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Elternvereinigung „Aktiv leben, ohne Barrieren heute“


Es gilt das gesprochene Wort!

Rede ABH (135.5 KiB)

06.10.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich bei der Elternvereinigung ABH für die Einladung bedanken.

25 Jahre, ein Vierteljahrhundert das ist eine lange Zeit, auf die Sie als Elternvereinigung mit Stolz zurückblicken können. Eltern und Angehörige von Kindern und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung, einer Verhaltensauffälligkeit oder einer Entwicklungsverzögerung engagieren sich hier nun bereits seit 1991 Hand in Hand. Seit der Gründung als „Aktion Behindertenhilfe“ vertreten Sie konsequent die Interessen der Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung. Seither hat sich zwar der Name in „ Aktiv leben, ohne Barrieren heute“ geändert, Ihren Zielen sind Sie jedoch stets treu geblieben. Es sind die Gedanken von Inklusion, von Barrierefreiheit und von Selbstbestimmung, denen sowohl Sie als Vereinigung als auch wir als Regierung folgen.

Liebe Anwesende, mit einem Zitat des deutschen Schriftstellers Erich Kästner möchte ich meine heutige Ansprache einleiten. Kästner dürfte den meisten unter Ihnen als Kinderbuchautor mit Weltruhm bekannt sein. Bücher wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ stammen aus seiner Feder und zählen heute sicherlich zu den Klassikern der Kinderliteratur. Doch neben seinen humoristischen Erzählungen ist er auch für seine zeitkritischen und sozialen Ansichten bekannt.

Er war es, der einst sagte:

„Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“

Diese Worte habe ich heute bewusst gewählt, um die Arbeit und das Engagement der Elternvereinigung ABH beziehungsweise die Situation der Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung zu beschreiben. Als Elternvereinigung haben Sie schon vor sehr langer Zeit erkannt, dass eine Beeinträchtigung ihre Kinder keineswegs daran hindern darf, aktiv und selbstbestimmt am Leben unserer Gesellschaft teilzunehmen. Denn sie sind – jedes für sich – auf ihre ganz eigene Weise eine Bereicherung für ihre Familien und für die Allgemeinheit.

Eine Beeinträchtigung kann den einen oder anderen Entwicklungsweg sicherlich erschweren. Sie stellt Eltern, Geschwister und andere Angehörige vor Herausforderungen, konfrontiert sie mit Ängsten und Sorgen. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass  beeinträchtigte Kinder ihren Weg nicht gehen werden. Im Gegenteil. Mit den richtigen Rahmenbedingungen und einer gezielten Unterstützung werden aus wegversperrenden Barrieren überwindbare Hürden. Als Deutschsprachige Gemeinschaft unterstützen wir sie dabei in jedem Lebensalter. Durch die Familienbegleitung der Dienststelle für Personen mit Behinderung, die Frühhilfe, das Kitz und später dann auch im Wohn und Beschäftigungsbereich. Doch es gibt Situationen in denen die Unterstützung nicht ausschließlich aus öffentlicher Hand stammt, sondern auch aus Initiativen der Betroffenen erwächst. Und genau hier greifen die Angebote der VoG. Gemeinsam werden Barrieren abgebaut und Hürden gemeistert. Ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch wird ermöglicht, soziale Kontakt werden gefördert.

Durch Kurse und Aktivitäten schafft die Vereinigung den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu verschiedensten Freizeitaktivitäten. Beim jährlichen Sommerlager konnte ich mich selbst bereits von diesem breitgefächerten Angebot überzeugen. Ich war beeindruckt von dem ehrenamtlichen Engagement und der Verbundenheit, die mir dort begegneten. Ich sah junge Menschen, die Erfahrungen sammelten und gestärkt nach Hause gingen.

Doch die Vereinigung bietet darüber hinaus noch vieles mehr. Sie bietet einen Raum, in dem sich Personen mit und ohne besonderen Unterstützungsbedarf begegnen können. Auf diese Weise wird dazu beitragen, Barrieren abzubauen. So bietet die ABH beispielsweise seit Jahren einen Kurs in Gebärdensprache an.

Die Arbeit der ABH ist in meinen Augen sehr wichtig, um Kindern eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Denn Sie haben es richtig erkannt: Menschen mit Behinderung können weit mehr, als so mancher ihnen zutraut.

Als Minister für Soziales und Familien würde es mich freuen, wenn Ihre Vereinigung durch Veranstaltungen wie die heutige noch viele weitere Mitgliederfamilien und Unterstützer fände. Es ist schön zu sehen, dass die Angebote auf Nachfrage stoßen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

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