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Rede zum Tages des Ehrenamtes bei der VoG „Hilfe für Krebskranke im Süden Ostbelgiens“


Rede zum Tages des Ehrenamtes bei der VoG „Hilfe für Krebskranke im Süden Ostbelgiens“

2014-12-04 Tag Des Ehrenamtes Krebshilfe (72.2 KiB)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!

Frau Müller, die Präsidentin der VoG, hat eigentlich in bezeichnender Weise erklärt, wieso wir heute hier sind. Ich möchte dennoch die Gelegenheit nutzen und ein paar Worte der Anerkennung und Dankbarkeit an Sie richten.

Zuallererst möchte ich mich bei der Hilfe für Krebskranke im Süden Ostbelgiens für die freundliche Einladung bedanken. Diese habe ich natürlich sehr gerne angenommen. Vor rund zwei Monaten saß ich bei Frau Müller im Wohnzimmer. Im Rahmen meiner Runde durch die ca. 180 Einrichtungen und Organisationen, für die ich zuständig bin, habe ich auch der Krebshilfe im Süden Ostbelgiens einen Besuch abgestattet. Als das Gespräch beendet war, ging ich mit dem Versprechen, am 5. Dezember den Nikolaus mitzubringen,  nach Hause. Obschon ich Politiker bin, wollte ich dieses Versprechen ausnahmsweise nicht brechen.

Der 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamtes. Die Krebshilfe hat also bewusst den heutigen Tag für diese kleine Nikolausfeier vorgesehen. Und das aus gutem Grund. Denn heute stehen die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Diejenigen unter Ihnen, die sich als ehrenamtlich Tätige bezeichnen, haben eines gemeinsam: Sie arbeiten viel, Sie arbeiten hart – und Sie werden nicht mit Geld entlohnt. Sie üben ein Amt aus, das Ihnen keinen müden Cent einbringt. Wie denn auch? Das, was Sie leisten, kann man nicht in Geldbeträgen ausdrücken.

Meine Damen und Herren, Sie fragen kein Geld für Ihre Leistung! Ihnen genügt die „Ehre“ im Ehrenamt. Aber wofür steht die Ehre im Amt? Gehen wir doch mal schrittweise oder besser gesagt buchstabenweise an die Sache heran: E – H – R – E.

E – das könnte für „Einsatz“ stehen. Denn Sie alle, liebe Ehrenamtliche, setzen sich mit Leib und Seele für die Krebskranken ein. Sie fahren die Krebspatienten sicher zu einer ärztlichen Untersuchung oder Behandlung. Seit Bestehen der Krebshilfe haben auch Sie einige der sechs Millionen Kilometer zurückgelegt.

Doch Ihre Arbeit geht weit über das Zurücklegen einer Strecke hinaus. Sie begleiten und  trösten. Hören zu und erklären. Sie schenken Zeit.

Während viele es sich möglichst bequem und einfach machen möchten, halsen Sie sich noch zusätzliche Arbeit auf: Das nenne ich vollen Einsatz. Das nenne ich einen tollen Einsatz.

Soviel also zum ersten E im Wort „Ehre“.

Widmen wir uns dem H. Das H könnte natürlich für „Hilfsbereitschaft“ stehen oder aber für „Herz“. Denn Sie, liebe Ehrenamtliche, tragen die Hilfsbereitschaft das ganze Jahr im Herzen. So wie andere Menschen ihr Guthaben in Aktien investieren, investieren Sie Ihre Energie in Menschen. Und man muss weder ein Prophet noch ein Börsenmakler sein, um zu wissen, was die bessere Investition ist.

Kommen wir zum R im Wort „Ehre“: Das steht wohl für „Respekt“. Denn Ihnen, liebe Ehrenamtliche, gebührt allerhöchster Respekt – in doppelter Hinsicht. Schließlich muss man ein Ehrenamt nicht nur übernehmen wollen, sondern man muss es auch mit der nötigen Sorgfalt ausüben können.

Wenn wir nun auf den nächsten und letzten Buchstaben der „Ehre“ blicken, dann finden wir wieder ein E. Dieses E steht für „Ehrgeiz“. Denn Sie, liebe Ehrenamtliche, haben den Ehrgeiz, unsere Welt zu verbessern. Ein kleines bisschen, jeden Tag. Durch Ihre lenkenden Hände, Ihre aufmerksamen Augen und Ihre geduldigen Ohren. Durch Ihre Hilfe – da, wo sie gebraucht wird.

Es gibt Dinge im Leben, die kann man mit Geld nicht kaufen: Liebe. Gesundheit. Freundschaft. Auch das Ehrenamt kann man nicht mit Geld bezahlen. Ein Ehrenamt sagt viel über die Werte eines Menschen und einer Gesellschaft aus. Ehrenamtliche sind Macher und Gestalter. Aber sie sind vor allem eines: Vorbilder. Und wie sagte einst Erich Kästner : “Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern.“

In diesem Sinne möchte ich allen ehrenamtlichen Vorbildern der Krebshilfe im Namen der Deutschsprachigen Gemeinschaft meinen persönlichen Dank und meine Anerkennung für den unschätzbar wichtigen Beitrag im Dienste der Menschlichkeit aussprechen.

Und jetzt werde ich dem schönen Teil des Abends nicht weiter im Weg stehen. Mein Sitzpartner im Auto, der Heilige Nikolaus, wird sich nun in seinen Weihnachtssessel begeben. Bei ihm können Sie sich dann ein kleines Zeichen der Anerkennung abholen!

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Geschlossen.

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