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Das ABC der Kinderbetreuung – Der Masterplan in Buchstaben


Spricht man von der Kindheit, so verbinden viele Menschen damit eine Zeit der Unbeschwertheit, der Fantasie, der Leichtigkeit und der großen Träume. Doch so unbeschwert und schön diese Zeit als Kind auch sein mag, für die Eltern und das familiäre Umfeld kann sie durchaus zu einigen Herausforderungen führen.

Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. So ist es mittlerweile häufig der Fall, dass in einem Haushalt beide Elternteile berufstätig sind oder dass ein Elternteil eine Ausbildung macht. Außerdem gibt es verschiedene Familienformen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Wir wollen Ostbelgien familienfreundlicher gestalten, damit die Menschen in unserer Region gerne leben und arbeiten. Unser Ziel ist es, 100 Prozent des tatsächlichen Bedarfs an Kinderbetreuung bis zum Jahr 2025 zu decken. Um diese Zielsetzung zu erreichen, brauchen wir eine regelrechte Kinderbetreuungsoffensive. Darum haben wir gemeinsam mit Fachleuten, der organisierten Zivilgesellschaft und der Bevölkerung einen Masterplan für die Kinderbetreuung erarbeitet.

Dieses evolutive Dokument mit seinen insgesamt 31 bereits getroffenen und neuen Maßnahmen wird nun in Form eines ABC der Kinderbetreuung kurz und knapp erläutert.

  • A wie Assistent für Kinderbetreuung
    Die Kinderbetreuungseinrichtungen wurden in den vergangenen Jahren erweitert. Das hat dazu geführt, dass mehr Kinder in Ostbelgien betreut werden und mehr Personen in diesem Bereich beschäftigt werden. Gleichzeitig sind aber auch die Anforderungen an die Kinderbetreuerinnen gestiegen. Beispielsweise mit Blick auf die Hygiene oder eine gesunde Ernährung.

    Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und um Personen zu unterstützen, die sich in diesem Feld beruflich neu orientieren wollen, soll 2018 ein Pilotprojekt gestartet werden, um die mögliche Einführung des Berufsbildes „Assistentin der Kinderbetreuer“ zu prüfen.
  • B wie Betriebskinderkrippe
    Betriebskinderkrippe „öffentlicher Dienst der Deutschsprachigen Gemeinschaft“
    Als einer der größten Arbeitgeber Ostbelgiens möchte die Deutschsprachige Gemeinschaft eine Betriebskinderkrippe für den öffentlichen Dienst schaffen. Eine erste interne Umfrage in dieser Hinsicht war positiv. Aktuell wird nach einem passenden Objekt gesucht.

    Betriebskinderkrippe für die Beschäftigten von Privatunternehmen im East Belgium Park
    Noch in 2017 wird ein Konzept zur Förderung von Betriebskinderkrippen ausgearbeitet. Im kommenden Jahr wird eine Infoveranstaltung für Unternehmen des East Belgium Park organisiert. Anschließend könnte eine Bedarfsumfrage in den Betrieben für die Beschäftigten von Privatunternehmen durchgeführt und ausgewertet werden.

    Ob eine Betriebskrippe entstehen wird, hängt dann allerdings von den Betrieben ab.
  • C wie Co-Tagesmütter
    Die Betreuung von Kindern durch zwei oder drei Tagesmütter kann einige Vorteile mit sich bringen. Räume und pädagogisches Material könnten gemeinsam genutzt und Mahlzeiten zusammen zubereitet werden. Die Präsenz von zwei oder drei Tagesmüttern kann einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch befeuern.

    Zwar sind Co-Tagesmütter mit selbstständigen Statut im Regierungserlass vom 22. Mai 2014 vorgesehen, aktuell wird diese Betreuungsform jedoch nicht genutzt.

    Damit diese Form der Betreuung jedoch eines Tages angeboten werden kann, müssen die betroffenen Tagesmütter auf ein klares Konzept vorbereitet werden und bereit sein, zusammenzuarbeiten. Dieses Konzept soll in den kommenden Jahren erstellt und anschließend in Form eines Pilotprojektes erprobt werden.
  • D wie Diversität
    Der Bedarf an Kinderbetreuung ist je nach Familie unterschiedlich. Manche Familien wünschen sich eine Ganztagsbetreuung für ihr Kind, andere nur stundenweise oder punktuell. Um auf diese unterschiedlichen Anforderung die passende Antwort zu geben, ist Diversität bei den Betreuungsformen entscheidend. Und hier hat sich in Ostbelgien einiges getan.

