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Das Armutsrisiko bei Frauen durch die Corona-Krise


Es gilt das gesprochene Wort!

09.09.2020

303 Frage und Antwort zum Armutsrisiko bei Frauen durch die Corona-Krise

Es ist viel zu früh, um über die Folgen der Corona-Krise zu sprechen. Zumindest lassen diese sich noch nicht in Statistiken abbilden. Klar ist, dass sich viele Menschen noch immer in Kurzarbeit befinden, was sicherlich, je nach Einkommenssituation, zu einer Armutsgefährdung führen kann. Auf der anderen Seite sorgt die Kurzarbeit für den Erhalt vieler Arbeitsplätze.

Auf Ebene der Arbeitslosigkeit wird sichtbar, dass die Corona-Krise zu einem Arbeitsplatzabbau geführt hat. Im Juni 2020 waren 2.448 Menschen arbeitslos in der DG. Das sind 290 Personen mehr als im Juni 2019. Auch hier liegt eine potenzielle Armutsgefährdung vor, insofern diese Menschen keinen neuen Arbeitsplatz finden sollten.

Positiv stimmt uns aber, dass die Zahl der Stellenangebote in Ostbelgien wieder zunimmt.

Der Entschuldungsfonds und die Schuldnerberatung sind bislang nicht vermehrt in Anspruch genommen worden. Unabhängig von Corona verzeichnet man zum Jahresende oftmals einen Anstieg der Anträge. Das wird sicherlich auch dieses Jahr so sein.

Nachfragen unsererseits bei den ÖSHZ haben ergeben, dass bisher nur vereinzelt ein Anstieg der Anfragen zu verzeichnen war, aber daraus lässt sich aktuell kein genaues Bild zeichnen. Das dürfte sich durchaus im Laufe der nächsten Monate ändern, wie ich schon mehrfach zu diesem Thema gesagt habe.

Allerdings haben mehr Menschen während der Corona-Zeit die Lebensmittelbanken besucht. Ob das nur ein kurzfristiger Effekt war oder ob es so bleibt, werden die nächsten Monate zeigen.

Auch wenn es nicht von der Hand zu weisen ist, dass viele Ostbelgier finanziell von der Corona-Krise getroffen wurden, ist aktuell eine deutliche Verschärfung der Armut bisher nicht erkennbar. Allerdings gibt es erste Indizien, wie die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen und die Inanspruchnahme der Lebensmittelbanken.

Wir werden diese Entwicklungen weiter beobachten und gemeinsam mit den ÖSHZ, dem Roten Kreuz und anderen Akteuren entsprechend weitere Maßnahmen als die bisherigen ergreifen.

Was nun die Frage nach Armut speziell bei Frauen angeht, so ist das Armutsrisiko für Frauen hierzulande 1,5% höher als bei Männern. Die Situation ist keineswegs vergleichbar mit anderen Staaten. Dennoch muss es auch hier weitere Anstrengungen geben, damit wir zu mehr Lohngerechtigkeit und Unabhängigkeit der Frauen kommen.

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