Parlament / Reden & Parlament

Organisation ärztlicher Bereitschaftsdienste im Norden der DG


Es gilt das gesprochene Wort!

09.09.2020

304 Frage und Antwort zur Organisation ärztlicher Bereitschaftsdienste im Norden der DG

Die Finanzierung der hausärztlichen Bereitschaftsdienste ist Teil der Zuständigkeiten des Föderalstaates.

In der DG würde aus unserer Sicht ein gemeinschaftlich organisierter Bereitschaftsdienst im Backoffice-Bereich Sinn machen. Weniger geht es darum, dass in dieser Zeit die Patienten vom Norden zum Süden fahren oder umgekehrt, sondern vielmehr um eine permanente Erreichbarkeit und eine Auskunft.

Ein Bereitschaftsdienst der Hausärzte ist natürlich keine Notaufnahme. Es handelt sich nicht um den Notarzt. Es geht um eine telefonische Einschätzung und in seltenen Fällen um eine Untersuchung. Es ist wichtig, dass die Bevölkerung sowohl wochentags als auch am Wochenende und an Feiertagen schnell den hausärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen kann.

Aus diesem Grund war die Deutschsprachige Gemeinschaft, unabhängig von der fehlenden Zuständigkeit, bereits Ende 2019 an einem Pilotprojekt zur Organisation eines wöchentlichen Bereitschaftsdienstes für Ostbelgien interessiert und das in Erwartung einer finanziellen Beteiligung des LIKIV.

In Ermangelung einer Einigung unter den Ärztekreisen wurde das Projekt nicht realisiert.

Aus diesem Grund gibt es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft drei verschiedene Systeme des wöchentlichen Bereitschaftsdienstes:

Die Hausärzte der Gemeinden Kelmis und Lontzen sind Teil des französischsprachigen Hausärztekreises AGEF (Bezirk Verviers) und nehmen deshalb am wöchentlichen Bereitschaftsdienst dieses Hausärztekreises teil, der seit dem 1. Januar 2020 über die 1733 organisiert wird (so wie dies bereits am Wochenende und an Feiertagen der Fall ist). Dieses Projekt des wöchentlichen Bereitschaftsdienstes wurde mit Eigenmitteln aufgebaut und erhielt zusätzlich eine einmalige Finanzierung von Januar bis März 2020 durch das LIKIV.

Die Gemeinden des Südens der Deutschsprachigen Gemeinschaft arbeiten für den Bereitschaftsdienst an Wochentagen mit einem Bereitschaftsarzt (pro Gemeinde oder für 2 Gemeinden), dessen Kontaktangaben in der Presse zu finden sind oder in der Klinik St. Josef angefragt werden können.

In den Gemeinden Eupen und Raeren arbeitet der diensttuende Arzt in seiner eigenen Praxis während des wöchentlichen Bereitschaftsdienstes. Die Angaben zum Bereitschaftsarzt können an der Zentrale des St. Nikolaus Hospitals angefragt werden.

An Wochenenden und Feiertagen tritt die 1733 Telefonnummer im gesamten Bezirk Verviers (d.h. auch der deutschsprachigen Gemeinschaft) in Kraft. Tagsüber findet man sowohl in der Klinik St. Josef als auch im St Nikolaus Hospital einen Bereitschaftsposten vor. Nachts befindet sich dieser Bereitschaftsposten in einem der Vervierser Krankenhäuser. Die genauen Angaben und Informationen erhalten die Bürger bei ihrem Anruf bei der 1733.

Nach Erscheinen eines dieser Leserbriefe habe ich beide ostbelgischen Krankenhäuser gebeten, auf die richtige Information des Bürgers zu achten. Das St. Nikolaus Hospital hat daraufhin zu diesem Thema kommuniziert. Ein entsprechender Bericht erschien in der gestrigen GrenzEcho-Ausgabe.

Auch wenn es in Ostbelgien weiterhin Bereitschaftsdienste der Hausärzte gibt, so bleibe ich dabei, dass ein einheitlicher Ansprechpartner für Ostbelgien von Vorteil wäre.

Obschon die DG – wie bereits gesagt – für die Organisation und Finanzierung eines solchen Dienstes nicht zuständig ist, werden wir erneut die Hausärztekreise kontaktieren und eine gemeinsame Lösung bewerben. Die Regierung steht weiterhin für eine Projektfinanzierung zur Verfügung.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard