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20 Jahre Hof Peters in Emmels


Es gilt das gesprochene Wort!

09.09.2018

20 Jahre Hof Peters & Einweihung Der Neuen Räumlichkeiten (136.9 KiB)

Sehr geehrter Damen und Herren,

20 Jahre Hof Peters- das ist zweifelsohne ein Grund zum Feiern. Und wenn zu diesem Jubiläum dann auch noch neue Räumlichkeiten eingeweiht werden, dann darf, kann und sollte man daraus auch ein kleines Zeltfest machen- immerhin gehört es sich so für Ostbelgien.

Bei solchen Jubiläen und Einweihungen sind wir als Politiker natürlich auch gerne mit von der Partie. Und so ist es mir eine besondere Freude, heute zu diesem außerordentlichen Anlass ein paar Worte sagen zu dürfen.

Werte Anwesende,

als die Eheleute Peters vor 20 Jahren beschlossen hier in Emmels den Samen für ein solches Projekt zu setzen, ahnte wohl noch niemand, dass daraus eines Tages ein derart erfolgreiches Unternehmen heran wachsen würde.

Dabei ist der Hof Peters keineswegs ein gewöhnlicher Betrieb, sondern ist seit jeher etwas ganz besonderes. Denn hier wird Personen mit Beeinträchtigung unter fachmännischer Begleitung eine angepasste Arbeit geboten, die ihnen Spaß macht.

Vom Sandwichbelegen übers Kochen bis hin zum Heckeschneiden und Anlegen von Rasenflächen gibt es beim Hof Peters stets alle Hände voll zu tun. Hier gibt es eine große Bandbreite an Dienstleistungen und Angeboten, die von vielen Menschen oft und gerne in Anspruch genommen wird. Aus sicherer Quelle weiß ich daher zu behaupten, dass hier so schnell keine Langeweile aufkommt.

Doch wo so fleißig gearbeitet wird, müssen natürlich auch die Rahmenbedingungen dementsprechend passen. Bei meinen vergangenen Besuchen hier im Hof konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass die Räumlichkeiten viel zu eng waren, um eine effiziente Produktion zu betreiben. Hinzu kam, dass sie nicht mehr konform mit den Richtlinien der Lebensmittelbehörde Afsca und zudem nur schwer oder überhaupt nicht für Personen im Rollstuhl zugänglich waren. In einer Einrichtung für Personen mit Beeinträchtigung sollte dies natürlich nicht sein.

Um den Hof für die Zukunft zu sichern musste also eine neue, langfristige Lösung gefunden werden, die den Anforderungen entspricht. Ein Um- beziehungsweise Anbau war unabdingbar.

Getrost dem Motto „aus alt mach neu“, sind so im Zuge umfangreicher Arbeiten die ursprünglichen Stallungen einer hellen, modernen Großküche gewichen.

Ähnlich ist es dem Hofladen ergangen, der fortan sogar in einem ganz neuen Gebäude seinen Platz findet.

Als Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft waren und sind wir uns der wichtigen Rolle des Hof Peters als Sozialbetrieb in Ostbelgien bewusst. Nicht ohne Grund haben wir gerne 80 Prozent der Infrastrukturkosten sowie 60 Prozent der Ausstattungskosten übernommen. Das sind unterm Strich rund 650 Tausend Euro Zuschuss.

Eine Entscheidung von der ich als zuständiger Minister heute mehr denn je überzeugt bin, wenn ich sehe wieviel Herzblut und Eifer hier an den Tag gelegt wird. An dieser Stelle möchte ich insbesondere die wertvolle Arbeit der vielen Ehrenamtlichen hervorheben, ohne die hier sowie in vielen anderen Einrichtungen vieles nicht möglich wäre.

Was mich am Hof Peters zudem jedes Mal aufs Neue begeistert, ist die tolle familiäre Stimmung die hier herrscht. Was die Eltern vor 20 Jahren begonnen und erhofft haben, wird hier in der nächsten Generation erfolgreich weitergeführt. Es scheint wohl so, als sei an dem Sprichwort „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ auch etwas Wahres dran.

An dieser Stelle würde ich Ihnen gerne ein Zitat vorlesen. Es stammt von Khalil Gibran, einem libanesisch-amerikanischen Philosophen und Dichter. Er sagte einst:

„Ein im Herzen eines Apfels versteckter Kern ist ein unsichtbarer Obstgarten. Doch wenn dieser Kern auf felsigen Boden fällt, wird nichts daraus hervorgehen.“

Werte Gäste,

in Emmels scheint der Boden wohl alles andere als felsig zu sein. Denn der Samen für das Projekt Hof Peters, der hier von 20 Jahren gesetzt wurde, hat sich wahrlich zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Wir alle können uns heute davon überzeugen, dass die Vision der Familie Peters und der hier tätigen Personen über die Jahre hinweg viele Früchte getragen hat.

Und wo wir schon beim Thema Äpfel und Früchte sind:

Ich habe mir für den heutigen Tag lange überlegt, was ich wohl als Präsent mitbringen könnte. Dabei fiel meine Wahl auf einen kleinen Apfelbaum. Denn ich denke dieser symbolisiert den Hof Peters recht gut. Ein Apfelbaum ist tief verwurzelt, wächst nicht immer ganz gerade und es bedarf einer geduldigen und zugleich aufmerksamen Betreuung damit er Äpfel trägt. Ich bin mir sicher, dass er hier beim Hof Peters einen guten Boden finden wird.

In diesem Sinne möchte ich den vielen engagierten Menschen, die dieses Haus zu dem machen was es ist, alles Gute für die nächsten Jahre wünschen!

Vielen Dank!

 

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