Parlament / Reden & Parlament

Masernprävention in der Deutschsprachigen Gemeinschaft


Es gilt das gesprochene Wort!

13.03.2019

05 Frage Und Antwort Masernprävention (376.0 KiB)

Es stimmt, dass die Zahl der Infizierten in Europa zugenommen hat. Für eine Erkrankung, die fast als ausgestorben galt, sind die Zahlen beunruhigend.

Die Hauptursache für die Zunahme der Infizierten liegt in der Unterbrechung der Gesundheitsversorgung in Folge von bewaffneten Konflikten, so zum Beispiel in der Ukraine.

Ein weiterer Grund liegt in der Impfskepsis, die durch zweifelhafte Information und Verunsicherung der Bevölkerung entsteht.

In Ostbelgien gibt es bisher 12 gemeldete Maserninfektionen, die allesamt in der Eifel zu lokalisieren sind. Die Personen sind zwischen 1,5 und 30 Jahre alt.

Es handelt sich um zwei Familien und eine Einzelperson.

Alle 12 Personen waren nicht geimpft.

Zum Vergleich: In 2017 gab es zwei bestätigte Fälle. 2018 gab es einen Infizierten.

Um eine Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden, arbeiten das Ministerium, Kaleido und die Informationsstelle für meldepflichtige Krankheiten der wallonischen Region eng mit den Ärzten und den Krankenhäusern zusammen.

Auch gibt es einen Kontakt zu den Behörden der Städteregion Aachen, da die Personen Verbindungen nach Deutschland hatten.

Neben einer allgemeinen Information an die Bevölkerung, die nach Bekanntgabe der Infektionsfälle bisher zwei Mal über die Medien und online stattfand, wurden alle Organisationen, Einrichtungen oder Personen kontaktiert, die mit den Personen in Verbindung standen. Sie erhielten sowohl mündlich als auch schriftlich Informationen über die zu treffenden Vorsorgemaßnahmen.

Allgemein findet jedes Jahr eine Impfkampagne statt. Wir haben außerdem mehrfach die Ärzte informiert. Kaleido bietet darüber hinaus eine entsprechende Information und Beratung an.

2019 werden wir uns erneut an der europäischen Impfwoche beteiligen.

Gegenwärtig werden neue Impfpässe entworfen. Das wird zur einer weiteren Information führen.

Außerdem wird in den nächsten Monaten ein Online-Impfcheck eingeführt werden.

Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 21 Tage. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass weitere Fälle gemeldet werden.

Deshalb befinden wir uns bis Ende März in Alarmbereitschaft.

Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit und keine harmlose Kinderkrankheit.

Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, sich vor einer Infektion zu schützen. Alle Bürger sind daher angehalten ihren Impfschutz zu überprüfen und sich gegebenenfalls impfen zu lassen.

Die Krankheit macht sich bemerkbar durch grippeähnliche Symptome, Husten, Hautausschlag oder Bindehaut- bzw. Nasenschleimhautentzündung.

Es ist nicht auszuschließen, dass eine Lungen- oder Hirnhautentzündung mit bleibenden Schäden bis hin zum Tod eintreten kann.

Sollte jemand die erwähnten Symptome aufweisen, dann soll er auf einen Besuch des Hausarztes bestehen und nicht eine Arztpraxis oder eine Klinik aufsuchen.

Zu Ihrer letzten Frage weise ich darauf hin, dass die DG keine Impfpflicht einführen darf. Es gibt in Belgien eine Impfpflicht zum Schutz vor Kinderlähmung.

Wir haben in den letzten fünf Jahren die Sensibilisierung zum Thema Impfen intensiviert. Ich denke, dass wir in den nächsten Monaten weitere Maßnahmen ergreifen werden.

Es gilt unter anderem die Datenlage über die Impfdichte zu verbessern.

Sollte die Zahl der Infizierten ansteigen oder aber die verbesserte Datenlage zum Ergebnis führen, dass die Impfdichte nicht ausreichend ist, könnte ich mir vorstellen, dass ein Impfnachweis für den Zugang zu den Kinderbetreuungsangeboten erforderlich werden könnte.

Der Schwerpunkt liegt aber vorerst bei der Information.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Tags: ,
Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard