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HIV-Prävention in der DG


Es gilt das gesprochene Wort!

07.12.2016

20161207 Frage Und Antwort Evelyn Jadin HIV Prävention (143.2 KiB)

Die Frage von Frau Jadin beinhaltet eigentlich zwei Fragen zu zwei verschiedenen Bereichen. Zum einen geht es um den Umgang mit der Diskriminierung von infizierten Personen und zum anderen um die Sekundarprävention.

Im Fall der Diskriminierung von Menschen, die an AIDS erkrankt sind, verweise ich auf das interföderale Zentrum für Chancengleichheit, UNIA. UNIA setzt sich mit dieser Thematik auseinander und wird von der DG finanziell unterstützt. Bisher ist allerdings kein einziger Fall von Diskriminierung eines HIV-Infizierten registriert worden. Auch bei der Regierung ist bisher keine einzige Beschwerde eingegangen. Wenn eine Diskriminierung vorliegt und die Teilnehmer nicht von ihren Erfahrungen in der Wallonie oder Deutschland berichtet haben, dann sollten die Betroffenen Ostbelgier über die Website von UNIA oder im Espace Wallonie in Eupen den Fall melden.

Der Umgang mit dem Thema HIV geht nicht nur Homosexuelle an. Das möchte ich bei dieser Gelegenheit verdeutlichen, weil Sie die Initiative von „Keep calm, it’s just a Kiss“ erwähnen, die von der Regierung unterstützt wird. Der Gefahr einer HIV-Infizierung sind auch Heterosexuelle oder Drogenkonsumenten genauso ausgesetzt. Allerdings ist die Zahl der neuinfizierten homosexuellen Männer im Vergleich zum Rest in Belgien nicht rückläufig. Umso wichtiger ist es, über Vorbeugemaßnahmen zu informieren. Das gilt genauso für den Umgang mit dem Thema.

Die Aktion „Leben mit HIV“ von Kaleido-DG ist eine weitere Sensibilisierungsmaßnahme, die auch der Diskriminierung vorbeugt. Dieses wird im 3. Sekundarschuljahr jeder Schule angeboten.

Die Sekundarprävention über HIV zielt darauf ab, Risikogruppen zu einer Früherkennung zu bewegen und im Falle einer Erkrankung möglichst frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Hier arbeitet die DG mit der Aids-Hilfe Aachen e.V. und der AIDS-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Aachen zusammen. Die AIDS-Hilfe in Aachen organisiert Selbsthilfegruppen für Betroffene und bietet persönliche Beratungen an, die auch von Bürgern der DG in Anspruch genommen werden.

Bis vor geraumer Zeit erfuhren die Betroffenen von einer möglichen Erkrankung durch ihren Haus- oder Facharzt. Seit letzter Woche kann allerdings jeder Bürger einen Selbsttest in der Apotheke erwerben. Derzeit überlegen wir, welche konkreten Maßnahmen wir ergreifen können, um den Betroffenen im Falle eines positiven HIV-Selbsttests die unterschiedlichen Unterstützungsangebote nahezulegen.

Die psychosozialen Folgen einer Erkrankung beeinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen Personen maßgeblich. Prävention ist somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

 

 

 

 

 

 

 

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