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Das Voranschreiten der Impfkampagne in der DG


Es gilt das gesprochene Wort!

08.09.2021

766 Frage und Antwort zum Voranschreiten der Impfkampagne in der DG

73 % der über 18-Jährigen wurden in Ostbelgien nachweislich vollständig geimpft. Damit liegen wir in der Tat zunächst hinter den Wallonen und Flamen.

Das hat zum einen damit zu tun, dass viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger die Möglichkeit hatten, sich in Deutschland und Luxemburg impfen zu lassen.

Das betrifft sowohl die Berufspendler, die immerhin 9.000 Personen ausmachen, als auch alle Bürgerinnen und Bürger, die in Deutschland krankenversichert sind, einschließlich der Rentnerinnen und Rentner.

Wie Sie sehen, sprechen wir hier über einen Kreis von Personen im fünfstelligen Bereich. Kein Wunder also, dass die ostbelgische Impfquote auf dem Papier hinkt.

Ein weiteres wichtiges Element, dass uns dazu veranlasst, die Statistik anders zu lesen, ist die Tatsache, dass wir im Rahmen der Forsa-Umfrage auch abgefragt haben, wie hoch die Impfbereitschaft in der DG ist. Das Ergebnis von 85 Prozent unterstreicht unsere Einschätzung, dass einige Daten fehlen und die offizielle Quote so verfälschen. Diese Umfragen sind sehr repräsentativ, da wir 1.000 Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahre alt befragen lassen.

Auffällig ist ferner, dass die Impfquote in den Gemeinden Kelmis, Raeren und Burg-Reuland niedriger ist als im Rest der Gemeinschaft. Hier wohnen allerdings sehr viele Berufspendler und ehemalige Berufsgrenzgänger.

Um diese fehlenden Werte in die Statistik einfließen lassen zu können, haben wir einen Aufruf gestartet. Entweder beim Hausarzt oder aber am Impfzentrum können die im Ausland-Geimpften ihre Impfung eintragen lassen.

Etwa 1000 Menschen haben sich daraufhin bei der Hotline gemeldet, aber keine 400 haben im Anschluss ihre Impfung eingetragen.

Die Dunkelziffer bleibt aber groß, und da es weder eine Meldepflicht noch individuelle Vorteile bestehen, wird diese Dunkelziffer auch groß bleiben.

Um die Situation zu verbessern, müsste es also bilaterale Abkommen zwischen Staaten geben oder aber eine europäische Lösung zum Datenaustausch.

Schwierig wird aber die Erfassung auch dann bleiben, da keine vollständige digitale Erfassung der Daten in Deutschland erfolgt. Zur Erinnerung! Die Menschen müssen eine Apotheke in Deutschland besuchen und sich dort für den digitalen Impfpass einschreiben.

Neben der ungenügenden Erfassung der Daten muss man aber ganz einfach feststellen, dass es einen Teil der Bevölkerung gibt, der schlicht und einfach noch oder überhaupt nicht geimpft werden möchte.

Denn am niederschwelligen Zugang kann es nicht liegen. Wir haben zwei Impfzentren für ca. 68.000 Impfberechtigte, wenn man die 12- bis 17-Jährigen einberechnet. Die Städteregion Aachen hat für eine halbe Million Einwohner ein einziges Impfzentrum betrieben. Neben den Impfzentren impfen Ärztinnen und Ärzte auch zuhause. Wenn wir das System noch kleinteiliger machen, dann werden wir Impfstoff wegwerfen müssen. Belgienweit haben wir die niedrigste Quote für verschütteten Impfstoff.

Wenn Impfstoff bisher vorrätig war, haben wir schnell Termine vergeben und die Menschen geimpft. Zwischenzeitlich waren wir deshalb Spitzenreiter in Belgien und darüber hinaus.

Die Zugänglichkeit in vertretbarer Nähe ist somit gesichert.

Auch bei der Information haben wir mehrere Einladungen verschickt, Anzeigen geschaltet und sogar Sprechstunden eingerichtet.

Knapp 50.000 Menschen wurden bereits geimpft. Übrig bleiben somit 18.000 Personen, wovon ein Teil im Ausland geimpft wurde.

Woran liegt das?

Ein Teil von ihnen sieht keine Gefahr, die von einer Ansteckung ausgeht, weil sie sich als zu jung betrachten.

Ein anderer Teil hat Angst vor einer Unfruchtbarkeit. Etwas, was nachweislich falsch ist, aber trotzdem haben sie Angst davor.

Ein anderer Teil hat Angst vor anderen Nebenwirkungen.

Und es gibt auch einen Teil, die die Gefahr von Corona bis hin zur Existenz des Virus leugnen.

Allgemein ist festzustellen, dass in den deutschsprachigen Ländern Europas die Impfquote niedriger ist. Dafür sind Verschwörungstheorien verantwortlich, die in deutscher Sprache gut verbreitet werden.

Für die ersten drei Gruppen von Nicht-Geimpften planen wir aktuell eine größere Sensibilisierungskampagne.

Nur wird auch diese Kampagne nicht eine hundertprozentige Impfquote zur Folge haben.

Letztendlich basiert die Impfung aktuell auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.

Wenn man eine höhere Impfquote politisch anvisiert, dann wird man an der Pflichtimpfung für alle nicht vorbeikommen, so wie ich es eben bereits sagte.

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