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Jugendhilfe und Schule gemeinsam auf Kurs- Vor Anker gehen


Es gilt das gesprochene Wort!

02.03.2018

Follow-up 3. Forum Der Jugendhilfe (154.0 KiB)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte Sie ganz herzlich zu dieser Folgeveranstaltung des dritten Jugendhilfeforums der Deutschsprachigen Gemeinschaft willkommen heißen.

Ich freue mich, dass erneut so viele Fachleute aus dem Sozialbereich, der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem Schulwesen der Einladung gefolgt sind.

Ihre Anwesenheit beweist, dass das Thema nicht nur auf großes Interesse stößt,  sondern auch auf die Motivation, gemeinsam etwas mitgestalten zu können.

Im Februar vergangenen Jahres haben wir uns das letzte Mal in dieser großen Runde hier im Europasaal zusammengefunden. Damals lautete die Devise: „Jugendhilfe und Schule gemeinsam auf Kurs“.

Während des letzten Jahres haben wir genau diesen Kurs gemeinsam angesteuert.

Der Seefahrer Ferdinand Magellan hat eins gesagt: „Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.“

In diesem Sinne haben sich sowohl die Jugendhilfe als auch das Schulwesen gemeinsam auf die stürmische See begeben, um in den einzelnen Arbeitsgruppen nach Ideen und Lösungsansätzen zu suchen. Und es hat sich gelohnt. Denn auf diese Weise hat sich über die Monate hinweg ein ganzer Schatz an Informationen und möglichen Kooperationsmöglichkeiten angehäuft.

Heute, ein Jahr nach dem In-See-Stechen haben wir beschlossen vor Anker zu gehen. Und wie man das aus dem einen oder anderen Piratenfilm so kennt, wird zu diesem Anlass die ganze Schiffsmannschaft zusammengetrommelt, das Deck wird geschrubbt und die Segel werden eingeholt. Anschließend wird der erbeutete Schatz bestaunt, bevor man sich dann von den gemeinsam erlebten Abenteuern erzählt und mögliche neue Ziele ausmacht.

So in etwa sieht auch unser heutiges Programm aus. Keine Bange! Sie müssen jetzt nicht den Europasaal schrubben und es wird auch niemand von Ihnen über die Planke geschickt, doch auch wir werden heute unseren Schatz an Deck tragen, indem die einzelnen Arbeitsgruppen Ihre Ergebnisse vorstellen.

Ich denke wir können gespannt sein.

Doch nun von den Piraten zurück zum Thema.

Werte Anwesende,

ich erzähle Ihnen sicherlich nichts Neues, wenn ich sage, dass die Kinder und Jugendlichen unser größtes Gut sind. Diese beiden Altersabschnitte sind immerhin die prägendsten im Leben.

Es ist eine Zeit voller Abenteuer, in der wir unzählige Dinge erleben und vieles lernen. Von den ersten Schritten, über das Lesen und Schreiben, bis hin zu den ersten Freundschaften. Es entstehen Zukunftspläne und viele weitere Folgeentscheidungen werden bereits hier beeinflusst.

Dabei spielt auch das schulische Umfeld eine ganz bedeutende Rolle. Auch wenn in den Schulen in erster Linie Wissen vermittelt werden soll, so haben diese auch die Aufgabe, ein psychisch gesundes Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und zu fördern.

Schließlich verbringen Kinder und Jugendliche einen Großteil Ihrer Zeit in der Schule.

Dabei gilt es ein Gleichgewicht zwischen dem Freiraum zur persönlichen Entfaltung und der Beaufsichtigung zu finden.

Hier dient die Schule als wichtiger, zukunftsorientierter Wegweiser.

Doch so idyllisch sich die Zeit der Kindheit und Jugend auch manchmal darstellen mag, der Schein trügt nicht selten.

Denn der Übergang vom Kind zum Jugendlichen bis hin zum Erwachsenen verläuft nicht immer ganz reibungslos.

Selbstfindung, schulischer Druck, die Suche nach Anerkennung und dem eigenen Platz in der Gesellschaft beherrschen die Gedanken vieler Teenager. Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen.

Wenn dann auch noch die Hormone ein wenig verrücktspielen, ist das mit den rationalen Entscheidungen schon so eine Sache. „Cool sein um jeden Preis“ lautet das unausgesprochene Credo in vielen Fällen.

Kommt es in dieser Zeit zusätzlich zum Griff nach Alkohol, Tabak oder zu übertriebenen Diäten, können langwierige Essstörungen, Schlafstörungen, Depressionen oder gar Suchterkrankungen die Folge sein.

Die ersten Anzeichen für aufkommende Probleme lassen sich dabei meist im schulischen Umfeld beobachten. Es liegt dann oft in der Verantwortung der Schule zu handeln und gewisse Initiativen zu ergreifen.

Doch das Schulpersonal soll hier keineswegs alleine stehen. Denn es gibt in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Reihe von sozialen Dienstleistungsangeboten.

Und ich denke an dieser Stelle überschneiden sich die Interessen der Akteure aus der Jugendhilfe und dem Schulwesen. Das Wohlergehen unserer Kinder ist immerhin das gemeinsame Ziel von Eltern, Sozialdiensten, Bildungseinrichtungen und der Politik.

Und dennoch kann es immer wieder zu Situationen kommen, in denen der eine nicht ausreichend über die Möglichkeiten und Grenzen des anderen informiert ist und man nicht genau weiß wer der richtige Ansprechpartner ist und wo der richtige Lösungsansatz liegt.

Der römische Philosoph Seneca hat einst gesagt:

„Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muss, dann ist kein Wind der richtige.“

Demzufolge besteht die Grundvoraussetzung einer guten Kooperation zwischen dem Schulwesen und der Jugendhilfe darin, genau zu wissen wo man gemeinsam hin will.

Aus diesem Grund sind wir als Regierung darum bemüht, die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure zu sichern und Sie in Ihrer Netzwerkarbeit dort zu unterstützen, wo wir können.

Immerhin bedarf es Kompass und Karte gleichermaßen, um sein Ziel zu erreichen.

Als Regierung, und da spreche ich für meinen Ministerkollegen aus dem Schulwesen Herrn Mollers mit, sind wir froh darüber dass die Netzwerkarbeit zwischen dem Sozialbereich und dem Schulwesen hier im Rahmen dieser Jugendhilfeforen angepackt wurde und wir sind gespannt auf die Resultate beziehungsweise den Schatz den wir daraus schöpfen dürfen.

Aus diesem Grund möchte ich Sie und uns nun auch nicht weiter auf die Folter spannen. Doch bevor ich das Wort abgebe, habe ich noch die freudige Aufgabe einen kurzen Sketch anzukündigen. Diejenigen, die beim vergangenen Forum bereits dabei waren, können sich sicherlich noch an die Schulleiterin Frau Doktor Rottenmeyer und an den Sozialarbeiter Herrn Carlson erinnern, die uns auf amüsante und überspitzte Weise veranschaulicht haben, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Schulwesen und der Jugendhilfe bislang des Öfteren aussah.

Wir werden nun sehen, wie das Ganze nach den Jugendhilfeforen aussehen könnte.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen in alter Seemannsmanier: Mast und Schotbruch!

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