Reden / Reden & Parlament

10-jähriges Jubiläum: Reha-Abteilung der Klinik Sankt Josef


Es gilt das gesprochene Wort!

13.10.2018

10 Jahre Reha (153.9 KiB)

Liebes Team der Reha-Abteilung der Klinik Sankt Josef,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

heute vor genau 58 Jahren hat der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York für Ruhe im Saal gesorgt. Er hat am Rednerpult stehend einen Schuh ausgezogen und damit mehrmals auf den Tisch gehämmert. Eben dieser Chruschtschow witzelte einst: „Politiker sind überall gleich. Sie versprechen sogar dann, eine Brücke zu bauen, wenn es gar keinen Fluss gibt.“

In den vergangenen Wochen und Tagen haben Sie wohl so manches Versprechen eines Politikers gehört. Auch ich möchte Ihnen 3 Versprechen geben und ich werde sie alle einhalten!

1- Ich werde keine Brücke bauen lassen!

2- Ich werde auch meinen Schuh nicht ausziehen und lospoltern!

3- Ich werde über alles reden, nur nicht über 10 Minuten! Diesen Satz habe ich mir von Herrn DR. Vermölen ausgeliehen, der ihn seinerseits bei Kurt Tucholsky geborgt hat!

Aber Spaß beiseite!

Liebe Anwesende, 10 Jahre Reha Sankt Vith!

Das ist ein toller Anlass, einige Stunden mit Ihnen zu verbringen. Die damalige Regierung hatte am 25. August 2008 der Reha-Abteilung Sankt Vith mit insgesamt 20 Betten erstmals die vorläufige Genehmigung erteilt. Aus einer vorläufigen Anerkennung ist seither eine definitive geworden und ein Dienst, der aus der ostbelgischen Gesundheitsversorgungslandschaft nicht mehr wegzudenken ist.

Das kompetente, multidisziplinäre Team steht denjenigen zur Seite, die nach einer Operation oder aufgrund einer chronischen Erkrankung eine besondere Unterstützung brauchen. Sie helfen ihnen dabei, die Krankheitsfolgen bestmöglich zu bewältigen und den Gesundheitszustand wieder herzustellen.

Die Arbeit der Reha-Abteilung ist eine unverzichtbare Stütze für Menschen, die einen Schlaganfall oder schweren Unfall erlitten haben. Aber auch für chronisch Kranke und Personen, die sich beispielsweise eine Knie- oder Hüftprothese haben einsetzen lassen.

Was mich persönlich jedoch besonders beeindruckt ist das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure und das Zusammenwirken mit den Patienten.

Angefangen bei den Pflegern, Ergo- und Kinesietherapeuten über die Ernährungsberater und Logopäden bis hin zu den Sozialassistenten und Psychologen – jeder trägt seinen Beitrag zur Rehabilitation der Patienten bei.

Gemeinsam mit den Patienten müssen alle Abläufe perfekt abgestimmt werden. Dabei greift ein Rädchen ins andere. Nur mit diesem ganzheitlichen Ansatz kann es funktionieren.

Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten! Denn jeder Patient ist anders. Jeder hat seinen eigenen Rhythmus und nicht jeder definiert einen Fortschritt auf die gleiche Weise und persönliche Rückschläge gehören auch dazu.

Es ist gut, dass die Ostbelgierinnen und Ostbelgier in der Reha Sankt Vith Experten finden, die sie dort abholen, wo sie stehen und mit ihnen den Weg zur Rehabilitation gemeinsam gehen. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten: hier wird hervorragende Arbeit geleistet! Alle ziehen an einem Strang und sind immer bereit, dazu zu lernen und mit der Entwicklung der Gesellschaft Schritt zu halten .

Was alle verbindet ist das gemeinsame, übergeordnete Ziel, nämlich den Patienten, den chronisch Kranken, den Unfallopfern die Möglichkeit zu bieten, wieder ihre Selbstbestimmung zu finden.

„Ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben für Jeden“. Dieses ehrgeizige Ziel verfolgt auch die Regierung in allen Bereichen. Als Sozialminister sehe ich mich hier besonders in der Verantwortung!

Wir wissen, dass die meisten Menschen so lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden und in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben möchten. Diesen Wunsch möchten wir unseren Bürgern erfüllen oder ihnen zumindest so gut es geht dabei helfen!

Dabei leitet uns der Grundsatz ambulant vor stationär. Wir haben in den vergangenen Jahr viel getan und investiert, um beispielsweise die häusliche Hilfe auszubauen. Wir werden verstärkt die alternativen und intergenerationelle Wohnformen fördern und neue Wege gehen. Wir möchten den Pflegeberuf attraktiver gestalten. Denn pflegen muss sich noch mehr lohnen! Deshalb arbeitet die Regierung an einer besseren Bezahlung für den gesamten Pflegebereich.

Selbstverständlich werden wir auch die Plätze in unseren Alten- und Pflegewohnheimen ausbauen und am Bedarf orientieren. Erst kürzlich haben wir in Bütgenbach die Neueröffnung von 49 Plätzen hinzugekommen und ich denke, dass nun Sankt Vith als nächstes an der Reihe ist!

Wir haben viel getan, aber wir haben noch viel zu tun. Der demografische Wandel macht die Sache sicher nicht einfacher. Die Menschen werden immer älter, leben länger und allgemein auch gesünder. Die Zahl der chronisch Kranken, vor allem der Menschen mit Demenz, wird dadurch jedoch auch zunehmen und mit ihnen der Bedarf an Pflege. Auch im Bereich der Reha wird in Zukunft sicher ein größerer Bedarf entstehen. Das hat Dr. Vermöhlen im BRF auch angedeutet. Der Bedarf ist jetzt schon sehr groß. Vor diesem Hintergrund könnte die Klinik sich Gedanken machen, ob sie in Zukunft in diesem Bereich das Angebot erweitern möchte. Ähnliche Überlegungen könnte sicher auch das Sankt Nikolaus-Hospital anstellen, dort sind aktuell auch 20 Reha Plätze anerkannt!

In Kürze wird im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft das Seniorendekret verabschiedet, das zum 1. Januar 2019 in Kraft treten soll. Dieses Dekret läutet einen Paradigmenwechsel ein. Künftig stehen die Menschen mit Unterstützungsbedarf im Vordergrund. In diesem Dekret sehen wir bewusst die Möglichkeit für die APWH und die Krankenhäuser vor, Kurzaufenthalte mit dem Schwerpunkt der Rehabilitation anbieten zu können.

Meine Damen und Herren,

Der Blick auf meine Uhr verrät mir, dass ich langsam zum Schluss kommen sollte, um Wort zu halten! Im Namen der Regierung möchte ich Ihnen für die 10 Jahre tollen Einsatz meinen Dank aussprechen!

Abschließend möchte ich mich noch bei Herrn Krings bedanken. In seiner Funktion als Bürgermeister und Präsident des Verwaltungsrats der Klinik Sankt Josef hat auch er einen entscheidenden Anteil am Aufbau der REHA gehabt. Herr Krings, Sie können also ganz entspannt und auch mit Stolz ihrem politischen Ruhestand entgegengehen!

Auf das interessante und umfangreiche Programm bin ich schon ganz gespannt! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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