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Rede anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Lokalsektion Eupen


Rede von Antonios Antoniadis, Präsident der SP und Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich des 90jährigen Bestehens der SP-Lokalsektion Eupen

Eupen, den 23. November 2014

20141123 Rede 90jähriges Bestehen SP Eupen (177.5 KiB)

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Liebe Freunde,

es ist mir eine ganz besondere Freude und Ehre, der SP-Lokalsektion Eupen heute zum 90jährigen Geburtstag gratulieren zu dürfen.  Ich weiß, über das Alter einer Frau spricht man nicht. Das habe ich von meiner Mutter gelernt.  Aber ich denke, dass man am heutigen Tag eine Ausnahme machen kann – zumal „die alte Dame an der Weser“ sich wirklich gut gehalten hat.

90 Jahre SP Eupen stehen für harte Arbeit, für Menschen mit Charakter und Einsatz. Wer sich in Eupen Sozialist nannte, musste viel Mut und Ausdauer haben.  Bereits in den Anfängen der Sozialdemokratie mussten die Pioniere unserer Partei, allen voran Karl Weiss, der Gründervater der Eupener Sozialisten, mit dem Widerstand des damaligen Establishments rechnen.

Es war nicht einfach, sich zur Sozialdemokratie zu bekennen. Doch das hat große Männer wie Karl Weiss, August Pitsch, Albert Daulne, Armand Poth und natürlich Clément Bonnecompagnie nie davon abgehalten, sich für die Menschen einzusetzen, die am meisten Unterstützung brauchten. Dieser Weg war steinig und beschwerlich – das steht außer Frage – doch ihn trotz aller Widrigkeiten zu bestreiten, hat sich gelohnt.

Die Eupener Sozialisten haben die Geschichte unserer Stadt nachhaltig mitgeprägt und den Weg für die heutige SP geebnet.  Ganz im Sinne unserer Vorgänger setzen wir uns für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ein, unabhängig vom Einkommen, der Familiensituation oder der Herkunft.

Mit unserer Politik versuchen wir die Lebensbedingungen möglichst vieler Menschen unserer Stadt zu verbessern.
Die Zeiten haben sich geändert.  Die Sozialisten brauchen sich nicht mehr zu verstecken. Sie können stolz auf das bisher Erreichte sein. Die Regierungsbeteiligung auf Gemeinschaftsebene und die Erfolge unserer deutschsprachigen Vertreter in Namur, Brüssel und Lüttich, haben auch die Lokalsektion beflügelt.

Nach mehreren Jahrzehnten Opposition im Eupener Stadtrat ist uns mit dem damaligen Lokalpräsidenten und heutigen Schöffen Werner Baumgarten 2012 der Sprung in die Mehrheit gelungen. Es erfüllt mich mit Stolz, lieber Werner, 2012 zum ersten Mal als Kandidat auf einer Liste und als Regionalpräsident dazu beigetragen zu haben.

Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber die Herausforderungen von damals sind immer noch da und haben sich auch vermehrt.

Auch vor über 38 Jahren sprach August Pitsch von Seniorenstätten, von „Essen auf Rädern“, der Sanierung der Feuerwehr, der Unterstützung der städtischen Schulen und sogar vom Bau eines Hallenbades.  All das wurde damals dank der Arbeit von Sozialisten wie Pitsch realisiert.

Heute, 38 Jahre später (1976-1982 Mehrheitsbeteiligung der SP im Eupener Stadtrat), arbeiten wir an denselben Stellen und setzen uns für die gleichen Themen ein und noch viel mehr: Von den Grundschulen und dem Bau des neuen Wetzlarbades bis hin zur Standortentwicklung in Eupen und Kettenis.

Die SP ist an der Gestaltung unserer Stadt massiv beteiligt. Die Stadt Eupen ist heute mehr denn je einer großen Konkurrenz innerhalb der Euregio ausgesetzt. Um diesen Druck zu überstehen, brauchen wir einerseits weiterhin Investitionen der Öffentlichen Hand, andererseits aber auch eine aktive Bürgergesellschaft und Vereinswelt sowie ambitionierte Unternehmerinnen und Unternehmer.

Liebe Freunde,

als Eupener Junge erfüllt es mich mit Stolz, dass ich als Minister die SP in der Gemeinschaftsregierung vertreten darf. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei euch für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Die Regierungsbeteiligung verdanken wir nicht zuletzt dem Engagement eurer Sektion, euren Kandidatinnen und Kandidaten und euren Wahlhelferinnen und Wahlhelfern im Wahlkampf.

Die Stadt Eupen hat als Hauptstadt der DG von der Beteiligung der SP vor allem in den vergangenen 15 Jahren profitiert. Auch auf Gemeinschaftsebene haben wir mit großen Investitionen das Stadtbild und das Leben der Eupener Bevölkerung geprägt.

Nun möchte ich die gute Arbeit meiner Vorgänger fortführen, ohne dabei zu vergessen, woher wir als Sozialisten herkommen und welche Ziele und Werte wir vertraten, heute noch vertreten und morgen vertreten möchten, sei es bei der Politikgestaltung in der Seniorenpflege, in der Gesundheitsversorgung oder in der Kleinkindbetreuung – allesamt Themen, die für die Sozialisten groß geschrieben werden.

Aber auch den weiteren Ausbau der Autonomie – dem Garanten einer erfolgreichen und dienstleistungsorientierten Politikgestaltung – möchte ich als Ziel nicht vergessen.

Hier wollen wir vor allem mit dem Sozialen Wohnungsbau eine Zuständigkeit übernehmen, die gerade für die Eupener Sozialisten immer eine große Bedeutung gespielt hat. Alle großen Eupener Sozialisten, die ich heute erwähnt habe, haben sich für einen bezahlbaren Wohnraum für kleine Portemonnaies eingesetzt. Ihr seht also: Auch 90 Jahre später gibt es viel zu tun. Aber genug für heute. Heute sind wir hier, um zu feiern.

Bevor ich gehe, möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, die in den letzten 90 Jahren – ob im Vorstand, auf unseren Listen oder im Hintergrund – sich für die SP-Eupen eingesetzt haben. Bedanken möchte ich mich auch bei den Lebenspartnern.  Ohne die Unterstützung der Familie könnten wir uns nicht politisch so engagieren, wie es notwendig ist.

Liebe SP Eupen,

„Happy Birthday“… und auf weitere 90 Jahre erfolgreiche Politik im Dienste der Töchter und Söhne deiner Stadt. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit!

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