Reden / Reden & Parlament

Verleihung des Krankenpflegepreises der KPVDB


Es gilt das gesprochene Wort!

09.12.2016

Krankenpflegepreis Der KPVDB (154.1 KiB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich herzlich für die Einladung zur Verleihung des Krankenpflegepreises bedanken. Es freut mich, als Gesundheitsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft an einer Veranstaltung teilzunehmen, die es engagierten Menschen aus dem Gesundheitswesen ermöglicht, ihre innovativen Ideen und Projekte vorzustellen in der Hoffnung auf Unterstützung.

An dieser Stelle möchte ich der KPVDB bereits vorab für die tolle Organisation danken.

Bei der Vorbereitung meiner heutigen Rede bin ich auf ein Zitat von Florence Nightingale gestoßen, die dem einen oder anderen unter Ihnen sicherlich bekannt sein dürfte.

Florence Nightingale wurde 1820 geboren und verstarb 1910 im Alter von 90 Jahren. Sie gilt als die Begründerin der westlichen Krankenpflege und als einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und Britisch- Indien. Sie war es, die dazu beitrug, dass die Krankenpflege zu einem gesellschaftlich geachteten und anerkannten Berufsweg wurde. Sie legte erstmals klare Ausbildungsstandards fest, welche dann, in der von ihr gegründeten Krankenpflegeschule, umgesetzt wurden.

Die folgende Worte stammen von ihr:

„Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst und fordert, wenn sie Kunst werden soll, eine ebenso große Hingabe, eine ebenso große Vorbereitung, wie das Werk eines Malers oder Bildhauers. Denn was bedeutet die Arbeit an toter Leinwand oder kaltem Marmor im Vergleich zu der am lebendigen Körper, dem Tempel für den Geist Gottes?“.

Diese Worte beschreiben hervorragend, was es bedeutet, in der Kranken- und Altenpflege tätig zu sein. Die Pflege von Menschen ist sicherlich keine Ferienarbeit. Nein, sie ist ein Berufsfeld, das für unsere Gesellschaft von enormer Bedeutung ist und das auch in Zukunft immer wichtiger werden wird.

Aufgrund des demografischen Wandels wird unsere Gesellschaft immer älter. Dass Menschen auch durch den medizinischen Fortschritt an Lebenserwartung gewinnen, ist bemerkenswert. Dies bringt jedoch auch einige Begleiterscheinungen mit sich. Herausforderungen, die es zu meistern und Chancen, die es zu nutzen gilt. Doch nicht nur die Altenpflege, sondern das ganze Gesundheitswesen befindet sich in einem ständigen Wandel. Ich spreche noch nicht einmal nur vom medizinischen Fortschritt, sondern von den Herausforderung, die uns bevorstehen. Kürzere Krankenhausaufenthalte, Dokumentation, Leistungsdruck und finanzielle Engpässe. Aktuell erleben wir einen massiven Eingriff in das Gesundheitswesen. 902 Millionen Euro sollen eingespart werden, 92 Millionen Euro im Krankenhausbereich.

Es wäre eine Illusion zu glauben, dass diese Maßnahmen spurlos am Pflegebereich vorbeigehen werden. Die Deutschsprachige Gemeinschaft wird sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung und für eine gute Pflege auch im Seniorenbereich einsetzen. Wir haben einige Maßnahmen im Krankenhausbereich ergriffen, um die Standorte in der DG zu festigen. Auch wenn wir nicht zuständig sind, haben wir 600 000€ in die Festigung des St. Nikolaus Hospitals und die Klinik St. Josef investiert. Natürlich hängt es von den Krankenhäusern ab, ob diese Maßnahmen fruchten werden. Sie sind allerdings notwendig, wenn wir die Entwicklung in Brüssel betrachten.

Im Bereich der Krankenhausbaufinanzierung haben wir eine Finanzformel entwickelt, die es erlaubt, als Krankenhaus besser zu planen und künftig für ein komplettes Projekt Mittel zu bekommen und nicht mehr für Teilbereiche. 13 Millionen Euro werden wir in den Ausbau des Krankenhauses in Eupen investieren. Darüber hinaus haben wir eine Kooperation mit zorginspectie aus Flandern beschlossen, um die Qualität der Dienstleistungen in den Krankenhäusern zu verbessern. Ich danke Ihnen herzlich dafür, dass Sie sich in diesen Prozess genauso beteiligen, wie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Seniorenbereich.

Zu erwähnen wäre auch die Gesundheitsplanung, die Anfang 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Auch dabei haben die Akteure aus dem Pflegebereich sich eingebracht. Dass Sie stets dabei sind und am Puls der Zeit agieren, macht Sie zu verlässlichen und kompetenten Akteuren.

Das sieht man auch an den eingereichten Projekten.

In der Krankenpflege bedarf es genau wie in der Kunst einer großen Menge an Fingerspitzengefühl, Innovation und Kreativität.

Sie, werte Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Wettstreits, haben bewiesen, dass Sie diese Fähigkeiten besitzen. Mehr noch, Sie haben Ihre Freizeit genutzt beziehungsweise geopfert, um sich im Interesse Ihrer Mitmenschen zu engagieren.

Ich habe heute Nachmittag fünf lobenswerte Projekte vorgestellt bekommen und jedes hat mir auf seine Weise gefallen. Es freut mich sehr, dass diese Projekte in der DG umgesetzt wurden oder sich derzeit in der Umsetzung befinden.

In meinen Augen haben alle Projekte gewonnen, denn jedes einzelne leistet einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Krankenpflege.

Sie alle verdienen Anerkennung für Ihre Leistungen. Diese Leistung weiß auch die Regierung zu schätzen. Sehen Sie diesen Umschlag?

Eines der Projekte wurde von der Jury als das beste auserkoren. Der Gewinner, obwohl heute alle Gewinner sind, darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 500€ freuen, das die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt hat.

Ich versichere Ihnen, ich weiß nicht, welches Projekt es ist. Deshalb bin ich schon ganz gespannt, den Briefumschlag zu öffnen.

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