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Ausfahrt: alternativen Wohnformen in Köln


Es gilt das gesprochene Wort!

30.05.2018

Ausfahrt Köln Alternative Wohnformen (148.6 KiB)

„Zusammen ist man weniger allein“. Mit diesem Motto im Gepäck sind wir heute nach Köln gekommen. Diesen Worten gibt es wohl nichts entgegenzusetzen. Es freut mich sehr, dass wir uns im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ostbelgien + Du“ dem wichtigen Thema der alternativen Wohnformen widmen.

Ehe wir uns jedoch die beiden Einrichtungen der GAG gleich genauer ansehen, möchte ich Ihnen eine Frage stellen. Kennt jemand unter Ihnen Sir Edward Coke?

Nein, der gute Herr ist nicht der Erfinder des Kultgetränks Coca Cola.

Sir Edward Coke war ein englischer Jurist und Politiker, der den weltbekannten Satz „My Home is my castle“ aussprach. Was auf Deutsch so viel heißt wie „Mein Zuhause ist meine Burg“.

Die meisten Menschen verbinden den Satz mit der Vorstellung beziehungsweise mit dem Gefühl, dass die eigenen vier Wände, also das Zuhause, der persönliche Rückzugsort ist. Der Ort, an dem man mit seiner Familie oder mit seinen Freunden zusammen lebt und an dem man so sein kann, wie man ist. Der Ort, an den man nach einem anstrengenden Arbeitstag gerne zurückkehrt, um seinen persönlichen Akku immer wieder aufladen zu können.

Dieser Ort nimmt heutzutage immer unterschiedlichere Formen an. Denn jeder Mensch lebt anders und muss sich auch den rasanten Entwicklungen der Gesellschaft anpassen. Denn nicht nur unsere Gesellschaft befindet sich in einem Umbruch, sondern mit ihr auch die Gestaltung von passendem Wohnraum.

Die Vorstellung von einem langen Leben im Eigenheim ist aber nicht immer so leicht umzusetzen, wie es in der Theorie erscheinen mag. Die Suche nach einem passenden Wohnraum stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar.

Davon sind alle betroffen, ganz besonders jedoch Menschen mit geringen oder keinen finanziellen Einkünften, junge und ältere Personen, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung oder Alleinerziehende.

Für sie könnten die „alternativen Wohnformen“ immer mehr eine mögliche Lösung für ihre jeweilige Lebenslage sein.

Und genau diese alternativen Wohnformen führen uns heute nach Köln.

Hier werden wir uns heute mögliche Alternativen anschauen. Denn wo könnte man das besser tun, als bei unseren deutschen Nachbarn, die in diesem Bereich schon die eine oder andere Erfahrung sammeln konnten.

Werte Anwesende,

Selbstbestimmung und die Freiheit wählen zu können in welcher Form man seinen Lebenstag verbringt – das sind die Schwerpunkte der Seniorenpolitik in Ostbelgien.

Bei der Gestaltung unserer Politik schaut die Deutschsprachige Gemeinschaft gerne mal über den eigenen Tellerrand. Dazu sind wir nicht zuletzt dank unserer Kultur, Geschichte und Geografie prädestiniert. Wir deutschsprachige Ostbelgier bezeichnen uns immer wieder gerne und voller Stolz als Brückenbauer. Und dennoch ist es als eine kleine Gemeinschaft mit rund 75.000 Einwohnern – oder gerade deshalb – extrem wichtig, sich von den anderen eine Scheibe abzuschneiden und diese so zu gestalten, dass sie den Ostbelgiern gefällt/schmeckt. Schließlich muss man das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Aber man kann es für sich selbst runder laufen lassen.

Ich denke da beispielsweise an Mehrgenerationenhäuser, an ein gemeinsames Leben unter einem Dach in einer Wohngemeinschaft, an betreutes Wohnen und vieles mehr.

Doch werte Anwesende, ich möchte nicht zu weit vorgreifen, immerhin sind wir heute nicht hergekommen, um uns lange Vorträge anzuhören, sondern um uns verwirklichte Projekte anzusehen und uns womöglich von diesen inspirieren zu lassen.

Die GAG hat uns heute dazu eingeladen, zwei ihrer Häuser zu besuchen. Für dieses überaus freundliche Angebot möchte ich mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken.

Auch wenn sich Ostbelgien sicherlich nicht mit einer Großstadt wie Köln vergleichen lässt, so ähneln sich dennoch die Herausforderungen des Wohnungswesens insbesondere in Bezug auf das würdevolle Leben im Alter.

Sehr verehrte Damen und Herren,

meine Rede neigt sich nun dem Ende.

Vom heutigen Tag verspreche ich mir viele wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Politik in diesem Bereich. Der Zeitpunkt könnte immerhin besser nicht sein. Denn aktuell führen wir, parallel zu unseren allgemeinen Bemühungen, Verhandlungen mit der Wallonischen Region, um zusätzliche Zuständigkeiten an uns zu übertragen. Ab 2020 soll die Deutschsprachige Gemeinschaft die Bereiche des Wohnungswesens, den Städtebau sowie eine Teilzuständigkeit der Energie in Eigenregie ausführen. Diesen Handlungsspielraum und die damit verbunden finanziellen Mittel möchten wir nutzen, um den Bedürfnissen unserer Bürger in Zukunft noch besser nachkommen zu können.

Nun bin ich schon ganz gespannt auf die Rundführung durch die Räumlichkeiten. Aber zuvor möchte ich es mir nicht nehmen lassen, dem Verbandsdirektor der VdW Rheinland Westfalen, Herrn Alexander Rychter, das Wort zu überlassen.

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit!

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