Artikel / Artikel & Pressemitteilungen

Demenzstrategie


Verehrte Leserinnen und Leser,

die Deutschsprachige Gemeinschaft ist bekanntermaßen keine Insel. Ob beim Ausbau der Kinderbetreuung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bei der Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung oder der Förderung eines selbstbestimmten Lebens für jeden Menschen : wir stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie unsere Nachbarn im In- und Ausland.

Für eine kleine Region wie Ostbelgien ist ein Blick über den eigenen Tellerrand daher besonders lohnenswert, um nach geeigneten Best-Practice-Beispielen zu suchen, die wir unseren Bedürfnissen entsprechend in der DG umsetzen können. Bei einem Besuch in Niederösterreich zum Thema Gesundheitsprävention bin ich auf eine bemerkenswerte Initiative gestoßen: eine regionale Demenzstrategie.

Im Kontext des viel zitierten demografischen Wandels halte ich den Umgang mit Demenz für eine große sozial- und gesundheitspolitische Herausforderung der kommenden Jahre. Um diese im Sinne der Förderung eines selbstbestimmten Lebens anzupacken, wollte ich ebenfalls eine solche Strategie für Ostbelgien entwickeln. Nicht, weil der Name gut klingt, sondern weil ein starker Gedanke dahintersteckt : die Förderung einer demenzfreundlichen Region durch Bündelung der Kräfte im Sektor und unter Beteiligung der Menschen in Ostbelgien.

Zuvor oftmals eher im Verborgenen schlummernd hat das Thema Demenz es in den vergangenen Jahren immer mehr in den gesellschaftlichen Vordergrund geschafft. Endlich, möchte ich hinzufügen! Denn es ist an der Zeit, mit Tabus zu brechen und einen offenen, würdevollen Umgang mit Menschen mit Demenz zu pflegen. Eine Demenz ist eine (noch) unheilbare Krankheit. Dieser Realität müssen wir ins Auge sehen. Und dennoch sollten wir versuchen, die Demenz nicht ausschließlich aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Denn jeder Betroffene erlebt immer wieder ganz besondere und erfrischende Momente – so entfernt sie oft scheinen, und so kurz sie mit zunehmendem Krankheitsverlauf auch sein mögen. Die Haltung, die wir als Gesellschaft den Menschen mit Demenz gegenüber haben, beeinflusst auch deren eigenes Erleben ihrer Situation.

Der Mensch mit Demenz in seiner Verschiedenheit und mit seinen Ressourcen soll im Mittelpunkt stehen. Ein Mensch mit Rechten und Bedürfnissen. Und genau hier setzt die erste Demenzstrategie an! Ich spreche bewusst von einer ersten Strategie. Diese soll bis ins Jahr 2025 reichen, aber mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten. Diese Strategie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist ein lebendiger Prozess.

Öffentlichkeitsarbeit, die rechtzeitige Diagnose, die Unterstützung der pflegenden Angehörigen, die Erweiterung der Unterstützungsangebote, die Aus- und Weiterbildung sowie der strukturierte Dialog. Die Strategie mit diesen 6 Handlungsfeldern ist ein ethischer und theoretischer Rahmen, den nun alle gemeinsam mit ihren Ideen und Initiativen beleben sollen. Die Politik Hand in Hand mit den zahlreichen Akteuren, den Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen!

Der Grundstein ist gelegt! Nun liegt es an uns, dieses Fundament zu festigen und die Bauarbeiten im Sinne aller fortzuführen.

Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern und Organisationen, die zur Erstellung der Strategie beigetragen haben.

Angenehme Lektüre.

Unter folgendem Link finden sie die komplette Demenzstrategie als PDF- Datei:

2017 01 27 Demenz-Startegie-finale (517.3 KiB)

 

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Tags:
Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard