im Krankenhaus mehr statt.

Das hat Einfluss auf die Einnahmen. Das Rechnungswesen müsste zudem überarbeitet werden, um höhere Einnahmen über das LIKIV erzielen zu können. Abschließend wäre der Aufbau von Referenzabteilungen zu erwähnen.

Hier gibt es in beiden Kliniken Potenzial. Das ist wichtig für die Qualität, aber auch um den Patientenkreis im Einzugsgebiet erweitern zu können.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist jedenfalls weiterhin bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Gemeinden und die anderen Träger der beiden Kliniken zu unterstützen.

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