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„Pflegende Angehörige sind der größte ‚Betreuungsdienst‘ der DG“


Pressemitteilung

18.04.2016

20160418 Forum Für Pflegende Angehörige (66.2 KiB)

Fester Ansprechpartner und Ausbau der Angebote beim Forum für pflegende Angehörige ein Thema

Antoniadis: „Pflegende Angehörige sind der größte ‚Betreuungsdienst‘ der DG“

Am vergangenen Samstag fand im St. Vither Triangel das Forum für pflegende Angehörige der Deutschsprachigen Gemeinschaft statt. Rund 30 interessierte Bürger nahmen an der Diskussion und dem Austausch in den angebotenen Workshops teil. Neben dem Ausbau des Unterstützungsangebots war vor allem der Wunsch nach einem festen Ansprechpartner für die Angehörigen Thema der Gespräche.

Ein Ereignis kann das Leben einer Familie von heute auf morgen vollständig auf den Kopf stellen. Wenn infolge eines Unfalls oder einer Krankheit ein Familienmitglied auf Pflege und Unterstützung angewiesen ist, übernehmen in vielen Fällen die Angehörigen diese Aufgabe – oft neben dem Beruf. „Die pflegenden Angehörigen sind der größte ‚Betreuungsdienst‘ der DG. Die meisten Menschen mit Unterstützungsbedarf in Ostbelgien, die außerhalb der Pflegeeinrichtungen leben, werden von Angehörigen, Nachbarn und Freunden betreut“, sagt Gesundheitsminister Antonios Antoniadis. „Deshalb möchte die DG sie auf ihrem Weg bestmöglich unterstützen. Das Forum war ein erster Schritt, um den Bedarf und die Wünsche der Betroffenen aufzunehmen.“

Als sehr positiv deutete der Minister die Anwesenheit von selbstständigen Krankenpflegern und Mitarbeitern der häuslichen Hilfe sowie der Krankenkassen und anderer Sozialorganisationen. „Damit Menschen mit Unterstützungsbedarf möglichst selbstbestimmt leben können, bedarf es einer guten Abstimmung zwischen Ehrenamtlichen und professionellen Helfern.“

Neben dem Ausbau des Unterstützungsangebotes wurde unter anderem das moralische Pflichtgefühl thematisiert. „Pflege und Administration kosten die pflegenden Angehörigen sehr viel Zeit. Und bei der ungeheuren Menge an Pflichten fehlt oft die Gelegenheit für eine Verschnaufpause“, so Antoniadis. Das eigene Privatleben finde in der Folge kaum noch statt. „Zudem fällt es vielen Angehörigen schwer ihr Familienmitglied in die Obhut anderer zu geben. Und sei es nur für kurze Zeit. Das Verantwortungsbewusstsein wird in vielen Fällen zum Hemmnis, sich selbst ein wenig freie Zeit zu schenken.“

Vielen Angehörigen fehle zudem ein fester Ansprechpartner. „Dabei geht es nicht bloß um Beratung und Unterstützung bei Pflege und Administration, sondern vor allem um ein offenes Ohr. Viele Angehörige wünschen sich jemanden, der ihnen zuhört und dem sie von ihren Erfahrungen und Problemen erzählen können. Und auch der Austausch mit anderen Betroffenen, wie im Rahmen dieses Forums, war ein Anliegen der Teilnehmer.“

Die gesammelten Anregungen und Wünsche werden in den kommenden Monaten analysiert und Lösungsansätze erarbeitet. „Das Forum war der Anfang. Jetzt geht es darum, zu schauen, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten konkret umsetzen können, um die pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Einige Antworten können wir bereits heute geben. Mit der Dienststelle für ein selbstbestimmtes Leben wird der gewünschte Ansprechpartner für die pflegenden Angehörigen geschaffen. Außerdem werden in Kürze die Seniorenbeauftragten eingesetzt. Sie sollen auf kommunaler Ebene Angebote weiterentwickeln.“

 

Für weitere Informationen


Pressereferentin
Jennifer Nyssen
Tel: +32 (0)87/59 64 92
E-Mail: jennifer.nyssen@dgov.be

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