Reden / Reden & Parlament

Viel bewegt! >> Aber es gibt noch viel zu tun!


Rede Wahlkampfveranstaltung (209.5 KiB)

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

liebe Freunde und Unterstützer,

meine Damen und Herren,

es wäre schön, wenn ein Tag mehr Stunden und eine Woche mehr Tage hätte.

Es wäre schön, wenn wir für jedes Problem die passende Lösung hätten.

Es wäre schön, wenn wir einfach mal mit dem Erreichten zufriedengeben sein könnten. Denn wir haben viel bewegt in den letzten Jahren! Wir haben nicht nur gesagt, wir haben getan!

Der Sozialbereich hat in dieser Legislaturperiode unter meiner Verantwortung und mit der Unterstützung der SP-Fraktion die größte Budgeterhöhung erfahren.

16% mehr Mittel haben wir in den letzten vier Jahren in unsere Familien, die Gesundheit und für ein selbstbestimmtes Leben investiert.

16%! Das gab es in der Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft noch nie zuvor. Ich finde hier dürfen wir uns bei aller Bescheidenheit auch mal selbst auf die Schulter klopfen.

Hinzu kommen mehr als 30 Millionen für die Infrastruktur und Ausstattung der Krankenhäuser, Kinderkrippen, Wohn- und Pflegezentren für Senioren und Tagesstätten.

Wir unterstützen unsere Familien aus Überzeugung. Dafür brauchen wir nicht in jedem Satz das Wort Familie zu erwähnen.

Seit 2014 haben wir über 100% mehr Mittel in die Kinderbetreuung investiert.

Wir haben 72 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen. Vor Kurzem habe ich in der Kinderkrippe in Hergenrath den Schlüssel übergeben. Wir haben zwei Tagesmütterhäuser anerkannt. 4 neue Standorte für die außerschulische Betreuung haben wir eingerichtet und die Ferienbetreuung ausgebaut.

Wir haben ein höheres und vor allem gerechteres Kindergeld für die Familien ermöglicht.

Wir fördern ein Selbstbestimmtes Leben. Damit die Menschen so lange wie möglich im vertrauten Umfeld bleiben können.

Wir haben die Mittel für die häusliche Hilfe um 40% erhöht.

Wir haben mehr Mittel für die Wohn- und Pflegezentren vorgesehen, als wir vom Föderalstaat bekommen haben.

Wir haben in Bütgenbach und Kelmis die Heimplätze ausgebaut. Wir haben 111 Plätze für Senioren mehr als vor meinem Amtsantritt.

Wir haben vor wenigen Tagen den Grundstein für eine bessere Bezahlung der Pflege gelegt. Das war eine Herzensangelegenheit.

Pflege muss sich in Ostbelgien noch mehr lohnen und dafür haben wir gesorgt!

Zuvor haben wir bereits bewiesen, dass uns die wertvolle Leistung und Arbeit der Tagesmütter, Kinderbetreuer und Familienhelfer auch eine finanzielle Erhöhung wert war.

Wir legen viel Wert auf eine gute Gesundheit und Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger.

Wir haben unsere beiden Krankenhausstandorte gestärkt, einen zweiten Kernspintomografen für die DG ausgehandelt und nach Eupen gebracht.

Wir haben ein Gesundheitsförderungskonzept und eine Gesundheitsplanung erstellt.

Auch an der Ausarbeitung der Ostbelgien-Regelung waren wir beteiligt, ohne dafür zuständig zu sein.

Wir waren in dieser Legislaturperiode für mehr als 80% der 6. Staatsreform zuständig! Wir mussten mit dem Kindergeld, der Seniorenpflege, der Gesundheit und dem Justizhaus neue Zuständigkeiten übernehmen und einen Mehrwert für die Menschen schaffen. Das ist uns ohne Pannen gelungen!

Ihr seht, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Freunde, wir haben viel bewegt! Wir haben viel erreicht. Aber ist das genug? Nein! Ich finde nicht. Ich habe noch Großes vor. Ich will mehr! Dafür brauche ich euch alle!

Ich möchte auf dem Geleisteten aufbauen. Die Lebensbedingungen der Menschen verbessern, wichtige Projekte zu Ende führen und manchmal auch neue Wege beschreiten.

Bildung

Die Schule bereitet kommende Generationen auf die Herausforderungen des Lebens vor. Schulen müssen viel leisten. Neben einem breiten Allgemeinwissen sind auch gute Sprachkenntnisse und die Fähigkeit, Informationen zu finden und einordnen zu können, immer wichtiger.

Gut ausgebildete Lehrkräfte und ein Unterricht auf der Höhe der Zeit sind entscheidend dafür, dass sich unsere Kinder und Kindeskinder in der Welt von Morgen zurechtfinden werden.

Wir wollen die Schulen und Lehrkräfte unterstützen. Die Mehrsprachigkeit ist einer unserer großen Trümpfe. Das muss auch in Zukunft so bleiben. Außerdem ist es an der Zeit, dass die Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Kinder sollten nur noch das Zuhause machen müssen, was auch wirklich erforderlich ist. Das entlastet auch die Familien.

Den angehenden Studenten und den Studierenden möchten wir mehr unter die Arme greifen. Finanzielle Gründe sollen kein Hindernis für einen Hochschul- oder Uniabschluss sein. Wir möchten das System der Studienbeihilfen verbessern und auch besondere Studentenprojekte fördern und unterstützen.

 

Familie

Wo wir beim Thema sind. Wir müssen nicht in jedem Satz das Wort Familie sagen, um uns für unsere Familien in Ostbelgien einzusetzen. Das tun wir schon seit vielen Jahren und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Wir möchten eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – oder wie es auf Neudeutsch heißt – eine bessere Work-Life Balance ermöglichen.

Wir wollen die Kinderbetreuung weiter ausbauen, damit jedes Kind, das einen Betreuungsplatz braucht, einen bekommt.

Darüber hinaus werden wir uns beim Föderalstaat dafür einsetzen, dass Eltern, die mehr Zeit für ihre Familie brauchen, diese auch bekommen und dafür vernünftig mit einem Elterngeld unterstützt werden und dass ihre wertvolle Arbeit als pflegender Angehöriger auch eine Anerkennung mit Blick auf die Rente erfährt.

Die Menschen wünschen sich gesunden und vor allem bezahlbaren Wohnraum. Hier versprechen wir uns durch die Übertragung der Zuständigkeit Raumordnung deutlich mehr Handlungsspielräume. Wir möchten einfachere und transparentere Vergabekriterien von Baugenehmigungen.

Selbstbestimmung (Pflege und Gesundheit)

Der Mensch steht im Mittelpunkt. Das hört man dieser Tage recht häufig. Wir glauben an den Grundsatz des selbstbestimmten Lebens für jeden.

Wir möchten, dass die Menschen glücklich alt werden und so lange wie möglich im vertrauten Umfeld bleiben können. Dass wünschen sich die meisten Menschen von ganzem Herzen.

Wir helfen ihnen dabei, diesen Wunsch zur erfüllen. In Zukunft möchten wir die häusliche Hilfe weiter aus- und alternative Wohnformen aufbauen. Wir möchten ein Pflegegeld einführen, ohne dabei die Bürger zusätzlich zur Kasse zu bitten, wie es die CSP mit einer Pflegeversicherung machen möchte.

Wir wollen mit der Ansiedlung des Wohn- und Pflegezentrums in St. Vith die Plätze weiter ausbauen, damit jeder Senior, der einen Pflegeplatz braucht, ihn auch bekommt.

