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Zulassung zum Arzt- und Zahnarztberuf nach absolvierten Studien


Es gilt das gesprochene Wort!

16.03.2022

966 Frage und Antwort zur Zulassung zum Arzt- und Zahnarztberuf nach absolvierten Studien

Das Medizinstudium und das damit verbundene System der Vergabe der LIKIV-Nummer ist in Belgien eine leidige Geschichte.

Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft vertritt die Position, dass jeder angehende Student, der Medizin studieren möchte, Zugang zu einem Studienplatz erhält und nach Abschluss die Möglichkeit bekommen sollte, den Beruf des Arztes auszuüben.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft verfügt über keine Universität, um diesen Studiengang anzubieten.

Auch sind wir ohnehin zu klein, um die zahlreichen Spezialisierungen innerhalb dieses langjährigen Studiums anbieten zu können.

Interessenten sind deshalb auf die Universitäten im In- und Ausland angewiesen.

Ich habe bereits in der vergangenen Legislaturperiode bei der damaligen föderalen Gesundheitsministerin, Maggie De Block, mehrfach interveniert und eine Reform des Systems gefordert, die der Nachfrage gerecht wird.

Ich hatte damals die Möglichkeit der Verknüpfung der LIKIV-Nummer an Bedingungen ins Spiel gebracht.

Man könnte die LIKIV-Nummer unter der Bedingung freigeben, dass die Ärztinnen und Ärzte sich verpflichten, im ländlichen Raum zu praktizieren.

Das Modell hierzu hat das Land Brandenburg vorgegeben.

Die Ministerin lehnte das zunächst ab, versprach aber, kurz vor den Wahlen 2019, das Modell zu prüfen.

Dies ist leider bis heute nicht geschehen.

Ich startete einen neuen Versuch beim aktuellen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke als ich hörte, dass er an der Reform der Zulassungskriterien arbeitet.

Ich teilte ihm meine Befürchtungen zu seiner Reform mit und unterbreitete Alternativvorschläge.

Wir sind in Erwartung einer Antwort des Kollegen.

Auch bei einer persönlichen Unterredung teilte ich ihm die besonderen Sorgen mit, die wir hier in der Deutschsprachigen Gemeinschaft aufgrund der Sprache haben.

Er selbst teilte mit, dass er auf angepasste Lösungen für die Teilstaaten hinarbeiten und deshalb an einem interföderalen Planungsorgan arbeiten möchte.

Wie das genau aussieht, wurde bisher seinerseits nicht kommuniziert.

Wer im Ausland Medizin studiert, erhält übrigens automatisch eine LIKIV-Nummer, trotz einer möglichen Begrenzung dieser im Inland.

Wichtig ist allerdings zu wissen, dass eine Aufhebung der Begrenzung der Studienplätze und auch der LIKIV-Nummern in Belgien nicht zwangsläufig dazu führen wird, dass wir in Belgien mehr Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner haben werden.

Es gibt gewisse Fachtitel, die äußert beliebt sind. Andere wiederum leider nicht.

Gerade hier braucht man meiner Meinung nach eine gewisse Steuerung.

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