Reden / Reden & Parlament

Einweihung des MRT Gerätes: ein wahrer Meilenstein!


Es gilt das gesprochene Wort!

10.10.2018

Rede Minister Antoniadis MRT Eupen (140.4 KiB)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Sehr geehrter Herr Direktor,

sehr geehrte Vertreter der Presse, meine Damen und Herren,

heute vor genau 105 Jahren wurde der Gamboa-Damm im Panamakanal gesprengt. Dadurch wurden der Atlantik und der Pazifik miteinander verbunden. Dies war der erste wichtige Schritt für die Eröffnung eines international bedeutenden Schifffahrtswegs. Und auch wenn wir heute nichts sprengen werden, so ebnen wir doch in gewisser Weise den Weg zu einer noch besseren Gesundheitsversorgung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Herr Klinkenberg hat eben bereits das Zauberwort genannt, das ebenso gut zum Ereignis von vor 105 Jahren passt wie zur heutigen Einweihung des MRT Gerätes: ein wahrer Meilenstein!

In letzter Zeit habe ich diesen Begriff sehr oft verwendet. Ich möchte aber klarstellen, dass es sich dabei nicht um einen inflationären Gebrauch handelt, dessen sich so mancher Politiker gerne schuldig macht!

Nein, wir haben tatsächlich entscheidende Weichenstellungen vorgenommen für unsere Zukunft in Ostbelgien. In mehreren Bereichen!

Die Eröffnung des Gebäude Z hier im Sankt Nikolaus-Hospital oder die Einweihung des Erweiterungsbaus vom Hof Bütgenbach vor wenigen Wochen sind nur die jüngsten einer Reihe guter Beispiele.

Und auch heute stellen wir, wie es der eigentliche Wortursprung so will, einen 5,6 Tonnen schweren Stein auf, der in Zukunft für sehr viele ostbelgische Patienten von Bedeutung sein wird! Wir haben nun endlich 2 MRT Geräte auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Und das ist bemerkenswert und nicht selbstverständlich!

Ich habe mich im Vorfeld mit der Historie des MRT Gerätes in Ostbelgien befasst und auch damals zahlreiche Presseartikel und Kommentare gelesen. MRT – diese 3 Buchstaben haben vor mehr als einem Jahrzehnt in ganz Ostbelgien sehr viele Emotionen hervorgerufen.

Der damalige Minister Bernd Gentges musste 2007 entscheiden, ob nun in Sankt Vith oder in Eupen ein MRT in Betrieb genommen werden sollte. Die Entscheidung fiel damals zugunsten von Sankt Vith aus, was für eine regelrechte Polemik gesorgt hatte. Es folgte ein mediales Ping-Pong-Spiel gegenseitiger Schuldzuweisungen. Die Entscheidung hinterließ eine tiefe Narbe, die sogar die Zusammenarbeit der Krankenhäuser beeinflusst hat. Ich denke sogar, dass die Narbe bis zum heutigen Tag nicht verheilt ist.

Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht fällen musste. Ganz im Gegenteil, ich konnte meine ganze Energie daran setzen, mich für einen 2. Kernspintomographen für die DG einzusetzen, der nun im Eupener Krankenhaus beheimatet ist. Und wenn man bedenkt, dass Minister Gentges im Jahr 2007 noch sagte, er sei zuversichtlich, dass es bald schon einen 2. Kernspintomographen in Ostbelgien könnte, bin ich umso mehr stolz, dass es uns nun endlich gelungen ist! Das sage ich nicht nur als Gesundheitsminister, sondern mit Verlaub auch als Eupener.

Denn das wir heute den Kernspintomographen in Betrieb nehmen ist alles andere als selbstverständlich. Die Geräte sind in Belgien limitiert. Es gibt eine föderale Programmierung. Dass es für 76.000 Einwohner zwei Geräte gibt, ist der Autonomie zu verdanken. Als ich 2014 erklärte, dass ich mich dafür einsetzen würde, das zweite Gerät zu bekommen, gab es ungläubige Blicke und sogar Gelächter. Das könnten die Deutschsprachigen vergessen. Das wurde in Ostbelgien so gedacht und gesagt – nicht nur im Inland. Sogar hier im Krankenhaus gab es Ärzte, die diese Aussage belächelten. Ich kann das auch verstehen, wenn man als Insider oder Fachmann weiß, welche Hürden damit verbunden waren.

Mehrere Steine mussten wir aus dem Weg räumen, ehe wir am Ziel angelangt sind.

  1. Denn zunächst wurden in einem Vereinbarungsprotokoll vom 24. Februar 2014 die letzten MRT-Geräte verteilt. Für das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurde festgehalten, dass wir keinen neuen Kernspintomographen direkt bekommen. Flamen und Wallone waren die Gewinner. Allenfalls eine Verhandlung mit der Wallonischen Region war für uns im Spiel. Allerdings gab es bei den Wallonen ebenfalls mehrere Krankenhäuser, die Anspruch auf eines der Geräte erhoben haben – darunter übrigens auch die Klink in Malmedy. Das darf nicht verwundern. Denn nicht nur für die Gesundheit ist das Gerät wichtig. Es sichert eine Finanzierung. Es sichert den Krankenhausstandort.

Nach mehreren Verhandlungen mit meinem damaligen Amtskollegen Maxime Prévot ist es gelungen, eine Einigung zu erzielen.

  1. Der Spielball war ab da bei der föderalen Gesundheitsministerin. Auch bei ihr habe ich mehrfach für eine Abänderung des Gesetzestextes interveniert.

Am 5. April 2017 ist die angepasste Gesetzgebung im Staatsblatt veröffentlicht worden.

Doch damit war es nicht getan.

Eine 3. Hürde hat sich aufgetan. Maggie de Block hatte Ende 2016 ein Moratorium erhoben, weshalb die Anerkennung sämtlicher Dienste im Stand-by-Modus war. Hierzu gehörte auch die Anerkennung neuer MRT-Geräte. Auch hier habe ich dann zum wiederholten Mal bei der föderalen Gesundheitsministerin interveniert, um eine Aufhebung des Moratoriums über die MRT-Geräte zu erwirken.

Am 30. Juni 2017 dann der Durchbruch: das Moratorium wurde aufgehoben und die Entscheidung im Staatsblatt veröffentlicht.

Seitdem hat das Krankenhaus, wie wir eben gehört haben und wohl gleich noch sehen werden, mit Hochdruck daran gearbeitet, die personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen zu stellen! Für diesen Einsatz möchte ich allen danken und ein besonderes Lob aussprechen. Ich bin überzeugt, dass der Bürger am Ende der Gewinner sein wird. Bessere Diagnosen, kürzere Wartezeiten, kürzere Anfahrtswege!

Vielen Dank!

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