Reden / Reden & Parlament

Grundsteinlegung Josephsheim


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich der Grundsteinlegung des Josephsheims

Es gilt das gesprochene Wort

16. September 2016

20160915 Grundsteinlegung Josephsheim (70.9 KiB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich herzlich für die Einladung bedanken, der ich natürlich gerne nachgekommen bin. Kürzlich durfte ich bereits an der Grundsteinlegung des Hof Bütgenbach mitwirken. Ich gebe zu, so langsam finde ich Gefallen daran.

Neben dem brandaktuellen Thema Kindergeld und Kinderbetreuung, beschäftigt mich das Thema Senioren in letzter Zeit besonders. Das liegt vor allem daran, dass das Thema immer mehr in den gesellschaftlichen Vordergrund rückt.

Aufgrund des medizinischen und technologischen Fortschritts ist die Lebenserwartung der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen. Früher unheilbar geltende Krankheiten können nun wirksam bekämpft werden. Gleichzeitig jedoch steigt die Zahl der altersbedingten chronischen Erkrankungen wie Demenz oder Diabetes.

Liebe Anwesende,

der demografische Wandel macht keinen Bogen um die Deutschsprachige Gemeinschaft. Veränderungen und Herausforderungen kommen also auch auf uns zu. Ich möchte aber nicht von Problemen sprechen, sondern vielmehr von Hürden, die es zu meistern gilt.

Ungeachtet ihres Pflegebedarfs wünschen sich alle Senioren ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld. Damit dieser Wunsch möglichst lange verwirklicht werden kann, arbeitet die Regierung gemeinsam mit den Dienstleistern, den lokalen Akteuren sowie der organisierten Zivilgesellschaft an der Gestaltung von wohnortsnahen Angeboten für Senioren.

Wir möchten künftig die Dienstleistungen in der häuslichen Hilfe ausbauen und verbessern und innovative Wohn- und Lebensformen fördern.

Aber wir müssen auch realistisch bleiben. Selbst die beste häusliche Betreuung und Umrahmung durch Angehörige, häusliche Dienste und ehrenamtliche Vereinigungen stößt irgendwann an ihre Grenzen. Der Einzug in ein Alten- und Pflegewohnheim ist dann die passende Lösung. Aus diesem Grund werden wir auch in Zukunft stationäre Einrichtungen brauchen.

Es ist an uns einen strukturellen Rahmen zu ermöglichen, innerhalb dessen das Fach- und Pflegepersonal in den Alten- und Pflegeheimen, die pflegenden Angehörigen, die Dienste für die Heimpflege und nicht zu vergessen die zahlreichen Ehrenamtlichen bestmöglich arbeiten können.

Das Altwerden ist ein ganz individueller Prozess, der sich nicht nach einem vordefinierten Schema richtet. Ein starres Profilbild des Bewohners eines APWH gibt es nicht. Die Herausforderung für die Einrichtungen und das Personal wird darin bestehen, mit einer großen Portion Flexibilität jedem Bewohner bestmöglich gerecht zu werden.

Aus diesem Grund freut es mich ganz besonders, dass nun hier ein verjüngtes zuhause für ältere Mitmenschen entsteht. Sieht man sich das Vorhaben etwas genauer an, so wird einem recht schnell bewusst, welches Leitbild hier herrscht. Hier werden Worte wie Entfaltung, Selbstverwirklichung, Toleranz und Wohlbefinden groß geschrieben. Hier geht es allen Beteiligten darum, einen behaglichen Wohn- und Lebensraum zu schaffen. Dass der bisherige Park nun zum begrünten Innenhof umgestaltet wird, der zum Verweilen einlädt, gefällt mir persönlich sehr.

Im Vergleich zum Inland sind unsere Alten- und Pflegewohnheime bereits jetzt auf einem guten Niveau. Das gilt für die Qualität der Pflege aber auch für die Infrastruktur. Und dies soll sich natürlich in Zukunft nicht ändern. Ich schätze es sehr, dass die Verantwortlichen der APWH in der DG seit Jahren so intensiv darum bemüht sind, die Qualität ihrer Einrichtungen zu steigern und die personellen Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen.

Im Rahmen der 6. Staatsreform wird die Deutschsprachige Gemeinschaft ab 2018 auch für die Finanzierung der Alten- und Pflegewohnheime zuständig. Dadurch wird es uns ermöglicht, eine integrierte Seniorenpolitik zu betreiben. Damit meine ich, dass wir einerseits die Möglichkeit erhalten, den Sektor zu festigen, und andererseits, gezielt auf die Bedürfnisse von Senioren eingehen können.

Momentan arbeiten wir gemeinsam mit den APWH an einem neuen Finanzierungsinstrument. Mein Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand zu verringern, Die Mixität der Bewohner zu begünstigen, die Qualität der Pflege auszubauen und Synergien zwischen den APWH aber auch zwischen der stationären, teilstationären und häuslichen Hilfe ausbauen und zu fördern.

Hierfür wird die Regierung auch weiterhin die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.

Zum Abschluss seines Redebeitrags bedient sich ein Redner oftmals eines aussagekräftigen Zitates. Es gibt Persönlichkeiten, die sich in unzähligen Reden wiederfinden. Sie haben etwas gesagt oder geschrieben, das noch lange nach ihrer Zeit auf Erden in Erinnerung geblieben ist. Aristoteles, Goethe, Gandhi, Martin Luther King.

Heute möchte ich den französischen Schriftsteller Antoine de Saint Exupéry zitieren. Dieser dürfte dem ein oder anderen unter Ihnen als Autor des Werkes „der kleine Prinz“ bekannt sein.

Er sagte „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen“.

Und genau das wird hier getan. Heute wird ein weiterer wichtiger Grundstein in der Seniorenpolitik der DG gelegt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Den Projektverantwortlichen möchte ich meinen Dank aussprechen und ihnen für die nun anstehenden Bauarbeiten sowie die Übergangsmaßnahmen alles Gute wünschen.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Tags:
Schrift vergrößernSchrift verkleinernStandard