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„Beirat für Familien- und Generationsfragen als kompetenten und zuverlässigen Partner“


Es gilt das gesprochene Wort!

27.10.2016

20161027 Einsetzung Des Beirats Für Familien- Und Generationsfragen
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Meine sehr geehrten Damen und Herren,
es freut mich sehr, anlässlich der Einsetzung des Beirates für Familien- und Generationsfragen, ein paar Worte an Sie richten zu dürfen.

Beiräte haben zuweilen sehr lange und schwer verständliche Namen. So auch in diesem Fall.
Beirat für Familien- und Generationsfragen; was kann man sich darunter vorstellen? Wenn man sich ein wenig näher mit dem Namen befasst, fallen einem natürlich direkt die beiden Begriffe Familie und Generationen ins Auge. Doch was genau verbirgt sich dahinter.

Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau bezeichnete „die Familie als die älteste aller Gemeinschaften und die einzige natürliche“. Kluge Worte eines klugen Mannes.
Per Definition ist eine Gemeinschaft eine soziale Gruppe von Menschen, die sich durch ein starkes Wir- Gefühl miteinander verbunden fühlt.

Ich gehe soweit zu sagen, dass eine Gesellschaft, also eine große Gemeinschaft, aus vielen Familien entsteht bzw. besteht. Familien, die von einem starken Wir- Gefühl quasi wie durch ein unsichtbares Band zusammengehalten werden.

Die Werte, die in einer Familie gelebt werden, sind dabei vorbildlich für die Werte, die in einer Gesellschaft das Miteinander gestalten. In einer Familie gibt es keine Gleichgültigkeit, keine Antipathie und keinen Hass. Nein, es gibt Respekt, Mitgefühl, Verbundenheit und Solidarität. Auch wenn es durchaus zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann, so ist doch jeder stets um eine Lösung bemüht.

Und da ist dann noch der Begriff Generationen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich das Wort Generationen höre, denke ich unweigerlich an meine Eltern und Großeltern. Ich denke aber auch an Wandel und Entwicklung, an Rollenverschiebung. Wenn die Enkel noch Kinder oder bereits Jugendliche sind, so sorgen viele Großeltern sich oftmals um sie und ihre Zukunft. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich diese Sorge jedoch. Dann sind es die Enkel, die sich um die Gesundheit von Oma und Opa sorgen.

Werte Anwesende,
das klassische Familienmodell und  die klassische Rollenverteilung gibt es heute oftmals nicht mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Vater einer Arbeit nachging, während seine Frau sich um dem Nachwuchs gekümmert hat. Familien sind mittlerweile kleiner oder setzen sich ganz anders zusammen. In vielen Fällen sind beide Elternteile berufstätig. Zum einen, weil sie es beide möchten. Aber zum andern, weil es finanziell notwendig ist, um die gewünschte Lebensqualität beizubehalten.  Alleinerziehende Elternteile sind keine Seltenheit mehr. Es gibt eine Reihe von Pflegefamilien oder auch gleich geschlechtlichen Familien. Und auch den Begriff der Patchwork-Familie hört man immer öfter. Familien agieren im Alltag dabei oftmals generationenübergreifend. So sind es nicht selten die Großeltern, die sich der Enkelkinder annehmen, wenn es bei den Eltern auf der Arbeit mal was später wird.

Aber unabhängig davon, wie sich eine Familie heute zusammensetzt oder wie sie miteinander agiert. Die Gesellschaft ist auf starke Familien angewiesen. Und es ist eines meiner politischen Hauptziele, unseren Familien die Rahmenbedingungen zu bieten, die sie benötigen um sich bestmöglich entfalten zu können.

Die Politik muss Maßnahmen ergreifen, damit beide Eltern Zeit für Beruf und Familie haben, damit ein alleinerziehender Elternteil seinen Kindern trotz finanziellen Engpässen ein Studium ermöglichen kann, damit Pflegeeltern bestmöglich unterstützt werden und damit Senioren selbst bei Pflegebedarf ein selbstbestimmtes Leben im Umfeld ihrer Familie und ihrer Mitmenschen führen können.
Im Zuge der sechsten Staatsreform hat die DG bedeutende Zuständigkeiten erhalten, welche die Entwicklung der Familien fördern können. Ich denke da an die Gesundheit, aber noch mehr an das Kindergeld und die Seniorenhilfe. Bei der Gestaltung dieser Bereiche und der gesamten Familienpolitik bin ich als zuständiger Minister aber auch auf die Hilfe und Mitarbeit von Betroffenen und Experten angewiesen. Damit ich mit meinen familienpolitischen Entscheidungen stets am Puls unserer Familien agieren kann, setzen wir heute den Beirat für Familien und Generationsfragen ein.
Sie bilden einen Beirat, der die Regierung berät und unterstützt. Neben der Beobachtung und der Analyse der Situation von Familien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden hier auch wissenschaftlich fundierte Daten einbezogen. Sie können Foren und Veranstaltungen organisieren, um die Bedürfnisse der Familien noch besser kennenzulernen.

Ich bin sicher, dass ich in diesem neubesetzten Beirat einen kompetenten und zuverlässigen Partner habe, der nicht nur Empfehlungen ausspricht, sondern eigene zukunftsfähige und innovative Ideen einbringt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

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