Reden / Reden & Parlament

Soziale Integration in der WG


Eupen, 21.06.2015

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Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal möchte ich mich recht herzlich bei der SIA für die Einladung zu den heutigen Feierlichkeiten bedanken. Ich weiß nicht, ob die Veranstalter dies auf dem Schirm hatten, aber jetzt, da der Frühling kalendarisch ausgezogen und der Sommer eingezogen ist, werden plötzlich vielerorts neue Räumlichkeiten eingeweiht oder Umzüge gefeiert.

So war ich am Sonntag zu Gast in den neuen Räumlichkeiten vom Haus der Familie in Kelmis. Und heute steht der Umzug der SIA in die neue WG im Vordergrund. Eines scheint jedoch klar: Weder am Sonntag noch heute steht das sommerliche Wetter auf der Gästeliste. Aber Spaß beiseite.

Ich bin sicher, sie alle kennen das aus eigener Erfahrung: So ein Umzug ist stets mit unheimlich viel Arbeit, Organisation und einer gehörigen Portion Stress verbunden. Und wie sagt man in diesem Zusammenhang besonders gern: Erstens, es kommt immer anders und zweitens als man denkt.

Ich glaube, hiervon können die Verantwortlichen der SIA ein Lied singen. Und auch ich habe noch eine sehr lebhafte Erinnerung an die ein oder andere Geschichte. Denn als ich nach meinem Amtsantritt alle Einrichtungen aus meinen Zuständigkeitsbereichen besucht habe, war die SIA eine meiner ersten Stationen. Sie wissen ja, wie empfindlich ein Politiker bisweilen reagiert, wenn es ans Geld geht.

Ursprünglich war der Einzug nämlich schon viel früher geplant. Doch einige Hürden mussten zuvor gemeistert werden. Zunächst streikte die Elektronik, dann musste man plötzlich mit einem hartnäckigen Schwammbefall  kämpfen. Oder aber es gab Probleme bei der Statik und der Stabilität. Vom ersten Antrag bis zum tatsächlichen Umzug sind 5 lange Jahre verstrichen. Eine halbe Ewigkeit – aber wie heißt es doch so schön: Was lange währt, wird endlich gut. Und ich bin sehr froh, dass die DG finanziell helfen konnte und die Nachträge allesamt bewilligt hat.

Die Stromversorgung ist nun gesichert, der Schwamm ist, wie man sehen kann, auch verschwunden. Mittlerweile kann man wohl zu Recht behaupten: Die neue WG der S.I.A. steht auf einem stabilen Fundament mit einem guten Dach über dem Kopf.

Und bei der Errichtung dieses Fundaments hat der S.I.A. nicht nur die Deutschsprachige Gemeinschaft tatkräftig geholfen, sondern auch zahlreiche Spender.

Meine Damen und Herren, ich sprach eben von den arbeitstechnischen Folgen eines Umzugs. Ein Umzug bedeutet jedoch auch immer wieder eine Veränderung. Und auf Veränderungen reagieren wir oftmals mit Skepsis oder Unsicherheit. Das liegt in der Natur des Menschen. Wir stellen uns viele Fragen

Haben wir wirklich an alles gedacht? Können wir uns das alles leisten? Werden wir uns dort genau so wohlfühlen wie am alten Ort?

Und besonders diese letzte Frage nach dem Wohlbefinden, werden die Verantwortlichen und Bewohner eindeutig bejahen. Die neue WG bietet einen besseren, dynamischeren, sichereren und vor allen Dingen harmonischeren Rahmen. Und das ist eine ganz entscheidende Voraussetzung.

Einer jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens, aus irgendwelchen Gründen, in eine missliche Lage kommen, aus der er nur schwer herauskommt.  In diesen Situationen ist man als Mensch besonders verwundbar. Man kann ganz schnell und ganz leicht aus der Spur geraten. Gerade dann ist es wichtig, jemanden zu haben, der einem hilft, wieder in die Spur zurückzufinden. Jemanden, der einen klaren Weg aufzeigt, und bereit ist, auf diesem mitzugehen – so steinig und beschwerlich er auch sein mag.

Man sagt häufig, wie gut eine Gesellschaft funktioniert hängt in erster Linie davon ab, welchen Stellenwert sie ihren schwächeren und verwundbaren Mitgliedern einräumt. Ich denke die Deutschsprachige Gemeinschaft unternimmt in dieser Hinsicht sehr viel. Damit möchten wir eine klare Botschaft entsenden: Du bist nicht allein.

Diesen Ansatz verkörpert die WG der S.I.A. ganz ausgezeichnet. Sie hilft den jungen Bewohnern durch zwischenmenschliche Beziehungen und Bindungen ihre Selbstständigkeit zu erlangen. Sie hilft ihnen dabei, neuen Mut und neues Selbstvertrauen zu schöpfen. Wie wichtig die Aufgaben sind, die die Mitarbeiter der S.I.A. im Umgang und in der Begleitung mit den WG-Bewohnern leisten, muss ich wohl niemandem in diesem Raum erklären. Und dennoch: Ich finde es bemerkenswert.

Und deshalb möchte ich einfach mal danke sagen: Danke für all die Jahre der aufopferungsvollen Arbeit.

Aber ich möchte auch sagen: Weiter so!

Ich wünsche Ihnen, Frau Kohnen, Ihrem Mitarbeiterteam und den jugendlichen Bewohnern schöne Jahre im neuen Haus und eine erfolgreiche Zukunft.

 

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