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Raucherentwöhnung in Ostbelgien


Es gilt das gesprochene Wort!

07.10.2020

354 Frage und Antwort Raucherentwöhnung

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft nimmt die Anzahl jugendlicher Raucher ab. In der 2019 stattgefundenen Jugendbefragung gaben nur 7,9% der Jugendlichen an, zu rauchen. 22,7 % der Jugendlichen gaben zu, schon einmal geraucht zu haben. 2013 waren es immerhin noch 36%.

Es gibt mehrere Unterstützungsmöglichkeiten, um das Rauchen aufzugeben:

Die ASL zum Beispiel bietet drei verschiedene Angebote der Raucherentwöhnung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft:

Zuerst zu nennen ist die Rauchersprechstunde der ASL, die im Norden und Süden der DG stattfindet.[1]

Hinzu kommt das Rauchercoaching, das individuell stattfindet, wenn ein nach der Rauchersprechstunde zusätzlicher Bedarf besteht.[2]

Zuletzt werden Raucherentwöhnungskurse angeboten.

Die Kosten einer Raucherentwöhnung beim Tabakologen werden seit dem 1. Januar 2019 von der Deutschsprachigen Gemeinschaft zurückerstattet. Die Rückerstattungsmodalitäten entsprechen der bisherigen Regelung der Krankenkassen.

In Ostbelgien gibt es aber derzeit keinen Tabakologen mehr, weswegen Raucher, die das Rauchen aufgeben wollen und hierfür fachliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, die Dienste in der Wallonischen Region ausweichen müssen.

Dieser Zustand wird sich aber bald ändern, da zwei Personen die Ausbildung zum Tabakologen abgeschlossen haben.

Die DG beabsichtigt ab 2021 einen Vertrag mit diesen Tabakologen abzuschließen. Die hiesigen Krankenhäuser sollen hier als Partner mit eingebunden werden. Mit dieser Maßnahme wird ein Angebot in der Deutschsprachigen Gemeinschaft geschaffen.

Trotz aller Raucherentwöhnungsprogramme bleibt eine Besteuerung von Tabakprodukten das wirksamste Mittel. Dies ist inzwischen durch mehrere Studien wissenschaftlich belegt worden.[3][4][5]

Die neue Föderalregierung hat in ihrem Regierungsprogramm angekündigt, den Zugang und die Attraktivität von Tabakprodukten einzuschränken und zu verringern.

[1] Im Jahr 2019 jeweils 11 Sitzungen pro Standort mit jeweils 21 Teilnehmern. [2] Im Jahr 2019 4 Teilnehmer. [3] Becker, G., and K. Murphy. ‘‘An Empirical Analysis of Cigarette Addiction.’’ American Economic Review,84, 1994, 396–418. [4] Chaloupka, F. J. ‘‘Rational Addictive Behavior and Cigarette Smoking.’’ Journal of Political Economy, 99, 1991, 722–42. [5] Hu T-W, Sung H-Y, Keeler TE. Reducing cigarette consumption in California: tobacco taxes vs. an antismoking media campaign. Am J Public Health 1995; 85(9):1218-22

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