Parlament

Kinderarmut


Es gilt das gesprochene Wort!

06.11.2019

48 Frage und Antwort zur Kinderarmut

1) Der WSR erarbeitet aktuell in Zusammenarbeit mit der Regierung einen Armutsbericht, dessen erster Teil voraussichtlich im Dezember 2019 erscheint. In diesem werden Indikatoren zur Armut analysiert und ausgewertet. Für die Kinderarmut ist der Indikator relevant, wie viele Kinder in einem Haushalt ohne Arbeitseinkünfte leben. In der Wallonischen Region beträgt dieser Prozentsatz 12,6%, in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 8,0%.

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft liegt dieser Wert sowohl unter dem EU-Wert von 9,4%, als auch unter dem nationalen Wert von 11,8% (1). Dennoch müssen wir weiterhin an der Beseitigung der Kinderarmut arbeiten.

Generell sind die Statistiken mit Blick auf die Armut nicht zielgruppenspezifisch. Dazu bedarf es tiefgreifender Untersuchungen. Dies erfolgt derzeit zum Thema Seniorenarmut in Ostbelgien. Dabei handelt es sich um eine Analyse, die der WSR durchführt.

In Zukunft kann darüber nachgedacht werden, das Thema Kinderarmut in Ostbelgien in diesem Rahmen näher zu untersuchen.

2) Bezüglich der Bekämpfung der Kinderarmut in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind
zahlreiche Organisationen involviert.

Kaleido ist eine Organisation, die sich für die Chancengleichheit aller Kinder für Bildung, Gesundheit und ein gutes, soziales Leben einsetzt und bedürftigen Familien finanziell unter die Arme greift. Dazu zählen auch kostenlose Gesundheitsuntersuchungen.

Bei den zu bearbeitenden Hilfsanfragen der Jugendhilfe handelt es sich meist um eine Kombination von Problemen. Ein wichtiger Arbeitsbereich in der Jugendhilfe betrifft die seelische und die körperliche Vernachlässigung.

Die ÖSHZ in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bieten ebenfalls verschiedene Maßnahmen an: der Entwicklung des Kindes zuträgliche Aus- und Weiterbildungen der Eltern, Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen der schulischen Unterstützung des Kindes, eine psychologische Unterstützung des Kindes oder der Eltern, die paramedizinische Unterstützung des Kindes, den Ankauf von pädagogisch wertvollem Werkzeug bzw. Spielzeug sowie den Ankauf eines Schulbusabonnements. (2)

Auch die Sozialen Treffpunkte sind in dem Bereich tätig.

Was die Maßnahmen anbelangt, so könnten wir davon ausgehen, dass jede Dienstleistung der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder jede Dienstleistung, die von der DG bezuschusst wird, zur Armutsbeseitigung beiträgt.

Einzelne Maßnahmen zu nennen, erachte ich daher als schwierig. Aber hervorheben möchte ich trotzdem die Kinderbetreuung, das DG-Kindergeld, das laut KU Löwen das Kinderarmutsrisiko um 1,86% senken kann oder die Bildung. Laut Ergebnisse der PISAStudie spielt die soziale Herkunft in Ostbelgien eine geringere Rolle bei den Bildungschancen als in anderen Ländern. Das ist auch gut so. Denn gute Bildung ist eine gute Präventionsmaßnahme gegen Armut.

Im REKIII beschäftigen wir uns auch mit dem Thema Armut. Eine Reihe von Projekten verfolgen direkt oder indirekt das Ziel der Armutsvermeidung.

Neben dem eingangs erwähnten Armutsbericht wird im Rahmen des REKIII-Projekts „Gemeinsam gegen Armut“ ein Armutsstrategieplan erarbeitet.

(1) https://www.grenzecho.net/13012/artikel/2019-04-29/jedes-neunte-belgische-kind-hat-arbeitslose-eltern
(2) http://www.oshz-raeren.be/dienstleistungen/sozio-kultureller-fonds/

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