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Apotheken in Bereitschaft


Frage von Herrn Michael BALTER (VIVANT) an Herrn Minister Antonios ANTONIADIS bezüglich der Nähe der Apotheken in der Eifel

In manchen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft kann es vorkommen, dass Patienten eine weite Strecke hinterlegen müssen um zu einer Apotheke, die abends und am Wochenende Dienst hat, zu gelangen.

Als Beispiel: Ein Patient muss sich von Manderfeld (Gemeinde Büllingen) am Wochenende zu einer diensthabenden Apotheke nach Weismes begeben, was einer Entfernung von 30 Km entspricht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die diensthabenden Apotheken und Ärzte sich nicht unbedingt im selben Ort befinden, was bedeutet, dass die Patienten zusätzliche Fahrten machen müssen.

Manchen Patienten ist dies aus Mobilitätsgründen nicht zumutbar.

In meiner Schriftlichen Frage hierzu, haben sie ausweichend geantwortet bzw. sind nicht auf das Grundproblem eingegangen. Also möchte ích Ihnen diese Frage wiederholt stellen, und bitte um eine sachliche Antwort.

Ist Ihnen diese Problematik bekannt und was schlagen Sie als Problemlösung vor?

Antwort von Minister Antonios Antoniadis

Ich habe die schriftliche Frage korrekt und sachlich beantwortet. Nichtsdestotrotz kann ich zu dieser Frage heute Folgendes sagen:

Die Bereitschaftsdienste der Apotheken sind an die föderale Gesetzgebungen gebunden. Somit sind die Apotheker verpflichtet, sich an einem Bereitschaftsdienst zu beteiligen. Diese werden von der professionellen Vertretervereinigung organisiert. Ein Bereitschaftsdienst ist somit garantiert und jedem Bürger zugänglich. Die Distanz ist kein Kriterium, das in der belgischen Gesetzgebung berücksichtig wird.

Dass die Entfernungen für manche Personen aber aus Mobilitätsgründen ein Problem darstellen, ist mir durchaus bekannt. Das gilt allerdings nicht nur für die Deutschsprachige Gemeinschaft, sondern im Grunde genommen für alle ländlichen Gegenden innerhalb Belgiens.

Wie groß das Ausmaß dieses Problems in der DG ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht beziffern. Im nächsten Jahr wird im Rahmen der Gesundheitsplanung eine Erhebung der Probleme im Gesundheitsversorgungsnetzwerk der Deutschsprachigen Gemeinschaft stattfinden. Diese wird auch mögliche gebietsbezogene Lücken in der Gesundheitsversorgung aufgreifen.

Die Ansiedlung weiterer Apotheken auf dem Gebiet der DG ist zurzeit jedenfalls keine Lösung. Die Eröffnung einer Apotheke ist strikt durch den Föderalstaat reglementiert.

Da Belgien mit einer Apotheke pro 2.247 Einwohner eine hohe Apothekendichte aufweist, hat die föderale Regierung in 1999 ein Moratorium verkündet[1]. Dieses wurde bis zum 8. Dezember 2019 verlängert.

Fakt ist: Die Versorgungsstrukturen müssen ausnahmslos jedem Bürger zugänglich sein. Wir müssen also weiter nach Lösungsansätzen suchen. Eine weitere Möglichkeit sind Gespräche mit der professionellen Vertretervereinigung und den Gemeinden. Aber zunächst einmal möchte ich abwarten, bis die Arbeiten zur Gesundheitsplanung vorliegen, ehe ich diese Schritte einleite.

[1] Laut der APB (association pharmaceutige belge) verfügt Belgien über das dichteste Apothekennetz in Europa.


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