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Unterstützung für pflegende Angehörige


Es gilt das gesprochene Wort!

07.06.2017

20170607 04 Frage Und Antwort F Mockel Pflegende Angehörige (251.7 KiB)

Das Thema „Pflegende Angehörige“ ist als Teil des Regionalen Entwicklungskonzepts für die Deutschsprachigen Gemeinschaft ein wichtiges und für mich persönlich ein besonderes.

Denn die pflegenden Angehörigen sind der größte Betreuungsdienst Ostbelgiens. Wenn wir das Wohnen in den eigenen vier Wänden, im gewohnten Umfeld, fördern wollen, dann müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen.

Das war auch das Ergebnis des ersten Forums für pflegende Angehörige, das vergangenes Jahr von uns organisiert wurde. Hier konnten wir bereits viele nützliche Rückmeldungen für die weitere Politikgestaltung erhalten.

Hinzu kommt die Analyse von Maßnahmen in Flandern und der Wallonie. Hierzu gab es auch Kontakte mit dem Verband vzw Mantelzorg und der VoG aidants proches.

Auf diesen Erkenntnisse basierend wurden oder werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die sich auf die Bereiche Beratung und Information, Weiterbildung und Austausch und Entlastungsangebote erstrecken.

Im Bereich der Beratung und Information haben wir mit der Gründung der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben (DSL) eine Anlaufstelle für Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihre Angehörigen gegründet. Die DSL berät, informiert und orientiert neutral zu den verschiedenen Angeboten. Außerdem hat sie den Auftrag der Bedarfsermittlung. Um diese Aufgaben wahrzunehmen, wurden die Mittel der DSL erhöht. Weitere Anpassungen des Budgets werden folgen. So soll die DSL angelehnt an das Expertise-Zentrum für Demenz in Flandern oder Luxemburg progressiv auch die Servicestelle Demenz aufbauen.

Im Bereich Weiterbildung und Austausch geht es um die Deckung des Bedarfs an Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für pflegende Angehörige einerseits und um die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches in moderierten Gruppen andererseits. Hier gibt es schon Gespräche zum Aufbau von Weiterbildungsmodulen in unserer Region. Eine Zusammenarbeit mit der KPVDB für eine Art Vorbereitungskurs bzw. Pflegekurs wäre möglich. Darüber hinaus habe ich die hiesigen Krankenkassen darüber informiert, dass in Deutschland Kurse von den Kassen organisiert bzw. finanziert werden.

Was den Austausch mit Experten oder untereinander angeht, so wurde in der Eifel mit Unterstützung der Regierung das erste Demenz-Café eingerichtet. Inzwischen wurde das Angebot um den Aspekt des Austausches in einem geschützten Bereich für pflegende Angehörige erweitert.

In Bezug auf die Entlastungsangebote wäre die Absicherung des Seniorendorfhauses Schönberg ab 2017 zu erwähnen. Außerdem haben wir Mittel vorgesehen, um ein weiteres Seniorendorfhaus aufzubauen.

Hinzu kommt die Reform der Tagesbetreuung, die gerade vorbereitet wird. Ziel der Reform ist, ausgehend vom Bedarf, eine Bezuschussung der Tagesbetreuung einzuführen. Momentan gibt es lediglich einen Zuschuss für Tagespflegeplätze in Seniorenwohnheimen.

Einen Bedarf sehe ich auch für Kurzzeitpflegeplätze. Davon gibt es in Ostbelgien nicht ausreichend. Neben den Projekten, die im Ausbau sind, sensibilisieren wir jeden Träger eines Seniorenwohnheims, der einen Um- oder Ausbau anvisiert, dass Kurzzeitpflegeplätze gefragt werden.

Daneben wäre noch das Projekt Vita für Menschen mit neurologischer Schädigung zu erwähnen, das inzwischen strukturell abgesichert wurde und das Pilotprojekt zur Förderung der Inklusion in der außerschulischen Betreuung.

In Flandern können Angehörige auch über die Pflegeversicherung entlastet werden. Gegenwärtig prüft das Studienbüro BDO, ob eine Pflegeversicherung in Ostbelgien eingeführt werden kann. Die Ergebnisse werden für Juni erwartet. Allerdings zeigen die Schwierigkeiten in der Wallonie, dass dieses Thema sehr komplex ist und so ein Projekt gut durchdacht werden muss. Außerdem werden Angehörige im Inland auch von den Gemeinden finanziell unterstützt.

Zu guter Letzt wären die Dienste der häuslichen Hilfe zu nennen. Allein in den letzten zwei Jahren haben wir die Mittel um 30% erhöht – Tendenz steigend.

Weitere Maßnahmen können Sie dem REK-Projekt Selbstbestimmtes Altern ermöglichen sowie der Demenzstrategie entnehmen. Beide Dokumente wurden Ihnen zugestellt und vorgestellt.

Die verschiedenen Maßnahmen werden übrigens anlässlich der kommenden Veranstaltung zum Thema pflegende Angehörige erörtert werden, die in der zweiten Jahreshälfte stattfinden wird.

Außerdem befassen sich die Seniorenbeauftragten mit dem konkreten Bedarf in den Gemeinden.

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