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Masernimpfung


Es gilt das gesprochene Wort!

09.09.2020

308 Frage und Antwort zur Masernimpfung

Die Gesundheitsprävention ist Gemeinschaftsmaterie. Die Teilstaaten können autonom entscheiden, welche Politik sie betreiben. Demnach ist es normal, dass manchmal unterschiedliche Vorgehensweisen parallel existieren. Das ist die Absicht eines föderal aufgebauten Staates und schließt die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der Gemeinschaften, da, wo es Sinn macht, natürlich nicht aus.

Im Bereich der Impfungen für Kinder folgen die Gemeinschaften dem Impfschema, das vom Belgischen Hohen Rat für Gesundheit empfohlen wird1.

Kaleido, das ONE und Kind en Gezin tauschen sich regelmäßig zu diesem Thema aus.

Darüber hinaus wurde 2019 eine gemeinschaftsübergreifende Kampagne in den drei Landessprachen gestartet, um Ärzte und Patienten zum Thema Impfungen zu sensibilisieren.

Vor der Corona-Krise fanden Gespräche statt, um diese gemeinsame Aktion zu erweitern, was ich an dieser Stelle ausdrücklich unterstütze. Es ist verständlich, wenn die Gespräche aus gegebenem Anlass in diesem Bereich unterbrochen wurden.

Für die Grippeimpfung und den noch nicht verfügbaren Corona-Impfstoff fanden und finden fortwährend Gespräche mit den Teilstaaten und dem Föderalstaat statt.

Ich kann daher im Moment keinen Bereich identifizieren, in dem es an einer erwünschten Abstimmung mangeln würde.

Was die Masern angeht, so gibt es in Ostbelgien keinen besorgniserregenden Anstieg der Fälle. Eine erhöhte Zahl an Fällen im Jahr 2019 ist auf zwei Ausbrüche in größeren Familien zurückzuführen.

Dennoch bleibt die Sensibilisierung zur Masernimpfung wichtig. Die Impfung ist das einzige Mittel, das vor einer Infektion schützt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Auch wenn sie in den meisten Fällen ohne Komplikationen heilen, kann eine Infektion je nach Verlauf zu schwerwiegenden Folgeschäden bis hin zum Tod führen.

Als Zusatzinfo liefere ich Ihnen einige Zahlen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft:

2017 hatten wir 4 Fälle.

2018 keinen einzigen Fall.

2019 gab es 13 Fälle. Hierbei handelte es sich um zwei Cluster. Es gab im Februar bei einem ersten Ausbruch in zwei Familien insgesamt 8 Fälle und im März einen zweiten Ausbruch.

Die Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor.

Die Impfrate zur Masererkrankung in den hiesigen Schulen lag 2019 im 5. Primarschuljahr bei 64,11% und bei 87,22% im ersten Sekundarschuljahr.

1Letzte Version von März 2019, https://www.health.belgium.be/fr/avis-9141-calendrier-vaccinal-de-base

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