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Ärztemangel im ländlichen Raum


Es gilt das gesprochene Wort!

09.09.2020

302 Frage und Antwort zum Ärztemangel im ländlichen Raum

Die Zahl der Allgemeinmediziner steigt seit Jahren an. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Von Juli 2018 bis März 2020 gibt es 10 zusätzliche Hausärzte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft[1]. Innerhalb der letzten 8 Jahre sind es netto 20 Hausärzte mehr. 11 zusätzliche Ärzte in der Eifel und 9 im Norden der DG.

Dennoch werden wir auch in Zukunft mehr Ärzte brauchen, da sich das Berufsbild im Wandel befindet. Auch hier gibt es einen Bedarf nach mehr Work-Life-Balance, was mit einer Arbeitszeitverkürzung einhergeht.

Vermutlich kann der Zuwachs an Ärzten auf den Anstieg der Anzahl Gemeinschaftspraxen und Ärztehäuser zurückgeführt werden, da diese vermehrt Assistenzärzte einstellen.

Laut unserer Erhebung von März 2020 arbeiten 77% der Ärzte in einer/einem der 13 Gemeinschaftspraxen/Ärztehäuser der Deutschsprachigen Gemeinschaft.[2]

In den letzten Jahren gab es einen zunehmenden Anstieg von gemeinschaftlich organisierten Arztpraxen.

Das liegt einerseits daran, dass die Ärzte auf diese Weise Arbeitslast und Kosten reduzieren, andererseits ist gerade das System der Ärztehäuser, für welches das LIKIV eine pauschale Abrechnung vorsieht, sehr lukrativ.

Welchen konkreten Beitrag dieses System zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leistet, wird das LIKIV überprüfen müssen.

Die Neugestaltung des Impulseo-Fonds ist Teil des REK-Projektes „Unterstützung der ersten Linie“. Hier wurde bisher eine Analyse der Best Practices im In- und Ausland durchgeführt und Kataster der betroffenen Gesundheitsdienstleister erstellt.

Als nächstes wird mit den betroffenen Dienstleistern der effektive Bedarf an Unterstützung erörtert und mögliche Maßnahmen besprochen.

Aufgrund der Corona-Krise verzögert sich dieses Projekt allerdings. Ich bin weiterhin von seiner Wichtigkeit überzeugt. Ich rechne damit, dass die Umsetzung der Reform des Systems voraussichtlich, wie im Regionalen Entwicklungskonzept geplant, im 1. Halbjahr 2024 stattfindet.

Allerdings ist der Impulseofonds nur ein kleiner Teil der Antwort. Damit sich vermehrt Ärzte im ländlichen Raum niederlassen, bedarf es meiner Meinung nach: Erstens, Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Berufs seitens des Föderalstaats. Zweitens, eine Vergabe von Inaminummern, die geografisch gebunden sind und drittens, die Standortentwicklung. Gerade an Letzteres arbeiten wir als Gemeinschaft inzwischen seit Jahrzehnten, nicht zuletzt im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzeptes.

Die geografische Bindung der Vergabe der Inaminummern habe ich bei Frau De Block inzwischen mehrfach gefordert. Bisher hat die Gesundheitsministerin aber nicht signalisiert, die Vergabe der Zulassungen reformieren zu wollen.

[1] & [2]siehe PDF-Anhang.

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