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Pflege- und Adoptiveltern gesucht!


Pflege- und Adoptivvater Professor Huber fesselt Publikum mit lebhafter und natürlicher Erzählweise

Pflege- und Adoptiveltern gesucht!

Fachtagung Pflegefamilien (309.5 KiB)

Wenn die leiblichen Eltern eines Kindes aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr für ihr Kind sorgen können, bedarf es der Hilfe und Fürsorge von Pflege- und Adoptiveltern. Um verstärkt auf diese wichtige Berufung aufmerksam zu machen und einen regelmäßigen Austausch diverser Akteure zu fördern, findet alle 2 Jahre eine Fachtagung des Pflegefamiliendienstes statt.

In diesem Jahr war die zweitägige Fachtagung im Europasaal des Ministeriums in 3 gegliedert: Im ersten Teil kamen verschiedene Akteure der Sozialdienste und der Jugendhilfe aus der DG und Deutschland zusammen. Zum zweiten Teil waren Jugendrichter, die Staatsanwaltschaft Eupen und die Rechtsanwälte aus der DG eingeladen. Und der dritte Teil stand ganz im Zeichen der Pflege- und Adoptivfamilien. Im Mittelpunkt standen die  Besuchskontakte und die Rückführung von Pflegekindern in ihre Ursprungsfamilie sowie die Bindungsentwicklung zwischen Kind und Pflegefamilie. Neben Familienminister Antonios Antoniadis fanden insgesamt rund 150 Leute ihren Weg in den Europasaal des Ministeriums.

Professor August Huber, Dozent an der Hochschule für Sozialwesen in Esslingen und an der Pflegeelternschule Baden-Württemberg, trat an beiden Tagen als Gastreferent auf. Der Stuttgarter erklärte unter anderem die Entwicklung von Bindungsverhalten in den verschiedenen Lebens- und Entwicklungsphasen der Kinder. Er machte dabei einen Unterschied zwischen Kindern, die in sogenannten „wohlbehüteten“ Familien aufwachsen und Pflegekindern. Somit konnte er den Bogen schlagen und auf besondere Bedürfnisse der Kinder hinweisen. Er hat die Bindungstheorie gut verständlich dargestellt und mit dem Bild des Nestbaus verglichen. Nahrung, Schlaf, Körperkontakt, Hygiene, Sicherheit und  Grenzen sind wichtige Grundvoraussetzungen. Sind diese erfüllt, kann ein Kind sich positiv entfalten und im späteren Verlauf seines Lebens eine selbstbewusste und autonome Persönlichkeit entwickeln.

Durch seine interaktive Art gelang es Professor Huber, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und eine unmittelbare Verbindung herzustellen. Als langjähriger Pflege-und Adoptivvater sowie Vater zweier leiblicher Kinder hatte er zudem zahlreiche Beispiele aus seinem eigenen Familienalltag zu berichten. Einzelne Fachleute waren froh, keinen Fachvortrag gehört zu haben. Anwälte und der Jugendrichter waren froh, keinen juristischen Vortrag gehört zu haben und auch die Eltern fühlten  sich verstanden. Die Veranstaltung war ein ausgezeichneter Impuls für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Fachdiensten, der Justiz und den Rechtsanwälten.

„Pflege- und Adoptiveltern zu sein, verlangt einem Menschen einiges ab: Mut, Ausdauer, Geduld, Widerstandsfähigkeit. Leider gibt es noch zu wenig Pflege- und Adoptiveltern. Es muss also unser Ziel sein, verstärkt auf diese wichtige Berufung aufmerksam zu machen. Die Regierung wird unter anderem Sensibilisierungsmaßnahmen ins Auge fassen, um für den Dienst der Pflegeeltern zu werben“, sagte Antoniadis in seiner Begrüßungsansprache.

Die nächste Fachtagung findet im Jahr 2016 statt. 2015 sind zwei halbe Tage als Angebot für die Pflege- und Adoptiveltern geplant .

Für weitere Informationen


Pressereferent
Frederik Thelen
Tel: +32 (0)87/59 64 92
E-Mail: frederik.thelen@dgov.be

Geschlossen.

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