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Heute ist Welt-Alzheimertag!


Bei der Alzheimer-Krankheit handelt es sich, mit rund zwei Drittel aller Fälle, um die häufigste Form der Demenz. Charakteristisch für diese neurodegenerative Erkrankung ist eine zunehmende Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit, die in der Regel mit einer Abnahme der täglichen Aktivitäten, mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einhergeht.

 Anzeichen für Alzheimer sind z.B.:

  • Gedächtnislücken: Betroffene können ihren Alltag nur noch mit Erinnerungsnotizen organisieren, vergessen wichtige Termine, schalten den Herd ein und erinnern sich später nicht daran.
  • Räumliche und Zeitliche Orientierungsprobleme: Sie vergessen das aktuelle Jahr und die Jahreszeit, können die Uhrzeit nicht mehr lesen und wissen nicht wo sie wohnen oder wie sie nach Hause kommen
  • Wahrnehmungsstörungen: Das Erkennen von Farben und Kontrasten, Lesen oder das Wiedererkennen von bekannten Gesichtern bereitet den Betroffenen große Mühe.
  • Verlegen von Gegenständen: Betroffene vergessen nicht nur, was sie wohin legen, sondern auch wozu Sachen gut sind. So kann es z.B. vorkommen, dass die Brille in den Briefkasten gelegt wird oder die Schuhe in den Kühlschrank gestellt werden.

Die Zahl der Menschen mit Alzheimer steigt weiter und bis es ist bis heute unheilbar.

Dennoch wird auch in Ostbelgien gezielt an verschiedenen Angeboten gearbeitet, um den Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

  • Die Demenzstrategie

In diesem Sinne wurde während der letzten Legislaturperiode, nach einem niederösterreichischen Modell, eine Demenzstrategie für Ostbelgien entwickelt. Diese soll bis ins Jahr 2025 reichen, aber mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten. Die Strategie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist ein lebendiger Prozess.

Diese Demenz-Strategie beinhaltet unter anderem:

  • die Förderung einer demenzfreundlichen Region durch Bündelung der Kräfte im Sektor und unter Beteiligung der Menschen in Ostbelgien.
  • Tabus brechen und einen offenen, würdevollen Umgang mit Menschen mit Demenz zu pflegen.
  • Der Mensch mit Demenz in seiner Verschiedenheit und mit seinen Ressourcen soll im Mittelpunkt stehen. Ein Mensch mit Rechten und Bedürfnissen.
  • Die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben

 Außerdem wurde Anfang 2017 die DSL ins Leben gerufen. Die Schaffung der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben hat fünf Hintergründe.

  1. Die 6. Staatsreform (wir haben neue Zuständigkeiten erhalten und somit mehr Befugnisse)
  2. Eine einzige Anlaufstelle für Menschen mit Unterstützungsbedarf (Personen mit Unterstützungsbedarf sowie Senioren)
  3. Das Pilotprojekt Eudomos war vor dem Aus. Es wurde vom Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV) finanziert. 2018 lief die Finanzierung des Pilotprojekts aus allerdings aus, somit musste etwas Neues geschaffen werden.
  4. Inklusion – UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit einer Behinderung dar. Die Regierung hat sich verpflichtet, die UN-Konvention umzusetzen.
  5. Soziale Sicherheit der Teilstaaten.
  • Die kommunalen Seniorenbeauftragten

Zudem gilt die Förderung eines möglichst selbstbestimmten Lebens im Alter als oberste Priorität der Seniorenpolitik in der DG. So wurden kommunale Seniorenbeauftragte eingesetzt, welche den Bedarf auf kommunaler Ebene analysieret und in der Folge Lösungsansätze mit entwickeln soll.

  • Die Tagesbetreuung und die Kurzaufenthalte sowie das betreute Wohnen und andere alternative Wohnformen ausbauen
  • Seniorenwohngemeinschaft in der Borngasse in Eupen bestehend aus 6 Wohneinheiten.
  • Im Wohn- und Pflegezentrum Residenz Leoni sind mit Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft 15 betreute Wohnungen geplant, in die jeweils 2 Senioren einziehen können. Sie werden im Oktober 2020 in Betrieb genommen.
  • Im Wohn- und Pflegezentrum St. Joseph sollten 2020 14 neue betreute Wohnungen gebaut werden. Leider wird mit dem Bau erst frühestens 2023 begonnen werden können, da das Wohn- und Pflegezentrum eine nicht geplante Zwischenbauphase vornehmen muss.
  • Im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurde im Rahmen der geplanten des WPZS St. Elisabeth auch die Schaffung von betreuten Wohnungen vorgesehen. Obschon die Anzahl Wohnungen noch nicht genau definiert wurde, sollen voraussichtlich 12 Wohnungen gebaut werden.
  • Das neue Dekret über die Angebote für Senioren, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, sieht Möglichkeiten zur Förderung von Initiativen der Dienstleister oder aber eigene Initiativen aus der Bevölkerung vor (z. B. Genossenschaften, Seniorenresidenzen, gemeinschaftliche Wohninitiativen).

Durch angemessene Sensibilisierung können wir unsere Mitmenschen an dieses gesellschaftliche Phänomen heranführen. Wir können miteinander reden und gegenseitig unterstützen. Solidarität an den Tag legen und füreinander da sein. Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen.

Weitere Ansprechpartner rund zum Thema Demenz und Alzheimer in Ostbelgien sind:

  • Der Patienten Rat und Treff (Angehörige von Menschen mit Demenz inkl. Betreuung durch die Familienhilfe – jeder 3. Donnerstag im Monat von 15.00 – 17.00 Uhr)
  • Info Demenz Eifel (Treffpunkt Demenz)
  • Memoklinik St.Vith (Gedächtnisklinik, Unterstützung im Wohnumfeld, Gedächtnistraining, Planung Behandlung)
  • Der Josephine-Koch-Service und die Familienhilfe

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