    Es gibt die selbständigen und konventionierten Tagesmütter, die Kinderkrippen, die Kinderhorte, die Standorte der außerschulischen Betreuung, das Projekt Betreuung kranker Kinder sowie das Projekt eines Tagesmütterhauses. In Zukunft könnten Co-Tagesmütter oder Mini-Krippen hinzukommen. Der Masterplan ist offen für neue Pilotprojekte.

  • E wie Elternbeteiligung
    Die Kinderbetreuungsangebote in Ostbelgien werden zum Großteil durch Zuschüsse der Deutschsprachigen Gemeinschaft finanziert. Doch auch die Elternbeteiligung stellt einen bedeutenden Teil der Finanzierung dar. Aktuell wird die Kostenbeteiligung der Erziehungsberechtigten im RZKB nach dem Haushaltseinkommen gestaffelt.

    In dem Workshop zum Masterplan und in den Empfehlungen der Optimierungsanalyse des RZKB wurde angeregt, die Berechnungsmodalitäten zu vereinfachen. Dieses System wird in den kommenden Jahren unter die Lupe genommen und gegebenenfalls angepasst.
  • F wie Ferienbetreuung
    Auch in den Sommermonaten müssen manche Kinder betreut werden. Trotz vielfältiger Angebote besteht aktuell ein Mangel an Ferienbetreuung für die 3 bis 6-Jährigen.

    Diesem Mangel möchte die Regierung durch die Förderung von innovativen Projekten entgegentreten. Im Sommer 2017 konnten somit die Ferienanimationen erweitert werden, da sowohl die Stadt Eupen als auch die Stadt Sankt Vith Projekte einreichten.

    Insgesamt 211 Kinder wurden im Rahmen dieser beiden Projekte betreut. Hinzu kommen die jährlichen Angebote der Ferienbetreuung des RZKB.

    Im Sommer 2017 konnten 3776 Anwesenheiten in den 5 Standorten des RZKB gezählt werden – fast 10 % mehr als 2016.
  • G wie größere Attraktivität
    Damit Eltern Familie und Beruf vereinbaren können, brauchen wir eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Möglich machen das die Menschen, die als Tagesmütter oder in einer Kinderbetreuungsstruktur arbeiten.

    Ihnen wird insbesondere in der außerschulischen Betreuung (AUBE) ein Höchstmaß an Flexibilität in den Arbeitszeiten abverlangt. Sensible und gut ausgebildete Betreuerinnen und Betreuer, die die Bereitschaft, die Fähigkeit und auch das nötige Fachwissen besitzen, um das Kind „dort abzuholen, wo es steht“ sind unverzichtbar. Damit wir auch in Zukunft auf qualifiziertes Personal zählen können, möchten wir bereits heute die Aufwertung dieser Tätigkeit in Angriff nehmen. Zu diesem Zweck wird eine Arbeitsgruppe mit relevanten Akteuren eingesetzt und damit beauftragt, der Regierung entsprechende Handlungsempfehlungen vorzulegen.
  • H wie Hundert Prozent
    100%-ige Deckung des Bedarfs an Kinderbetreuung. Mit diesem ehrgeizigen Ziel vor Augen hat Familienminister Antonios Antoniadis seinen Dienst angetreten. Die Regierung hat den Anspruch, für jedes Kind, das eine Betreuung benötigt, diese auch zu gewährleisten.
  • I wie Innovativ
    In den letzten Jahrzehnten haben sich die Familienstrukturen stark verändert: Alleinerziehende und Patchworkfamilien, um Beispiele zu nennen. Diese Vielfalt muss sich auch in den Angeboten der Kinderbetreuung wiederfinden.

    Aus diesem Grund sollen innovative Projekte im In- und Ausland als Grundlage für mögliche strukturelle Veränderungen im System der Kinderbetreuung der Deutschsprachigen Gemeinschaft dienen.

    Beispiele:
    • Das Tagesmütterhaus in Eupen ist eine alternative Betreuungsform. Bei diesem Pilotprojekt, den „Post-Minis“, werden seit September 2017 12 (mit Ausnahmegenehmigung maximal 18) Betreuungsplätze geschaffen. Dieses Projekt wird nach Beendigung (Laufzeit: 2 Jahre) ausgewertet. Sollte sich diese Betreuungsform bewähren, kann die rechtliche Grundlage für den künftigen Betrieb von Tagesmütterhäusern in Ostbelgien geschaffen werden.
    • Projekte in Querschnittsbereichen mit der Kinderbetreuung wie Familienpatenschaften oder Leihomas.
  • K wie Kinderkrippe
    Um der wachsenden Nachfrage nach Kinderbetreuung gerecht zu werden, hat die Regierung eine regelrechte Kinderbetreuungsoffensive angestoßen. Darin steht der Ausbau der Kinderkrippen an vorderster Front.

    In der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es aktuell zwei Kinderkrippen mit je 24 Plätzen. Eine in Eupen, die andere in Sankt Vith. Eine dritte in Hergenrath in Kooperation mit den Gemeinden Kelmis, Raeren und Lontzen wird folgen. Hier ist mit der Baugenehmigung bis Ende 2017 zu rechnen. Der Baubeginn müsste somit 2018 durch die Gemeinde Kelmis in Auftrag gegeben werden. Mit der Anerkennung und Bezuschussung seitens der Deutschsprachigen Gemeinschaft und mit der Inbetriebnahme der 24 Plätze wäre dann 2019 zu rechnen. Weitere 12 Plätze werden gebaut und bei Bedarf in Betrieb genommen. Macht eine Gesamtkapazität von 36 Plätzen.

    Zusätzlich dazu werden in den kommenden Jahren die Betreuungskapazitäten der Kinderkrippen Eupen und Sankt Vith um jeweils 12 Plätze auf dann insgesamt 36 ausgeweitet. Bis Ende 2017 soll der Kommunale Beratungsausschuss für Kinderbetreuung (KBAK) sein Gutachten abgeben. Sollte dies positiv ausfallen, kann die Projektplanung zur Erweiterung der Betreuungskapazität 2018 starten.
  • L wie Längere Betreuungszeit
    In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Familienformen ständig entwickelt. Auch auf dem Arbeitsmarkt können wir deutliche Veränderungen erkennen. Von den Beschäftigten wird immer mehr Flexibilität verlangt, was auch die Kinderbetreuungsstrukturen vor neue Herausforderungen stellt.

    Es ist daher wichtig, kreative und innovative Lösungen zu finden und sich verstärkt an den Bedürfnissen der Familien zu orientieren.
    Ein möglicher Ansatz: die Erweiterung der Öffnungszeiten der Kinderkrippen.

    Nachdem 2018 eine Bedarfsumfrage bei den Eltern durchgeführt wird, deren Kinder bereits in einer Krippe betreut werden, soll entsprechend der Rückmeldungen 2019 ein Pilotprojekt gestartet werden, das die Ausdehnung der Betreuungszeiten für die Kinderkrippen vorsieht.
  • M wie Mini-Krippen
    Eine Mini-Krippe ist eine kollektive Betreuungsstruktur für Kleinkinder mit mindestens 6 und höchstens 14 Plätzen. 10 bis 25 Kleinkinder können hier jährlich betreut werden.

    Aufgrund ihrer Größe bietet sie einen familiäreren Rahmen für Kleinkinder und Familien als die Kinderkrippe.

    Aktuell gibt es in Ostbelgien keine Mini-Krippe. Es ist angedacht, gemeinsam mit den lokalen Behörden den bestehenden Rahmen zur Errichtung von Mini-Krippen zu überprüfen und anschließend dieses Modell in einer Pilotphase zu überprüfen – das Interesse der potentiellen Träger vorausgesetzt.
  • N wie nachschulische Betreuung
    Nirgends ist die Entwicklung der Kinderbetreuung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft so bedeutend wie in der Außerschulischen Betreuung (AUBE).

    Der erste Standort der AUBE wurde 2002 in Raeren eröffnet. Im Laufe der Zeit wurden bis 2009 in allen neun Gemeinden Ostbelgiens Standorte eröffnet. Mittlerweile sind 24 Standorte anerkannt, wovon sich 21 in Trägerschaft des RZKB befinden. Noch in diesem Jahr soll ein neuer Standort in Rocherath eröffnet werden.
  • O wie Online-Reservierungsportal
    Eltern möchten bequem von zuhause aus Ihren Betreuungsbedarf anmelden. Sie möchten eine transparente und nachvollziehbare Warteliste und interessieren sich in der Regel auch für einen allgemeinen Überblick der Angebote in ihrer Ortschaft. Hierfür wird das Online-Reservierungsportal von Kleinkindbetreuungsplätzen ein wertvolles Instrument sein.

    Für eine bedarfsgerechte Gestaltung der Familienpolitik ist es von unschätzbarem Wert, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage an Kinderbetreuung einfach und regelmäßig einschätzen zu können. Das wird mit dem Portal künftig möglich sein.
  • P wie Profil …oder Berufsbild
    Der Fachkräftemangel ist ein viel zitiertes Phänomen. Oftmals denkt man dann an den medizinischen Bereich oder der High-Tech-Branche. Doch auch Kinderbetreuer und Kinderbetreuerinnen werden händeringend gesucht, insbesondere in der außerschulischen Betreuung.

    In naher Zukunft soll das Fachkräftepotenzial aber auch der Fachkräftemangel an Kinderbetreuern überprüft und beziffert werden. Das Anforderungsprofil der Kinderbetreuerin soll ebenso überprüft und gegebenenfalls angepasst werden wie das aktuelle Ausbildungsmodul zur Kinderbetreuer(in) (AFPK).
  • Q wie Querschnittsthema Inklusion
    Wir möchten in einer Gesellschaft leben, an der jeder Mensch entsprechend seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten selbstbestimmt teilhaben kann. Es darf dabei keine Rolle spielen, woher jemand kommt, wie alt er ist oder ob er eine Beeinträchtigung hat.

    Inklusion beginnt schon im Kindesalter. Vor diesem Hintergrund wurde Anfang 2017 erstmals ein Pilotprojekt zur Förderung der Inklusion in der außerschulischen Betreuung (AUBE) in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben (DSL) und dem RZKB lanciert. Das Projekt wird von der Regierung und von CAP48 bezuschusst.

    Neben der gelebten Inklusion geht es vordergründig darum, das Personal in der Kinderbetreuung zu befähigen, im Umgang und in der Begleitung des Kindes mit Beeinträchtigung Erfahrungen zu sammeln und dadurch sicherer zu werden. Hierbei wird das Personal durch eine spezialisierte Fachkraft begleitet.

    Nach zwei Jahren wird das Projekt ausgewertet und bei positivem Verlauf eine strukturelle Förderung der Inklusion in allen Standorten der AUBE ins Auge gefasst.
  • R wie RZKB
    Am 16. Mai 1984 wurde die VoG ‚Regionalzentrum für Kleinkindbetreuung‘ (RZKB) gegründet.
    Die Regierung möchte das RZKB auf solidere Füße stellen, um die Herausforderung in der Kinderbetreuung auch in Zukunft bestreiten zu können. Die Qualitätssicherung und Prozessoptimierung der Einrichtung sind daher Schwerpunkte der kommenden Jahre.

    Vor diesem Hintergrund hat die Regierung einen externen Unternehmensberater beauftragt, die verschiedenen Optimierungspotenziale aufzuspüren. Die Analyse dauerte 10 Monate. Sämtliche Akteure und Kunden wurden befragt. Nach einer Analyse des Ist-Zustandes wurden 44 Handlungsempfehlungen formuliert. Das RZKB hat gemeinsam mit der Regierung eine Priorisierung der Maßnahmen vorgenommen.

    Der Umsetzungsplan wurde in der Regierungssitzung vom 8. Juni 2017 verabschiedet.
  • S wie (Voll)statut
    Aktuell arbeiten die konventionierten Tagesmütter seit 2002 mit einem Teilstatut, das zwischen dem Föderalstaat und den Gemeinschaften vereinbart wurde. Das Teilstatut sollte eine Übergangslösung hin zu einem Vollstatut sein. Für die Einführung eines Vollstatuts für konventionierte Tagesmütter ist neben den Gemeinschaften aber insbesondere der Föderalstaat gefordert. Diese Forderung wurde in der Vergangenheit immer wieder erhoben, jedoch ist sie umstritten, da damit nicht nur Vorteile einhergehen. Die Einführung des Vollstatutes muss demnach sehr gut durchdacht werden. Sowohl in Flandern als auch in der Französischen Gemeinschaft wurden Pilotprojekte mit Tagesmüttern lanciert, die unter dem Vollstatut von Heimarbeit beschäftigt wurden. Beide Projekte laufen noch. Deren Auswertung wird künftig die Grundlage für erneute Gespräche zwischen den drei Gemeinschaften und dem Föderalstaat zur Einführung eines Vollstatuts darstellen.

    Bis zur Entscheidung über eine definitive Einführung eines Vollstatuts sieht der Masterplan verschiedene Maßnahmen vor, um die aktuelle Situation der Tagesmütter zu verbessern.
  • T wie Tagesmütter
    In Ostbelgien gibt es konventionierte (KTM) und selbstständige Tagesmütter (STM). Sie sind eine tragende Säule der Kinderbetreuung. Entsprechend groß ist auch die Absicht der Regierung, diesen wertvollen Beruf attraktiver zu gestalten.

    Beide Formen der Kinderbetreuung haben gewisse Vorteile, beide unterliegen den gleichen Qualitäts- und Sicherheitsnormen.
  • Konventionierte Tagesmütter (KTM)
    KTM sind dem RZKB angegliedert und erhalten eine steuerfreie Kostenentschädigung. Diese kann nicht unbegrenzt erhöht werden, da dies die Steuerbefreiung der Einkünfte in Frage stellen könnte. Anfang 2017 hat die Regierung die Aufwandsentschädigung um 1,04 Euro pro Kind pro Tag erhöht. Das hat es zuvor in Ostbelgien noch nie gegeben!

    Außerdem sind zusätzliche Mittel für pädagogisches Material, für die Teilnahme an Weiterbildungen und die Umsetzung der Sicherheitsbestimmungen vorgesehen. Auch die Überstundenregelung wurde im Sinne der Tagesmütter angepasst.

    Neben der korrekten finanziellen Entschädigung der Tagesmütter müssen aber auch korrekte Rahmenbedingungen gewährt werden.
  • Selbstständige Tagesmütter (STM)
    Auch für die STM sollen spezifische Maßnahmen ergriffen werden, um ihre Tätigkeit zu fördern und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Konkret geht es zum Beispiel um eine Erhöhung des Ausrüstungszuschusses oder eine finanzielle Unterstützung zur Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen.

    Die Ausarbeitung dieser Maßnahmen wird in enger Konzertierung mit Kaleido Ostbelgien erfolgen, das für die Beratung und Begleitung der STM zuständig ist.
  • U wie Umgebung oder Umfeld
    Wir möchten dafür sorgen, dass jedes Kind mit einem Betreuungsbedarf auch betreut wird. Allerdings sind wir nicht bereit, dafür bei unseren qualitativen Ansprüchen Abstriche zu machen. Ganz im Gegenteil! Das Wohl der Kinder muss stets im Mittelpunkt stehen. Ein grundlegender Aspekt hierbei ist die Sicherheit.

    Die Regierung hat unter Einbeziehung der Tagesmütter, dem RZKB und Kaleido Ostbelgien die in den beiden Erlassen vorgesehenen Maßnahmen zur sicheren Gestaltung der häuslichen Umgebung überprüft und präzisiert. Außerdem stellt sie den Tagesmüttern ein gesondertes Budget zur Verfügung, um die Sicherheitsauflagen erfüllen zu können.

    In einer vor wenigen Monaten ausgearbeiteten Broschüre wurden die aktuellen Sicherheitsanforderungen aufgelistet und anschaulich erläutert.
  • V wie Valorisierung
    Einige konventionierte und selbstständige Tagesmütter verfügen über fundierte Berufserfahrungen. Sie haben sich Fachkenntnisse durch zahlreiche Weiterbildungen angeeignet und weisen eine jahrelange Berufspraxis auf.

    Der Begriff Valorisierung ist dem französischen Wort „valeur“ entlehnt (zu Deutsch: Wert). In diesem Sinne soll künftig der Wert dieses Potentials als eine Bereicherung für die Kinderbetreuung in Ostbelgien erkannt und verstärkt genutzt werden, damit die Tagesmütter künftig einen vereinfachten Einstieg in den Beruf der Kinderbetreuerin haben.

    Das ist umso wichtiger, da in den Diensten der Kinderbetreuung immer mehr qualifiziertes Personal nötig ist.
  • W wie Weiterbildung
    Durch eine Erhöhung der Weiterbildungspauschale oder durch die Ausarbeitung eines Weiterbildungskonzeptes in Zusammenarbeit mit Kaleido und dem Tagesmütterdienst möchte die Regierung das Mantra des lebenslangen Lernens fördern. Denn es trifft natürlich auch auf die Kinderbetreuung zu.

    Die Teilnahme an Weiterbildungen ist ein Zeichen dafür, dass die Tagesmutter sich eigenverantwortlich mit ihrer Tätigkeit auseinandersetzt und gewillt ist, sich neue Kenntnisse anzueignen.

    Außerdem soll eine mögliche Verpflichtung eines Erste-Hilfe-Kurses zu Beginn der Tätigkeit als Tagesmutter ins Auge gefasst werden.
  • Z wie zukunftsorientierte Familienpolitik
    Die Familienpolitik im Ganzen, aber die Kinderbetreuung im Besonderen müssen auch in Zukunft mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten können. Um dies zu gewährleisten, muss die Politik den Bürgerinnen und Bürgern ein offenes Ohr schenken und sie am politischen Gestaltungsprozess beteiligen.

    Dies kann einerseits durch den Beirat für Familien und Generationsfragen geschehen, der der Politik beratend zur Seite steht oder aber durch Bürgerdialoge oder Foren, die zukünftig in regelmäßigen Abständen organisiert werden sollen.

 

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