Artikel & Pressemitteilungen / Corona / Pressemitteilungen

Stoffmasken für jeden DG-Bürger


Bisher wirkte das Tragen von Mundschutzmasken durch vornehmlich asiatischen Touristen im öffentlichen Raum Europas eher befremdlich. Inzwischen könnte dieses Bild auch in unseren Breitengraden zum Alltag werden. Mehrere Bundesländer in Deutschland und andere europäische Staaten haben eine allgemeine Maskenpflicht bzw. eine diesbezügliche Empfehlung abgegeben. Bisher rieten Virologen in Belgien davon ab. Zumindest befanden sie das Tragen einer Maske nicht als notwendig und richteten sich nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Doch auch hier hat sich die Botschaft inzwischen verändert. Was während der Ausgangssperre aufgrund der Reduzierung der sozialen Kontakte nicht notwendig war, wurde durch die Premierministerin, Sophie Wilmès (MR), anlässlich der Pressekonferenz des Krisenzentrums vergangene Woche für die Lockerung der Ausgangssperre empfohlen.

Damit ist klar: Vorerst wird es für die Bevölkerung in Belgien keine Maskenpflicht geben, aber empfohlen wird das Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum zur Unterstützung der Social Distancing Regeln. „Das wird allerdings nicht die Hygiene- und Verhaltensregeln ersetzen können“, so Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) der für die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft seit geraumer Zeit an der Beschaffung von Stoffmasken für die Bevölkerung arbeitet.

„Es war mir klar, dass es mit Blick auf die Situation in anderen Ländern nur eine Frage der Zeit sein würde, bis die Diskussion auch hier an Fahrt aufnimmt. Deswegen hat sich die Regierung relativ früh darauf verständigt, das Projekt „Ausstattung der Ostbelgier mit Stoffmasken“ vorzubereiten. Dass eigentlich der Föderalstaat hier zuständig wäre, ist uns bewusst. Aber man darf den logistischen Aufwand nicht unterschätzen, um ausreichend Material für 11 Millionen Bürger zu organisieren. Aktuell stellt nämlich die Beschaffung von professionellem Schutzmaterial für die Gesundheitsdienstleister den Föderalstaat immer noch vor eine Herausforderung. Und das ist angesichts der knallharten Bedingungen des Marktes absolut verständlich.“

Das Stichwort „ausreichend“ spielt für die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine wesentliche Rolle. „Man möchte der Bevölkerung zwar eine Starthilfe geben, um der Empfehlung im Laufe des Monats Mai folgen zu können, aber es sollten schon 2 bis 3 Masken pro Bewohner werden. Im Idealfall wird jeder Ostbelgier mit Wohnsitz in der DG eine Maske tragen können und eine weitere Maske zum Wechseln in der Tasche haben, während die dritte an der Wäscheleine zum Trocknen hängt. Um dieses Ziel erreichen zu können, haben wir bei der Firma Rom und bei Polytex mehr als 260.000 Stoffmasken bestellt, die wiederverwertbar sind. Beide Produkte sind von einer sehr guten Qualität und nachhaltig.“

Die Maske, die vom Eupener Unternehmen ROM eigens im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft hergestellt wird, wurde nach dem Modell eines Löwener Uniprofessors entwickelt. Es besteht die Möglichkeit, einen zusätzlichen Filter einzubauen. Das kann ein einfacher Kaffeefilter sein, ein Stück Küchenrolle oder ein ähnliches Material. Außerdem erfüllt sie die französischen Normen, die der Gesundheitsminister als Orientierung vorgegeben hat. Die Maske von der Firma Polytex wird von einem ausländischen Hersteller importiert. Die eingebaute Nanosilbertechnologie bietet ebenfalls einen sehr starken Schutz. „Für den alltäglichen Gebrauch sind beide Produkte sehr sicher. Der Schutz dient aber weniger der eigenen Person, sondern vielmehr unseren Mitmenschen. Außerdem wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Während chirurgische Masken für gewöhnlich ein Wegwerfprodukt sind, kann man diese Stoffmasken bei 60 Grad waschen und mehrfach verwenden. Somit vermeidet man große Ankäufe von chirurgischen Masken. Masken, die übrigens bei den Gesundheitsdienstleistern am Ende fehlen könnten, wenn zu viele Menschen sie für den privaten Gebrauch erwerben würden.“

Ende April, Anfang Mai werden die Stoffmasken in Ostbelgien vorrätig sein. Für die Verteilung möchte die Regierung mit den neun deutschsprachigen Gemeinden zusammenarbeiten. „Die Gemeinden sind als die bürgernächste Ebene der ideale Partner für die Realisierung dieses ambitionierten Projekts“, so Antoniadis. „Sie verfügen über Informationen über die Zusammensetzung der ostbelgischen Haushalte und könnten auf dieser Basis die Masken an die Frau und an den Mann bringen. Hierzu beraten die Gemeinden aktuell über eine Verteilmethodik. Je nach Größe und Struktur der Gemeinde kann das unterschiedlich aussehen. Denkbar wäre eine Wahlbüro-Methodik oder eine Tür zu Tür Aktion. Das können aber die Gemeinden am besten einschätzen.“

Übrigens kann man bereits jetzt Stoffmasken online erwerben. Aber noch besser wäre es, den lokalen Markt zu unterstützen: „Die Alternative hat von uns vor einer Weile grünes Licht bekommen, die anfänglich für die Wohn- und Pflegezentren sowie die häusliche Hilfe angedachten Stoffmasken auch der Zivilbevölkerung zugänglich zu machen. Aufgrund der geringen Produktionskapazitäten mussten wir aber für die Ausstattung der Gesamtbevölkerung auf größere Hersteller und Händler zurückgreifen.“

Für weitere Informationen


Pressereferentin
Jennifer Nyssen
Tel: +32 (0)87/59 64 92
E-Mail: jennifer.nyssen@dgov.be

1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Antoniadis,

    wir möchten Sie für Ihre Initiative loben.

    Wir als Eupener Einzelhändler sind uns der schwierigen Lage sehr wohl bewusst und verspüren das Verlangen der Kunden sich und die Mitmenschen mit einer Mund-Nasen-Maske zu schützen.

    Daher haben wir auch unsere Stickmaschinen für die Produktion von Masken neu programmiert und diese in unser Sortiment und unseren Shop aufgenommen (https://shop.chic-belgique.be/product-category/corona-specials/mund-nasen-maske/).

    Nun ist uns auch Ihre Aktion ins Auge gesprungen, da wir als letzte Neuerung Masken mit verschiedenen Passformen insbesondere für Kinder von 6, 8, 10 und 12 Jahren entwickelt haben.

    Die richtige Größe ist für den Schutz und auch für den Tragekomfort entscheidend. Dies ist bei den handelsüblichen Masken für Erwachsene jedoch oft nicht der Fall und sie sind den Jüngsten unter uns einfach zu groß!

    Hinzu kommt noch, dass die Masken nicht unbedingt immer sehr modisch sind. Wir als Textildruckfachgeschäft können die Masken durch einen individuellen Aufdruck attraktiver gestalten.

    Gerne würden wir als Unternehmen in der DG für die jungen Mitbürger in der DG Mund-Nasen-Masken produzieren und Ihnen für Ihre Aktion anbieten. (Einzelheiten und Beispiele dazu im Anhang dieser Email).

    Es würde uns sehr freuen, wenn Ihnen unser Angebot zusagt und Sie sich bald dazu melden. Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Arbeitstag und freuen uns auf Ihren Anruf.

    Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

    Mit freundlichen Grüßen

    Petra Erasmi

    Chic Belgique

    Paveestraße 24
    4700 Eupen

    Tel.0032-87-55 73 31
    mail@chic-belgique.be
    http://www.chic-belgique.be
    http://www.shop.chic-belgique.be

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard