Reden / Reden & Parlament

„Jeder Mensch hat seine besonderen Wünsche und Bedürfnisse“


Rede von Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales, anlässlich der Diplomverleihung Kinderbetreuerin und Palliativpfleger(in)

29.09.2015

20150929 Rede KPVDB (132.1 KiB)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Absolventinnen und Absolventen,

vor gut einem Jahr haben alle 40 von Ihnen sich auf eine Reise begeben. Und eine Reise ist immer ein Schritt voller Erwartungen ins Unbekannte und Ungewisse. Nicht jeder von Ihnen ist vom selben Punkt aus losgezogen, und auch der Weg war für Sie alle einzigartig und unterschiedlich. Doch heute sind wir hier und stellen fest: Sie alle haben Ihr Ziel erreicht. 6 von Ihnen erhalten nun das Diplom als Kinderbetreuerin, 34 haben die Zusatzausbildung als Palliativpfleger(in) erfolgreich bestanden.

Auf diese großartige Leistung können Sie wirklich stolz sein und mit Genugtuung auf die einzelnen Zwischenstationen blicken, die Sie hinter sich gelassen haben. Es versteht sich von selbst, dass auf einer solch langen Strecke auch der ein oder andere Stein im Weg gelegen hat. Somit hat Ihnen diese Reise sicherlich den ein oder anderen Schweißtropfen ins Gesicht getrieben. Sie wurden während ihrer Ausbildung nicht nur intellektuell gefordert, sondern auch menschlich immer wieder auf die Probe gestellt.

Ob Sie nun die Ausbildung zur Kinderbetreuerin oder aber die Zusatzausbildung der Palliativpflege absolviert haben: Sie haben sich für einen Beruf entschieden, bei dem ausschließlich der Mensch im Mittelpunkt steht. Und das ist eine ganz besondere Herausforderung. Denn ein jeder Mensch ist anders, ein jeder Mensch hat seine besonderen Wünsche und Bedürfnisse – ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob groß oder klein, ob mit oder ohne Behinderung.

Das menschliche Miteinander, der zwischenmenschliche Bezug ist hier eine ganz besondere Komponente. Das gilt für die Kinderbetreuerinnen genauso wie für die Palliativpfleger(innen).

Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe, Kinder in sehr unterschiedlichen Entwicklungsphasen mit sehr unterschiedlichen Charakteren zu betreuen. Ein 10-jähriger Junge hat ganz andere Betreuungsbedürfnisse als ein 3-jähriges Mädchen und im Falle einer Beeinträchtigung ist eine andere Betreuung notwendig.

In der Pflege stellt der Dialog mit dem Gegenüber die allerhöchsten Ansprüche. Schließlich befindet der Sterbende sich in einer außergewöhnlichen Lebenssituation. Sie begleiten diese Menschen auf einem kurzen Teilstück im Leben. Dies erfordert eine tiefe Anteilnahme am Schicksal der Betroffenen.

Man fühlt sich nicht nur als Experte, sondern auch als Persönlichkeit für einen anderen Menschen wichtig und einmalig. Und gerade das ist das Erfüllende an diesem Beruf. Und als zuständiger Minister kann ich Ihnen eines versichern: Auch in Zukunft sind wir auf Sie angewiesen. Sie sind unverzichtbar.

Und an dieser Stelle darf und wird sich auch die Politik nicht zurückhalten. Die Regierung legt sehr viel Wert auf eine permanente Ausbildung, die modular angeboten wird. Somit haben auch Quereinsteiger einen vereinfachten Zugang. Die qualitativ hochwertigen Ausbildungen sind eine gute Möglichkeit, ganz im Sinne des lebenslangen Lernens, die Lebenserfahrung eines jeden anzuerkennen. Gleichzeitig können wir somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken, der durch den demografischen Wandel nicht geringer wird.

Das derzeitige Ausbildungsangebot in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist hervorragend. Doch wie heißt es so schön: „Man kann immer noch etwas verbessern“. Daher sollten wir kontinuierlich nach Möglichkeiten suchen, das Angebot zu erweitern, sodass auch andere Berufsgruppen eventuell in den Genuss von Ausbildungen kommen können. An dieser Stelle möchte ich den verschiedenen Ausbildungskräften und Lehrern – ob nun im Dienste der KPVDB, der Familienhilfe oder der AHS ein ganz besonderes Lob für ihr Engagement aussprechen. Sie alle haben die 40 Reisenden auf ihrer Reise begleitet, ihnen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg gegeben, sie gelegentlich wohl auch mal angefeuert oder getadelt, oder aber ihnen einfach einen Powerriegel in die Hand gedrückt.

Liebe Absolventinnen, liebe Absolventen, Ihnen allen möchte ich erneut aufs Herzlichste gratulieren und alles Gute für Ihre berufliche Zukunft wünschen. Ich bedanke für mich Ihre Aufmerksamkeit!

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