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Die sozialen Gefährdung von Jugendlichen


Es gilt das gesprochene Wort!

07.10.2020

348 Frage und Antwort Soziale Gefährdung von Jugendlichen

Die ÖSHZ wurden mit dem Grundlagengesetz vom 8. Juli 1976 gegründet. In diesem Gesetz werden die Aufgaben definiert. Dazu gehört die soziale Eingliederung, für die das ÖSHZ vom Föderalstaat einen Auftrag sowie finanzielle Mittel erhält.

Jeder Mensch hat in Belgien das Recht auf soziale Eingliederung. Festgehalten wurde dieses Recht im Gesetz vom 26. Mai 2002.

Mit Sorge beobachten die ÖSHZ und die Regierung, dass es eine Zahl junger ÖSHZ-Kunden gibt, die trotz aller bestehenden Maßnahmen den Anschluss nicht finden.

Um diesen Zustand zu verändern, wurde die besagte Arbeitsgruppe gegründet, die aus Mitgliedern von ÖSHZ und der DG besteht.

Zunächst wurde der Versuch unternommen, das Zielpublikum einzugrenzen. Es handelt sich dabei um junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die multifaktorielle Probleme aufweisen. Deren Anzahl beläuft sich auf 100 Personen. Das sind nicht viele, aber dennoch ist es wert, alle Menschen mitzunehmen und ihnen nach Möglichkeit eine Perspektive zu geben.

Aus dieser AG heraus ist in einigen ÖSHZ die Idee erwachsen, ein Pilotprojekt, das sich  diesem Publikum widmet, zu starten. Ziel des Projekts ist die Befähigung der Sozialassistenten und -assistentinnen zur Ermittlung der individuellen Probleme der Betroffenen und zur individuellen kompetenzorientierten Begleitung des Betroffenen.

Finanziert wird das Projekt durch LEADER und der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Zunächst haben die Verantwortlichen Best Practice-Instrumente in anderen Regionen analysiert. Die beteiligten ÖSHZ haben sich auf zwei Werkzeuge aus den Niederlanden und Flandern verständigt. Eins kann jedoch nur über die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben angewandt werden.

Gearbeitet werden soll deshalb mit dem ZRM-Modell aus den Niederlanden. Dieses ermöglicht eine bessere Orientierung der jungen ÖSHZ-Kunden.

Auf Anfrage der ÖSHZ wurde das Projekt um ein Jahr, sprich bis Dezember 2021, verlängert. Fünf bis sechs Jugendliche sollen in einer Testphase unter Anwendung des neuen Modells, und dank der gewonnenen Erkenntnisse, begleitet werden. Die Begleitung umfasst ein besonders intensives Alltags- und Arbeitscoaching. Das Coaching ist wichtig, weil ersichtlich wurde, dass das Instrument allein nicht ausreichend ist.

Mehr Informationen hierzu finden Sie im Zwischenbericht, den ich dem Ausschuss heute zusätzlich zur Antwort aushändigen möchte.

Die AG hat darüber hinaus ein Handbuch mit existierenden Programmen, Maßnahmen und Anlaufstellen für die Sozialarbeiter erstellt.

Wie bereits auf den Tagessordnungspunkten dieses Ausschusses anvisiert, wird Frau Prys, die Koordinatorin des Pilotprojekts oder die betroffenen ÖSHZ in den Ausschuss eingeladen, um das Projekt näher erläutern.

Die Anhörung passt in das gesellschaftspolitische Thema dieses Ausschusses. Dort kann vertiefend auf das Thema eingegangen werden. Bereits die Anhörung des Begleitausschusses für Jugendhilfe vor zwei Wochen hat noch mal die Komplexität des Themas veranschaulicht.

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