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Föderale Teststrategie wird erweitert


6. November 2020

Schnelltests sollen zum Einsatz kommen

PRESSEMITTEILUNG: Schnelltests erweitern föderale Teststrategie

Schnelltests zur Feststellung einer Corona-Infektion ergänzen künftig die Teststrategie Belgiens. Darauf haben sich die Gesundheitsminister des Landes in einer interministeriellen Konferenz geeinigt. Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) warnt allerdings vor Schnellschüssen bei den Schnelltests.

In keinem anderen Land Europas wird so viel getestet wie in Belgien. 72.000 Tests werden täglich mittels Nukleinsäure zum Virusnachweis eingesetzt. Anfang März waren es gerade mal 4.000 Tests pro Tag. Diese Erweiterung der Testkapazitäten hatte allerdings das System überhitzt. Manche Patienten warteten bis zu fünf Tage auf das Ergebnis ihres Tests, das unter dem Kürzel PCR besser bekannt ist. Darauf hatte der Gesundheitsminister die Kollegen im Inland relativ früh aufmerksam gemacht. Um die Wartezeit zu verkürzen, sah sich der Föderalstaat gezwungen, die Zielgruppen vorläufig einzuschränken.

Auf Vermittlung des SP-Ministers können aber seit kurzem Tests in Deutschland und Luxemburg analysiert werden. Das föderale Landesinstitut für Kranken- und
Invalidenversicherung (LIKIV) übernimmt mittlerweile sogar die Kosten, die in der Überbrückungsphase von der DG gedeckt wurden.

Nun wird die Teststrategie, ähnlich wie im Nachbarland Deutschland, ein zweites Mal erweitert. Durch den Einsatz von Schnelltests sollen Erstdiagnosen zügiger erfolgen. Mehrere Verfahren gibt es inzwischen auf dem Markt. Doch der Föderalstaat möchte sich zunächst auf die sogenannte Antigen-Technologie beschränken. Ähnlich wie bei einem PCR-Test wird eine Nasen-Rachenprobe entnommen. Die Analyse erfolgt aber im Unterschied zum PCR-Verfahren an Ort und Stelle innerhalb von 15 bis 30 Minuten.

Die vom Föderalstaat finanzierten Schnelltests sollen in einer ersten Phase für symptomatische Patienten genutzt werden, die in den Notaufnahmen der Krankenhäuser vorstellig werden oder Teil eines Infektionsclusters oder einer Kollektivität sind. In einem zweiten Schritt sollen diese Tests auch für Patienten in den Triage-Zentren und auch für Hausärzte verfügbar sein.

Gesundheitsminister Antonios Antoniadis begrüßt in einer ersten Stellungnahme die offizielle Einführung von Antigen-Tests, warnt allerdings vor Schnellschüssen: „Schneller Ergebnisse zu haben, ist in vielen Lebensbereichen wichtig, aber die Antigen-Tests haben eine geringere Sensitivität. Das heißt, dass sie im Vergleich zum PCR-Test häufiger eine Infektion übersehen können. Sie werden die PCR-Tests ergänzen, aber nicht ersetzen können.“

Trotzdem ist der Minister zuversichtlich, dass deren Einsatz im Schulbetrieb oder am Arbeitsplatz nützlich sein können: „Ihr Nutzen für die Wohn- und Pflegezentren muss vertieft werden. Ich möchte, dass gerade in unseren Pflegeeinrichtungen sowie den Behindertenwohnheimen verlässliche Verfahren zum Einsatz kommen. Hier haben wir es mit besonders gefährdeten Zielgruppen zu tun. Aber in anderen Lebenslagen können sie nützlich sein.“

Für die Einrichtungen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sollen nun eigene Strategien entwickelt werden. Bereits Anfang nächster Woche wird die Regierung über den Einsatz in Schulen und der Kinderbetreuung beraten.

Unternehmen, die Interesse an einem zuverlässigen Antigentest haben, können auf der Website der Arzneimittelbehörde AFMPS die zugelassenen Schnelltests finden: https://www.afmps.be/sites/default/files/content/belgian_validation.xlsx. Der Gesundheitsminister warnt aber davor, in den Tests ein Allheilmittel zu sehen: „Diese Tests kann man nicht selbst durchführen. Der Abstrich muss von bestimmten Berufsgruppen vorgenommen werden. Deshalb sollten Unternehmen und Dienstleister nicht blind Kapazitäten erwerben. Außerdem ist ein negatives Ergebnis keine Garantie dafür, nicht an Covid erkrankt zu sein.“

Wie schnell die Antigentests zum Einsatz kommen werden, hängt vom Angebot der Hersteller und den spezifischen Teststrategien ab. Der Föderalstaat wird jedenfalls erst in Tranchen die Gesundheitsdienstleister ausstatten können.

Für weitere Informationen


Pressereferentin
Jennifer Nyssen
Tel: +32 (0)87/59 64 92
E-Mail: jennifer.nyssen@dgov.be

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