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Ermöglichung neuer Berufsprofile in Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in den WPZS


Es gilt das gesprochene Wort!

12.01.2022

884 Frage und Antwort zur Ermöglichung neuer Berufsprofile in Zusammenhang mit dem Fachkräfte-mangel in den WPZS

Vor einem Jahr habe ich auf Ihre Frage hin geantwortet, dass es unser Ziel sein muss, die Selbstbestimmung der Senioren in den Wohn- und Pflegezentren zu festigen und die Arbeit des Personals auf breitere Schultern zu verteilen.

Dieses Ziel gilt für uns nach wie vor.

Die Arbeitsgruppe für die Betreuungsnormen in den Wohn- und Pflegezentren mit den Sozialpartnern, die sich mit der Ausführung des Rahmenabkommens und des Sektorenabkommens 2020-2024 beschäftigen wird, wurde am 21. Oktober 2021 eingesetzt.

Das nächste Arbeitstreffen ist für den 26. Januar 2022 vorgesehen.

An diesem Datum wird den Teilnehmern eine erste Arbeitshypothese präsentiert und weitere Treffen sollen festgehalten werden.

Ziel ist es, bis Juni 2022 zu einem Konsens zu kommen, der als Grundlage für einen Erlass gelten soll, der die Personalnormen neu denkt und die Begleitung und Pflege der Seniorinnen und Senioren auf mehr Schultern verteilt.

Dieser Erlass wird voraussichtlich 2023 in Kraft treten.

Daneben gibt es Überlegungen zu der Umgestaltung der Studien- und Ausbildungen in der Pflege.

Hier ist meine Ministerkollegin, Lydia Klinkenberg, inhaltlich verantwortlich.

Mit ihr und dem Sektor ist diesen Freitag ein Austausch geplant.

Der Fachkräftemangel in der Pflege gefährdet langfristig nicht nur die Aufrechterhaltung der Betriebe, sondern auch die Begleitung der Seniorinnen und Senioren.

Unsere Motivation ist es, die Qualität in unseren Einrichtungen zu stärken und auszubauen.

Man kann die akute Situation des Fachkräftemangels natürlich als ein Problem sehen.

Ich hingegen denke, dass diese Krise eine Chance sein kann, die Personalstruktur neu zu überdenken. Das geht aber hauptsächlich außerhalb der vom Föderalstaat geregelten Bereiche.

Entsprechend der Erwartung der Seniorinnen und Senioren auch im Alter selbstbestimmt leben zu können, suchen wir in der Begleitung nach Alternativen. Hierfür wollen wir neue Berufsprofile schaffen, die ebenfalls in o.g. Arbeitsgruppe besprochen werden sollen.

Hierfür richten wir den Fokus auf die Bereiche, in denen die Gemeinschaft konkrete Lösungen anbieten kann.

So sollen z.B. Alltagshelferinnen und Alltagshelfer das Pflegepersonal entlasten, wo nur leichte bis keine pflegerischen Tätigkeiten notwendig sind, und die Bewohnerinnen und Bewohner in der Alltagsbewältigung unterstützen.

Die Qualität der Betreuung ist also nicht allein von der Pflege abhängig!

Mit der Einführung des Alltagshelfers geht eine Prüfung und Neu-Ausrichtung der bestehenden Ausbildungsmodelle, diejenigen, die sich in der Kompetenz der Deutschsprachigen Gemeinschaft befinden wohlbemerkt, sowie einer Bedarfsanalyse der notwendigen Qualifikationen in den WPZS einher.

Auch das ist ein notwendiger Schritt, langfristig dem Personalmangel entgegenzuwirken und zeitgleich die Qualitätssicherung in den Einrichtungen zu gewährleisten.

Was Ihre Frage zu konkreten Maßnahmen wie den Stipendienvergabeverfahren betrifft, so begrüße ich alternative Studien- und Ausbildungsmodelle, die uns dabei helfen, Fachkräfte auszubilden und in der Region zu behalten.

Das Projekt wird innerhalb der Regierung von der zuständigen Bildungsministerin betreut.

Sie teilte mit, dass das neue Stipendiensystem frühestens zu Beginn des Studienjahres 2023-2024 in Kraft treten wird.

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