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Demenzkampagne


Es gilt das gesprochene Wort!

13.10.2016

20141119 Demenzkampagne (319.7 KiB)

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte mich zunächst einmal für die freundliche Einladung bedanken. Ich möchte es aber auch nicht missen, den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Demenz vorab zur Organisation der diesjährigen Demenzkampagne zu gratulieren.

Liebe Anwesende,

noch immer lösen Begriffe wie Demenz bei dem einen oder anderen ein gewisses Unbehagen aus. Es wird dann gerne versucht, einen möglichst großen Bogen um das Thema zu machen. Dabei ist es so unglaublich wichtig, sich eingehend damit auseinanderzusetzen. Schließlich betrifft es immer mehr Menschen auf der Welt – direkt oder indirekt.

Der medizinische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte hat dazu geführt, dass eine Reihe schwerer Krankheiten wirksam bekämpft werden können. Die Lebenserwartung der Menschen steigt.  Dies gehört sicherlich zu den bemerkenswertesten Errungenschaften unserer Zeit und diese möchten wir nicht mehr missen. Doch die Situation hat auch ihre Kehrseite. Je älter wir werden, umso vermehrt treten auch altersbedingte Krankheiten wie Demenz auf.

Länger leben heißt in einigen Fällen auch mit Demenz leben. Das ist ebenfalls in Ostbelgien Fakt. Ein offener und angemessener Umgang mit Demenz sowie entsprechende Angebote sind daher der Schlüssel jeder guten Seniorenpolitik.

Doch die Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen und deren Wahrnehmung. Nein, auch das Leben derjenigen, die sie pflegen und begleiten, erfährt einen schmerzhaften Einschnitt.

Die Demenzerkrankung ist ein schleichender Prozess, an dessen Ende nichts mehr ist, wie es einmal war. Doch es gibt immer wieder ganz besondere und erfrischende Momente – so entfernt sie oft scheinen, und so kurz sie mit zunehmendem Krankheitsverlauf auch sein mögen.

Nichtsdestotrotz ist dieser ständige Wandel eine große Belastung – für beide Seiten. Jeden Tag kann eine neue Situation entstehen, eine neue Aufgabe auftreten. Freunde und Angehörigen, die helfen, benötigen selbst aber auch Hilfe, Unterstützung und Freiräume. Das ist mir in den persönlichen Gesprächen, die ich mit Angehörigen geführt habe, klar geworden.

Meine Damen und Herren, es ist beruhigend zu wissen, dass sie ein umfassendes Angebot an Hilfe in Anspruch nehmen können:

Da ist einerseits die Arbeit der AG Demenz. Die Demenzkampagne ist ein Impuls von unschätzbarem Wert. Sie rückt ein Thema in den Vordergrund, das noch viel zu häufig tabuisiert wird. Die Arbeitsgruppe sensibilisiert, sie klärt die Menschen über die Krankheit auf. Außerdem gibt sie auf ihrer eigenen Homepage wertvolle Ratschläge zu unterschiedlichen Situationen rund um die Demenzerkrankung.

Doch auch die Politik steht in der Pflicht. Die Regierung wird die AG auch weiterhin finanziell bei ihrer Arbeit unterstützen.

Um weitere Ideen zur Demenzstrategie zu sammeln, habe ich vor einiger Zeit die Ausstellung „Zu Hause leben im Alter – auch mit Demenz“ der AOK im benachbarten Jülich besucht. Dabei handelte es sich um eine Musterwohnung für Menschen mit Demenz, bei der aufgezeigt wird, wie einfach und kostengünstig das häusliche Umfeld demenzfreundlich gestaltet werden kann.

Die von mir angesprochene Demenzstrategie wird derzeit ausgearbeitet. Am 29. November möchte ich sie mit Ihnen, das heißt mit den Akteuren, bei einem Workshop besprechen. Ich möchte daher nicht zu viel vorwegnehmen. Wir möchten einen Rahmen schaffen, in dem sich Menschen mit Demenz, aber auch ihre Angehörigen und die unterschiedlichen Anbieter entfalten können.

Im Mittelpunkt der Demenzstrategie stehen der Mensch mit Demenz und die ethischen Werte, denen die Begleitung dieser Menschen zugrunde liegt. Darüber hinaus sind eine offene und wertschätzende Kommunikation mit dem Betroffenen und ein erstes Kataster der bestehenden Angebote, die zu einer demenzfreundlichen DG beitragen, Teil der Strategie. So viel zur Demenzstrategie für heute. Diese Diskussion können wir dann zu gegebenem Zeitpunkt sehr gerne vertiefen. Nun freue ich mich auf die interessanten Vorträge von Frau Cohnen und Frau Guffens! Das Thema wird noch einmal von einem anderen Blickwinkel betrachtet. Welche Rechte haben Menschen mit Demenz? Welche wichtige Vorsorgeunterlagen sind zu berücksichtigen? Auf diese und weitere Fragen werden wir sicherlich am heutigen Abend die passende Antwort erhalten.

„Der Herbst des Lebens streut die buntesten Blätter auf unseren Weg.“

Mit diesem chinesische Sprichwort würde ich meine Ansprache gerne abschließen. Denn auch mit fortgeschrittenem Alter darf keineswegs die Freude am Leben verloren gehen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 

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