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Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des Blutspenderfestes der Lokalsektion


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des Blutspenderfestes der Lokalsektion Amel des Belgischen Roten Kreuzes

20141109 Rede Blutspenderfest Lokalsektion Amel
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Amel, den 9. November 2014

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zunächst einmal vielen Dank für die freundliche Einladung, die ich natürlich sehr gerne angenommen habe. Ich möchte gleich zu Beginn Herrn Gallo, dem Sektionspräsidenten, und seinem Team zu dieser gelungenen Premiere hier in den Räumlichkeiten des Ameler Roten Kreuzes gratulieren.

Ich möchte mich außerdem bei den ehrenamtlichen Helfern für das vorzügliche Frühstück herzlich bedanken. Ein letzter Dank gilt Herrn Gallo selbst, den ich vor gut zwei Monaten kennenlernen durfte. Sein Engagement für das Rote Kreuz, egal bei welcher Wetterlage und in welcher Situation ist unerschütterlich.

Gestern hatte ich das Vergnügen, die Blutspenderehrung bei der Lokalsektion des Roten Kreuzes Bütgenbach-Büllingen vorzunehmen. 101 Personen wurden gestern geehrt. Unter ihnen war Lucien Espreux, der 2011 die Marke von 160 Spenden geknackt hat. Inzwischen ist er schon bei 175 angekommen. Für die 160 Spenden haben wir uns einen Pokal einfallen lassen. Noch fünf Mal spenden und eine neue Idee muss her. 101 Personen waren es in der Lokalsektion Bütgenbach-Büllingen, 36 sind es heute in Amel.

36 Personen haben mindestens 20 Mal Blut gespendet, 15 von Ihnen haben dies sogar bereits 80 Mal und mehr getan. Einer meiner Mitarbeiter scheint sich zu langweilen.

Denn er hat eine grobe, mathematisch und wissenschaftlich sicherlich nicht fundierte Rechnung aufzustellen. Er wollte wissen, wie viel Blut diese 36 Personen der Sektion Amel bisher gespendet haben. Die Zahl, an die er kam, finde ich bemerkenswert: 1.120 Liter Blut! Das sind statistisch gesehen im Durchschnitt 31 Liter Blut pro Spender! Da seine Familie aus der Landwirtschaft kommt, hat er versucht, uns das bildlich zu erklären. „Das sind 3 Eimer Milch“, sagte er.

Liebe Blutspenderinnen, liebe Blutspender,

wo wir beim Thema Statistik sind: Fast 80 Prozent aller Menschen kommen mindestens einmal in ihrem Leben in eine Situation, in der sie auf fremdes Blut angewiesen sind.

Viele Menschenleben werden tagtäglich durch Blutspenden gerettet und auch die Erforschung von Krankheiten erfordert eine Menge Blut. Zu etwa einem Drittel gehen die Spenden zur Versorgung von Krebspatienten, 15 Prozent an Unfallopfer. Der Rest wird für die Behandlung anderer Krankheiten verwendet.

Vorteile und Chancen einer Blutspende können nicht oft genug wiederholt werden! Denn die aktuellen Statistiken legen nahe, dass die Zahl der Blutspender in den vergangenen Jahren stagniert oder gar rückläufig ist- ein besorgniserregender Trend.

Dabei sind Blutspenden nicht nur für die Empfänger des Blutes wichtig und vorteilhaft. Schließlich ist jede Blutspende gleichzeitig auch ein Gesundheitscheck. Der Blutdruck wird kontrolliert, der Blutfarbstoffgehalt gemessen. Über Auffälligkeiten und mögliche Erkrankungen wird der Spender benachrichtigt. Im Anschluss gibt es dann meistens noch ein Stückchen Schokolade, ein Brötchen und manchmal sogar einen Schnaps.

Bei meinem Besuch im letzten Monat habe ich vergeblich danach gesucht. Aber vielleicht verrät Herr Gallo uns gleich sein Versteck.

Aber meine Damen und Herren, wir wissen, dass all dies Sie wenig interessiert. Sie kommen nicht, um zu nehmen, sondern um zu geben. Sie kommen wegen der Menschlichkeit zur Blutspende, dem ersten Grundsatz des Roten Kreuzes. Hinten in der Ecke stehen die allgemeinen Grundsätze geschrieben. Und dieser Grundsatz erinnert mich gerade an ein Zitat des römischen Philosophen und Dichters Seneca, der einst sagte: „Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.“ Ich finde, diese Aussage ist auch heute noch gültig. Solidarität ist das Fundament einer gut funktionierenden Gesellschaft. Und vor diesem Hintergrund sind Menschen wie Sie, liebe Spenderinnen und Spender, unverzichtbar.

Sie sind die Steine, die das Gewölbe vor dem Einstürzen bewahren.

In diesem Sinne möchte ich Ihnen meine Hochachtung aussprechen und all den Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes danken, die die Blutspenden professionell begleiten.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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