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Demenzstrategie in Planung


Antwort von Minister Antonios Antoniadis auf die Frage von Frau Liesa SCHOLZEN (ProDG) zum Demenz Café

Es gilt das gesprochene Wort!

02.12.2015

Frage 1 Von Liesa Scholzen - Demenzcafé (40.9 KiB)

Die Idee zum ersten Demenz-Café in der DG entstand nach mehreren Gesprächen, die ich mit Akteuren aus dem Demenzbereich und mit Betroffenen geführt hatte. Im vergangenen Sommer erklärten sich Mitglieder von Info Demenz Eifel bereit, die Trägerschaft des Projekts zu übernehmen. Darüber bin ich besonders erfreut. Denn ähnlich wie bei den Demenz-Cafés in anderen Städten und Regionen sind es Ehrenamtliche wie Johanna Neuens und ihr Team, die dem Projekt Leben einhauchen. Das Demenz-Café findet einmal im Monat in den Räumlichkeiten des Sozialen Treffpunkts „Patchwork“ in Sankt Vith statt. Bisher gab es zwei Treffen und die Resonanz ist sehr positiv.

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist Demenz zu einem gesundheitspolitischen aber auch gesellschaftlichen Thema geworden. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Angeboten für Menschen, die an Demenz erkrankt sind oder für die Menschen, die sie dabei begleiten. Die Aufgabe der Sensibilisierung wird von der AG Demenz wahrgenommen. Das ist auch gut so, denn das Thema mit Demenz ist immer noch stark tabuisiert.

Im nächsten Jahr plane ich deshalb die Erarbeitung einer Demenzstrategie für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Hierbei ist eine Kooperation mit dem Land Niederösterreich geplant, welches ich im Oktober besucht hatte und das gegenwärtig auch als erstes Bundesland in Österreich eine Demenzstrategie ausarbeiten möchte. Auch ist eine Vernetzung mit dem Referenzzentrum Flandern und dem Zentrum für die Region Trier angedacht.

Zunächst sollen in einem Demenzbericht die epidemiologischen Grundlagen sowie die Ist-Situation in der Versorgung, der Betreuung und der Pflege von Menschen mit Demenz erfasst werden. In einem zweiten Schritt soll gemeinsam mit dem Sektor die Demenzstrategie für die DG erarbeitet werden. Dabei geht es vor allem um die Sensibilisierung, die Vernetzung der Dienstleister und den Ausbau von Angeboten in den verschiedenen Bereichen.

Bei unseren Überlegungen wird den pflegenden Angehörigen eine zentrale Rolle zukommen. Schließlich werden die meisten Menschen mit Demenz zuhause begleitet. Ihre Angehörigen stoßen dabei oft an ihre Grenzen. Sie benötigen Unterstützung, Begleitung und einen geschützten Rahmen, in dem sie über ihre Erfahrungen, und Herausforderungen sprechen können.

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von neuen Angeboten werden die Seniorenbeauftragten spielen, die bei der Dienststelle für das Selbstbestimmte Leben angesiedelt werden und die lokale Ebene bei der Identifizierung von Bedarfen und der Entwicklung von Projekten unterstützen werden. Die Seniorenbeauftragten werden 2016 ihre Arbeit aufnehmen. Im 1. Halbjahr 2016 werden wir uns auch mit der Weiterentwicklung der Seniorendorfhäuser beschäftigen, die ebenfalls für Menschen mit Demenz zugänglich sind.

Im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzeptes beschäftigen wir uns außerdem mit der Entwicklung neuer Wohnformen. Denn auch im Bereich Demenz sehe ich es als unsere Aufgabe, die nötigen Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu schaffen.

Parallel dazu plant die Info Demenz Eifel im nächsten Jahr voraussichtlich auch Sportstunden für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige.

Die Regierung kann weitere Pilotprojekte in diesem Bereich unterstützen.

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