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Radon-Werte in Ostbelgien und deren Ermittlung


Es gilt das gesprochene Wort!

07.11.2018

01 Frage Und Antwort Radon-Werte (361.8 KiB)

Der betreffende Leserbriefschreiber lobt die Initiative der Regierung und fragt lediglich nach, was die Gesundheitsminister von 1996 bis 2014 in diesem Bereich unternommen haben.

 

Hierzu verweise ich auf meine Antwort vom 17. Januar 2018 zu der von Ihnen genannten Interpellation. Dort bin ich unter anderem auf Anstrengungen meiner Vorgänger eingegangen.

Ich denke, dass es viel wichtiger ist, nach vorne zu schauen und nicht in der Vergangenheit zu schwelgen.

Die Thematik Radon[1] ist eindeutig föderale Materie.

Da die DG aber für die Prävention zuständig ist und Radon in den meisten Gemeinden stark vorhanden ist, sehe ich es als unsere Pflicht an, die Information an die Bevölkerung zu diesem Thema in Zusammenarbeit mit der Föderalagentur für Nuklearkontrolle kurz „FANK“ zu verbessern.

  • Aus diesem Grund haben wir mit der FANK vereinbart, dass sämtliches Informationsmaterial einschließlich der Website zu diesem Thema in deutscher Sprache erhältlich ist. Alle Information werden von der FANK kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Die Regierung hat alle 9 Gemeinden mündlich und schriftlich aufgefordert, an der Informationskampagne teilzunehmen.
  • Gemeinsam mit der FANK haben wir erstmals eine Pressekonferenz organisiert, bei der ein Vertreter der FANK die anwesenden Medien ausführlich über die Risiken von Radon informiert hat, den Ablauf eines Radon-Test erläutert hat und Tipps zur Prävention vorgestellt hat.
  • Am heutigen Radon-Tag habe ich außerdem ein entsprechendes Erklärvideo zu dem Thema veröffentlicht.

Ich denke, dass wir noch weiter gehen sollten, als nur zu sensibilisieren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Regierung die Kosten für die Radonmessungen in Privathaushalten für die Dauer der Radon-Kampagne übernehmen könnte.

Nun zu Ihrer 2. Frage: Wie Sie wissen, müssen an öffentlich zugänglichen Gebäude oder an Arbeitsplätzen in Gebieten der Klasse 2[2] (betrifft alle Gemeinden in der DG mit Ausnahme von Lontzen und Kelmis) mindestens alle 10 Jahre Messungen stattfinden.

Für diese Messungen ist der Träger bzw. der Arbeitgeber zuständig.

In den ostbelgischen Gemeinschaftsschulen und an der AHS wurden zwischen Februar und Mai dieses Jahres Messungen vorgenommen.

In den Schulen im Norden der DG waren die Werte besser als im Süden.

Bei drei Schulen wurden Werte festgestellt, die über dem Referenzwert liegen.

Ursprünglich sollte im vergangenen Monat eine weitere Kontrollmessung stattfinden. Da der Oktober jedoch recht mild war, eignete sich der Monat nicht gut für die neue Messung, sodass wir die kommenden Heizmonate abwarten.

Dies ist die übliche Vorgehensweise.

Sollten sich die Werte bestätigen, wird die Regierung gemeinsam mit der FANK und den betroffenen Schulen über die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen sprechen.

In vielen Fällen ist das in der Praxis das Einbauen einer Belüftungsanlage oder allgemein eine bessere Luftzirkulation. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen aufwändigere Sanierungsarbeiten erforderlich sind.

Und hier ist die Regierung natürlich gefragt und auch bereit, sich an den anfallenden Kosten zu beteiligen – so wie wir es ja auch in der Vergangenheit beispielsweise 2016 in Hauset getan haben, als wir fast 40.000 Euro der knapp 50.000 Euro Projektkosten übernommen haben.

Insgesamt wurden seit Beginn der Messungen bis zum heutigen Tag 1282 Radon-Messungen in der DG durchgeführt. In 17% der Fällen lag der Wert über den 300 Bq/m³. Wir sind deshalb natürlich von dieser Problematik betroffen.

Was die aktuellen Messungen anlässlich der Kampagne angeht, können wir natürlich noch keine Rückschlüsse geben. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Dezember.

Das Gerät sollte 3 Monate lang messen, um statistische Anomalien zu vermeiden. Wir werden mit der FANK gemeinsam aber am Ball bleiben und die Entwicklungen beobachten!

 

[1] Radon ist ein farb- und geruchloses Gas. Nach dem Rauchen ist es die 2. häufigste Ursache von Lungenkrebs.

[2] Klasse 2 : In mehr als 5% der Wohnungen ist ein erhöhter Radonwert festgestellt wurde.

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