Wir alle kennen die Weisheit Arthur Schopenhauers: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

In Zukunft wird im Gesundheitsbereich die Vernetzung eine zentrale Rolle spielen. Hier müssen wir die nötigen Voraussetzungen schaffen. Wir brauchen ein gutes Pflegenetz, das den Patienten in die Entscheidungen zu seiner Gesundheit einbezieht und in den Mittelpunkt rückt. Vom Aufenthalt in einem Krankenhaus über einen Kurzaufenthalt in einem Wohn- und Pflegezentrum für Senioren bis hin zur Nachsorge und Betreuung beispielsweise durch eine Pflegerin daheim oder durch einen Kinésio- oder Ergotherapeuten. Jedes Rädchen greift ins nächste.

Kompetente Fachkräfte sind immer willkommen, egal woher sie kommen. Wenn Menschen jedoch krank sind, wenn es manchmal auch um ihr Leben geht, dann möchten sie in der Lage sein, mitzureden und zu verstehen. Deshalb möchten wir für die beste medizinische Versorgung vor Ort und in deutscher Sprache kämpfen und unsere beiden Krankenhausstandorte weiterhin stärken.

Beschäftigung:

Nie gab es in Ostbelgien so viele Beschäftigte. Und dennoch sind wir in einigen Berufsfeldern auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Der viel zitierte Fachkräftemangel ist eine Herausforderung, nicht nur in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Wir haben Lösungen und Ideen. Wir möchten Lehrberufe weiter fördern, denn gutes Handwerk ist nämlich unbezahlbar und wird immer gefragt sein – daran wird auch die Digitalisierung nichts ändern.

Ich sage es schon seit geraumer Zeit. Wir brauchen nicht nur Master, sondern auch Meister. Wir haben massiv in die duale Ausbildung und somit in das Handwerk investiert. Das möchten wir auch weiterhin tun, denn in Zukunft wird es noch mehr auf die Aus- und Weiterbildung der Menschen ankommen. Das lebenslange Lernen wird besonders in der digitalisierten Arbeitswelt wichtig sein. Wir wissen, dass fast jeder 4. Beruf in Ostbelgien durch die Digitalisierung bedroht ist. Aber es wird auch neue Berufsfelder und Möglichkeiten geben. Dennoch müssen wir die Menschen fit für die digitale Zukunft machen.

Ich sprach eben vom Fachkräftemangel. Wir sind auch auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Eine gelungene berufliche Integration von Migranten kann hier helfen. Durch den Integrationsparcours können sie in der Gesellschaft Fuß fassen und sich in Alltagssituationen verständigen. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu gehen. Das können wir mit einem IntegrationsparcoursPlus für Beschäftigung und Ausbildung schaffen.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

liebe Freunde und Unterstützer,

meine Damen und Herren,

die Wahlen werden bekanntermaßen in den letzten beiden Wochen entschieden.

Wir haben bisher einen langen Atem gehabt und großartige Arbeit geleistet.

Wir haben viel bewegt!  Aber es gibt noch einiges zu tun in den kommenden Jahren.

Wir können aber nur anpacken und die Zukunft gestalten, wenn die Menschen uns durch ihre Stimme ihr Vertrauen schenken! Das ist unser großes und einziges Ziel.

Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken und zusammenhalten. Wir brauchen die Leidenschaft und das Engagement eines Jeden und einer Jeden! Der Wahlkampf ist noch nicht zu Ende – unsere Kräfte aber auch noch nicht, oder?

Wir haben die größte Erfahrung, die besten Ideen, die klügsten Köpfe und die schönsten Plakate. Aber wir dürfen nicht glauben, dass das reicht. Wir brauchen einen unbändigen Willen, wenn wir an die Spitze wollen.

Es ist noch eine Woche bis zum Wahltag. 7 Tage. Lasst uns jeden dieser Tage zu unserem Tag machen.

Lasst uns den Menschen zeigen, dass wir uns für sie interessieren und einsetzen werden.

Lasst uns den Ostbelgiern zeigen, dass ein gutes Leben für jeden nur mit der SP möglich ist.

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