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Ansprache von Antonios Antoniadis, Minister für Gesundheit, Familie und Soziales, anlässlich des Blutspenderfestes der Lokalsektion Bütgenbach-Büllingen des Belgischen Roten Kreuzen


Ansprache von Antonios Antoniadis, Minister für Gesundheit, Familie und Soziales, anlässlich des Blutspenderfestes der Lokalsektion Bütgenbach-Büllingen des Belgischen Roten Kreuzen

Bütgenbach, den 8. November 2014

2014-11-08 Blutspenderfest Büllingen Bütgenbach (74.9 KiB)

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zunächst einmal vielen Dank für die freundliche Einladung, die ich natürlich sehr gerne angenommen habe. Ich bin zwar derzeit sehr viel unterwegs, da ich die rund 180 Einrichtungen, für die ich zuständig bin, besuche. Aber so häufig verschlägt es mich nicht in den Süden unserer Gemeinschaft.

Liebe Blutspenderinnen und Blutspender,

der heutige Abend steht ganz in Ihrem Zeichen. Wenn ich richtig gezählt habe, werden heute insgesamt 101 Personen geehrt, die mindestens 20 Mal in ihrem Leben hier in der Lokalsektion Bütgenbach-Büllingen Blut oder Blutplasma gespendet haben. Was die Symbolik von Zahlen angeht, wäre es für mich sicherlich einfacher gewesen, wenn heute exakt 100 Personen geehrt würden. Aber in diesem Fall freue ich mich natürlich über jeden zusätzlichen Spender. Außerdem finde ich, dass die Zahl 101 doch so Manches hergibt.

In Walt Disneys Film „101 Dalmatiner“ gab es 101 Hunde. Wird in Großbritannien ein Thronnachfolger geboren, so feuert die Britische Garde 101 Salutschüsse ab. Nicht zu vergessen, die 101 ist eine unserer wichtigsten Notrufnummern, nämlich die Nummer der Polizei. Die Zahl 101 hat auch noch eine für den heutigen Anlass besondere Bedeutung, mehr dazu aber später.

Liebe Anwesende,

heute vor genau 119 Jahren hat Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlen entdeckt – eine wahrhaftige Revolution für den medizinischen Bereich. Natürlich ist der aktuelle medizinische und technologische Wissensstand mit dem von vor fast 120 Jahren überhaupt nicht zu vergleichen – die Welt hat sich in vielen Bereichen rasant weiterentwickelt. Das gilt natürlich auch für die medizinische Forschung. Dass wir heute in der Lage sind, vor 10 Jahren noch völlig unbekannte Krankheiten näher zu erforschen, liegt natürlich auch an dem Blut, das gespendet wird.

Wie sie alle wissen, kann Blut nicht künstlich hergestellt werden. Blut kann auch nicht einfach durch etwas Anderes ersetzt werden. Ohne Blut ist selbst der beste Chirurg oder Arzt oft machtlos.

Gerade deshalb sind Menschen wie Sie, liebe Spenderinnen und Spender, so wichtig, ich würde sogar sagen unverzichtbar.

Die Zahl der Blutspenden ist im Allgemeinen in den vergangenen Jahren eher rückläufig. Das ist schon ein besorgniserregender Trend. Wir sollten unermüdlich auf die Wichtigkeit des Blutspendens hinweisen und das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger schärfen. Ich sage Ihnen das nicht, um Sie zu überzeugen. Das sind sie längst. Ich sage das, weil Sie in meinen Augen richtige Botschafter der Solidarität sind.

Mit Ihren Blutspenden sorgen Sie als Helden des Alltags für Menschlichkeit und retten Leben. Sie sind keine passiven Zuschauer, sondern aktive Lebensretter.

Ich habe eben eine interessante Tatsache der Zahl 101 bewusst zurückgehalten. Auf der Liste aller Spenderinnen und Spender, die ich im Vorfeld der Veranstaltung bekommen habe, steht an 101. Stelle der Name Lucien Espreux.

Das finde ich sehr symbolträchtig, sehr geehrter Herr Espreux. Nicht nur beruflich waren Sie als ehemaliger Gendarm mit der 101 stets in Verbindung zu bringen. Mir wurde außerdem zugetragen, dass sie sich insbesondere als Fußballschiedsrichter einen Namen gemacht haben. Damals, im Jahr 1966, hätte es genau einen Mann wie Sie gebraucht. Im Viertelfinalspiel der WM zwischen Deutschland und England erzielte der englische Nationalspieler Geoff Hurst das legendäre Wembley-Tor. Noch bis heute scheiden sich die Geister an der Frage, ob der Ball hinter der Linie war, oder nicht. Der damalige Schiedsrichter hatte wohl kurze Zeit den Überblick verloren.

Und dreimal dürfen Sie raten, in der wievielten Minute der Siegtreffer der Engländer fiel: in der 101. Minute! England wurde Fußballweltmeister. Und wie sagte einst der deutsche WM-Referee Walter Eschweiler in aller Bescheidenheit: „Die Leistung eines Schiedsrichters ist mit irdischen Gütern nicht zu bezahlen.“ Ich möchte hinzufügen, die eines Blutspenders auch nicht!

Herr Espreux, Sie einer der fleißigsten Blutspender, den es derzeit in der DG gibt. Mittlerweile stehen Sie bei sogar bei 170 Spenden, das ist ein stolzer Wert! Aus diesem Anlass gibt es für Sie gleich ein ganz besonderes Geschenk.

Liebe Blutspenderinnen, liebe Blutspender, Sie alle sind aktive Lebensretter!

In diesem Sinne möchte ich Ihnen meine Hochachtung aussprechen und all den Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes danken, die die Blutspenden professionell begleiten.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Geschlossen.

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