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Integrierten Gesundheitsversorgung


Es gilt das gesprochene Wort!

10.04.2019

03 Frage Und Antwort Integrierte Gesundheitsversorgung (299.4 KiB)

Mit dem Thema „integrierte Gesundheit“ haben wir uns bereits vielfach im Ausschuss IV beschäftigt und es wurden in diesem Rahmen auch gewisse Tendenzen und Entwicklungen in unseren Krankenhäusern besprochen.

Auf Ihre Frage, ob es in den Krankenhäusern von Eupen und Sankt Vith eine, wie im Inland, sogenannte Fehlbelegung der Betten gibt, kann ich nicht gänzlich antworten. Dem Fachbereich Gesundheit und Senioren liegen unterschiedliche Daten betreffend die Auslastung der verschiedenen Dienste vor. Informationen dazu, in welchem Maße Akutbetten durch chronische Patienten oder Langzeitpatienten belegt werden, liegen jedoch nicht vor. Eine solche Aussage zu treffen, stelle ich mir auch durchaus schwierig vor, da es immer von der Einschätzung des betreuenden Arztes und der Pflegebedürftigkeit des Patienten abhängt, inwieweit ein „nach Hause gehen“ möglich ist oder nicht. Dies kann je nach Klienten und Pathologie sehr unterschiedlich sein.

Aber ganz unabhängig von dieser Feststellung und den nicht klar definierten Zahlen der Belegung kann ich den Aufbau von vor- und nachgeschalteten Strukturen unterstützen, um eine integrierte Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Diesbezüglich haben wir unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um eine integrierte Gesundheitsversorgung in Ostbelgien zu ermöglichen.

Ich denke da an das Projekt das Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben mit mehreren Kooperationspartnern aus der DG ausgearbeitet hatte, das aber letztlich vom Föderalstaat nicht genehmigt wurde.

Des Weiteren erinnere ich an die Gesundheitsplanung, die von Antares im Auftrag der Regierung erstellt wurde. Darin wurden die verschiedenen Bereiche identifiziert, die in Ostbelgien noch ausgebaut werden können. Für einige dieser Bereiche ist die Deutschsprachige Gemeinschaft direkt zuständig. Für andere – wie zum Beispiel die Einrichtung einer Geriatrie in St. Vith – ist der Föderalstaat zuständig.

Dort, wo wir nicht zuständig sind, versuchen wir, Alternativen aufzubauen. Auch hier ermöglicht zum Beispiel das bereits in der Antwort auf die Frage von Herr Nelles genannte Dekret über die Angebote für Senioren und Personen mit Unterstützungsbedarf sowie über die Palliativpflege (kurz: Seniorendekret), den Krankenhäusern bereits jetzt Pilotprojekte in den Bereichen „Kurzaufenthalte mit Schwerpunkt auf Rehabilitation“ und „Tagespflege mit Schwerpunkt auf Rehabilitation“ zu starten. Auf diese Weise kann zumindest bereits ein Teil der Problematik bearbeiten werden.

Ungeachtet dieser Situation hat die Deutschsprachige Gemeinschaft einen effektiven und bekannten Bedarf an Geriatrie-, SP-Reha und SP-Palliativ Betten. Hier verweise ich auf die erste Frage der heutigen Regierungskontrolle, um mich nicht wiederholen zu müssen. Auch im Bereich der Psychiatrie kommt es in den bestehenden Strukturen oft zu Engpässen.

Hier hat die Deutschsprachige Gemeinschaft derzeit noch kein langzeit-stationäres Angebot, das auch als „T-Betten“ bekannt ist. Diese Situation ist, anders als in den anderen Landesteilen, erneut eine besondere für Ostbelgien.

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