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Das Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ) in der Corona-Krise


Es gilt das gesprochene Wort!

25.05.2020

220 & 221 & 222 Frage und Antwort zum BTZ

Bereits vor der Coronavirus-Epidemie hat die Regierung sich mit einem möglichen Ausbau der Angebote zur Förderung der mentalen Gesundheit auseinandergesetzt. Eine Vision für die mentale Gesundheit war in Planung. Doch der Prozess wurde durch die Corona-Krise unterbrochen.

Das Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ) spielt darin eine Schlüsselrolle. Deshalb war vorgesehen, in Absprache mit der Einrichtung ein Audit durchzuführen, um den Bedarf auf Grundlage externer Erkenntnisse von Experten näher zu beleuchten. Dieses Audit musste aufgrund der Krisensituation ebenfalls verschoben werden und wird schnellst möglich nachgeholt. Eine strukturelle Erhöhung personeller Ressourcen oder finanzieller Mittel wird von den Ergebnissen dieses Audits abhängen. Dabei werden die Erkenntnisse aus der Arbeit des Zentrums während der Krise mit Sicherheit in die Ergebnisse einfließen.

Würde man die Anzahl Psychologen, die in der Wallonischen Region zusätzlich eingestellt werden sollen, auf die DG-Bevölkerung herunterbrechen, dann wären das 3 Psychologen mehr für die gesamte Deutschsprachige Gemeinschaft.

Sollte das BTZ, unabhängig vom geplanten Audit, in der Zwischenzeit krisenbedingt mehr Anfragen verzeichnen, dann wird die Regierung auf jeden Fall entsprechende Mittel gewähren. Das habe ich den Verantwortlichen des BTZ bei Bedarf bereits zugesichert.

Für kurzfristige Interventionen gibt es außerdem die Möglichkeit, auf den Coronafonds zurückzugreifen.

Im BTZ wurden viele der Therapien seit März weitergeführt. Die DG hat den Dienst dabei unterstützt, sein Angebot möglichst aufrechterhalten zu können. Wir haben sowohl auf Ebene der technischen Voraussetzungen als auch auf Ebene des Schutzmaterials Unterstützung geleistet.

Auf diese Weise wurde der Großteil der therapeutischen Gespräche per Telefonberatung und Videokonferenzen durchgeführt. Dies gilt sowohl für die Fortsetzung der bisherigen Therapien als auch als Übergangsmaßnahme für neue Anfragen.

Die Anzahl direkter Gespräche in den Räumen des BTZ wurde auf Notfall- und Gefährdungssituationen (z.B. Suizidgefahr, Gefahr häuslicher Gewalt, akutes Trauma) begrenzt.

Der direkte Zugang zu den Fachärzten blieb für Klienten in schwierigen Situationen erhalten, auch um eine erreichte Stabilität zu unterstützen.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgte im direkten Kontakt zwischen den Therapeuten des BTZ und den Klienten. Innerhalb dieses Kontaktes klärten die Therapeuten mit ihrem Klienten, welchen Beratungsbedarf dieser für die folgenden Wochen hatten.

Die Sicherheitsmaßnahmen hatten zur Folge, dass die offene Sprechstunde und die Erstgespräche vorerst über einen telefonischen Bereitschaftsdienst ersetzt wurden. Im Wechsel gewährleisten die Therapeuten die Annahme neuer Anfragen und die Beantwortung von Fragen der Bevölkerung zum Umgang mit psychischen Belastungen.

Aufgrund der begrenzten Zugänglichkeit und der begrenzten Aufnahmefähigkeit von Neuanfragen des Beratungs- und Therapiezentrums haben sich die Wartelisten im Allgemeinen verlängert.

Zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen ist die Anzahl Anfragen zurückgegangen, es gab lediglich 1-2 Anfragen pro Woche. Die meisten Anrufe betrafen die Ausgangsbeschränkungen und deren Konsequenzen: Ängste, engere Kontakte im Familienkreis, Verschlimmerung von Problemsituationen. Zurzeit sind die Anfragen wieder gestiegen; die jetzige Anzahl Anfragen entspricht ungefähr dem „Vor-Corona-Niveau“, d.h. ungefähr 25 Anfragen pro Woche.

Zum Angebot für Pflegekräfte: Es handelt sich hierbei um eine Akuthilfe für den Umgang mit belastenden Lebenssituationen.

Die leitenden Funktionen erhielten einen Flyer mit Vorschlägen zur Unterstützung der psychischen Hygiene der Belegschaft. Das BTZ hat die allgemeine und logistische Organisation und Koordination des Dienstes übernommen. Dieser Dienst bleibt auch weiterhin und bis auf Weiteres als Anlaufstelle für Pflegekräfte und leitende Funktionen in Gesundheitseinrichtungen zugänglich.

Zu Beginn des Projektes waren 6 externe Therapeuten und 7 interne Therapeuten des BTZ involviert. Aktuell sind nur noch die 7 internen Therapeuten aktiv, die abwechselnd die Bereitschaftszeiten abdecken.

Bisher wird das Angebot wenig genutzt, es gab erst 6 bis 8 Anfragen insgesamt.

Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass zahlreiche Einrichtungen über hausinterne Strukturen zur psychologischen Betreuung ihrer Mitarbeiter verfügen.

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