Artikel / Artikel & Pressemitteilungen

Masterplan Eifel


Statement von Minister Antoniadis

Statement AA Masterplan Zur Künftigen Gestaltung Der Gesundheitsversorgung Und Seniorenbegleitung In Der Eifel (133.9 KiB)

Wie ist es möglich, die stationäre Gesundheitsversorgung und Seniorenhilfe in der Eifel auszubauen ?

Mit dieser Frage beschäftigen sich die Regierung, die Interkommunale VIVIAS und die Klinik St. Josef nicht erst seit heute! Gemeinsam haben wir bereits viele Projekte auf den Weg gebracht. Ich denke da an den Ausbau des Seniorenwohnheims in Bütgenbach, wo gegenwärtig 49 neue Plätze entstehen oder an die Zusammenarbeit der Klinik mit dem St. Nikolaus- Hospital und dem CHC Lüttich, um die Krankenhausstandorte in der DG zu festigen und sich auf die Umsetzung der De Block- Reform vorzubereiten.

Nichtsdestotrotz sehen wir Anlass dazu, in einen Reflektionsprozess einzusteigen.

Dank der bemerkenswerten Entwicklung und der enormen Fortschritte im medizinischen Bereich werden die Menschen in der heutigen Gesellschaft zwar immer älter, doch gleichzeitig nimmt die Zahl chronischer Krankheiten zu. Auch gibt es immer mehr Senioren mit psychischen Problemen.

Regierung und Dienstleister setzen sich für eine angepasste Gesundheitsversorgung ein. Außerdem gilt es, eine bestmögliche Pflege und Begleitung in Seniorenheimen aber insbesondere auch bei den Betroffenen zuhause zu gewährleisten und anzubieten. Die häusliche Begleitung darf neben der stationären keineswegs außer Acht gelassen werden. An dieser Stelle gilt es sich vor Augen zu halten, dass der Großteil der ostbelgischen Senioren daheim lebt und diese ihren alten Lebenstag, wenn eben möglich, auch dort verbringen möchten.

In Zahlen ausgedrückt sind es:

  • 98% der 60- 79 Jährigen, die Zuhause leben;
  • 85% der 80- 99 Jährigen, die Zuhause leben;
  • wobei über 90% der Senioren in Ostbelgien Eigentümer eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung sind.

Deshalb investieren wir seit vielen Jahren in die häusliche Hilfe. Allein in den letzten zwei Jahren haben wir die Mittel für die häusliche Hilfe um 30 % erhöht. Dennoch muss man auch stationäre Einrichtungen weiterhin unterstützen und weiterentwickeln. Eine bestmögliche Betreuung und Begleitung der Senioren aber auch eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung von Qualität in der Eifel zu gewährleisten, ist eine Herausforderung, der wir uns gerne annehmen, auch wenn oftmals nicht die Gemeinschaft, sondern die Föderalregierung zuständig ist.

Doch nicht nur in diesem Bereich sieht die Regierung eine Herausforderung für die kommenden Jahre. Die Zahl der Hausärzte nimmt derzeit zwar zu, doch Prognosen zufolge wird sie zukünftig abnehmen. Viele Allgemeinmediziner werden altersbedingt beruflich kürzer treten oder gar ganz aufhören. Zudem wird das Berufsbild zunehmend weiblicher.

Viele neue Ärzte setzen auf Work-Life-Balance. Die Zeiten, in denen Hausärzte rund um die Uhr, sieben Stunden die Woche erreichbar waren sind Vergangenheit.

Doch nicht nur die Zahl der Allgemeinmediziner, sondern insbesondere auch die der Zahnärzte in der Eifel ist kritisch. Aus diesem Grund finden derzeit Überlegungen statt, den Impulseo-Fonds, der aktuell lediglich der Unterstützung von Hausärzten dient, auf Zahnärzte zu erweitern.

Als Regierung ist es unsere Aufgabe positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Bürger in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu nehmen. Beispielsweise durch den Zugang zu guter Kinderbetreuung, zu Bildung, zu Kulturangeboten und zu Mobilität. Diese Aspekte sind insbesondere auch im ländlichen Gebiet von entscheidender Bedeutung.

Doch zurück zum Masterplan. Ziel dessen ist es, durch qualitative Gesundheits- und maßgeschneiderte Seniorenangebote dafür zu sorgen, dass die Eifel auch künftig der attraktive Lebensraum bleibt, den die Menschen dort so schätzen.

Warum wir den Reflektionsprozess in diesen Bereich gerade jetzt anstoßen, liegt auf der Hand. Im Zuge der 6. Staatsreform hat die Deutschsprachige Gemeinschaft eine Reihe neuer Handlungsmöglichkeiten erhalten, die wir nun bestmöglich einsetzen möchten.

Ich denke da beispielsweise an die Finanzierung der Krankenhaus- Bauinfrastruktur, bei der die Gesetzgebung es uns erlaubt, 80% der Infrastrukturkosten als Gemeinschaft zu tragen. Aber auch bei der Finanzierung der APWH sind wir handlungsfähig. Hier erarbeiten wir derzeit ein Finanzierungmodell, das 2019 in Kraft tritt. Außerdem übernehmen wir dann auch die Finanzierung des PPH sowie des begleiteten Wohnens.

Durch diese neuen Finanzierungsmöglichkeiten können wir im Masterplan zahlreiche konkrete Maßnahmen anvisieren, wobei festzuhalten ist, dass es sich um einen evolutiven Plan handelt, der keineswegs in Stein gemeißelt ist, sondern sich stets an den Bedürfnissen der Bürger in der Eifel orientiert:

  • Durch den IMPULSEO- Fonds werden wir weitere Anreize für die Niederlassung von jungen Allgemeinmedizinern schaffen und die Unterstützung auf die Zahnmediziner erweitern.
  • Die Klinik Sankt Josef in Sankt Vith wird am aktuellen Standort erweitert. Dies geschieht, indem die Klinik die Räumlichkeiten des Seniorenheims Sankt Elisabeth erwirbt. Jeden, der das Umfeld kennt, ist die Raumknappheit der Klinik bekannt. Durch die Erweiterung kann die integrierte Gesundheitsversorgung ausgebaut werden. Dadurch, dass die Bettenbelegung im Krankenhaus immer kürzer wird und die Tagespflege zunimmt, können die neuen Räumlichkeiten dahingehend genutzt werden, die Qualität in der ambulanten Behandlung noch weiter auszubauen. Durch mehr Raum werden die Arbeitsabläufe optimiert und somit mehr Qualität und Professionalität sowohl für die Patienten als auch für das Personal gewährleistet und ermöglicht. Somit können optimale Dienstleistungen an den Patienten, gute Mitarbeiter und nicht zuletzt auch der Krankenhausstandort gesichert werden.
  • Das Seniorenheim Sankt Elisabeth wird an einem neuen Standort mit neuen Perspektiven ausgebaut. Dort werden zudem alternative Wohnformen, wie beispielsweise betreute Wohnungen für Menschen mit geringem Pflegebedarf entstehen.
  • An diesem neuen Standort soll dann auch eine Großküche Platz finden, die unter anderem den Dienst „Essen auf Rädern“ beliefern könnte. Mit diesem Dienst kann dann ein gutes und auf 5 Eifelgemeinden gleichwertiges Angebot für die Senioren garantiert werden.
  • Wir wollen ein neues Seniorendorfhaus unter der Trägerschaft von VIVIAS einrichten, welches meiner Auffassung nach als eine Art Tagespflegezentrum fungieren soll. Hierbei wird Amel als geeigneter Standort in Erwägung gezogen, da dort derzeit keine andere Pflegestruktur besteht und eine ambulante Versorgung durchaus notwendig ist.
  • Wir wollen einen engmaschigen Parcours der mentalen Gesundheit schaffen. Angefangen bei einer stationären Versorgung, über die Betreuung der Tagesklinik und ambulante Leistungen bis hin zu Wohnangeboten wie PPH, Begleitetes Wohnen und weitere neue Formen der Tagesbeschäftigung: Menschen mit psychischen Problemen soll geholfen werden.

Dies sind die groben Linien des Masterplans, der gemeinsam mit den Trägern ausgearbeitet wird. Ein Masterplan, der in seiner Form einzigartig ist und den Standort Eifel zukünftig in den Bereichen der Gesundheitsversorgung und Seniorenbegleitung aufwerten und absichern soll.

Ein derart großes Unterfangen kann keineswegs alleine gemeistert werden. Für die zahlreichen Maßnahmen sind wir als Regierung auf das Fachwissen der Träger und der einzelnen Akteure angewiesen. Als Regierung werden wir die nötige Denkarbeit leisten, die nötigen Rahmenbedingungen schaffen und die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Wir sprechen hier über ein Großprojekt, das enorme finanzielle Mittel erfordern wird. Doch diese betrachten wir als eine Investition in die Zukunft, da die angestrebten Maßnahmen notwendig sind. Die Summe der Kosten lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Diese hängen von der konkreten Ausgestaltung der genauen Projekte ab.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Tags: ,
Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard