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„Schwules Blut“


Letzte Woche bekam ich zahlreiche Mails zur Thematik des Blutspendeverbotes für homo- und heterosexuelle Männer. Sie alle sprachen in diesem Zusammenhang von Diskriminierung und forderten meine Stellungnahme.

Als Minister für Soziales verurteile ich jegliche Form von Diskriminierung. Und dazu gehört natürlich auch die Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung. Und die Verweigerung des Blutspenderechtes für homo- und bisexuelle Männer ist eine Form der niederschwelligen Diskriminierung; nicht nur rechtlich sondern auch moralisch.

Denn die sexuelle Orientierung ist keine Grundlage, um auf ein verantwortungsloses Sexualverhalten und eine damit einhergehende Ansteckungsgefahr zu schließen. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass die Ausschlusskriterien bei der Zulassung zur Blutspende ausschließlich auf wahrheitsgemäßen nicht prüfbaren Angaben beruhen. Den betroffenen homo- und bisexuellen Männern die Eigenverantwortung abzusprechen, die Wichtigkeit der Angaben bezüglich des Sexualverhaltens einschätzen zu können, ist Diskriminierung.

Dabei sind wir auf jeden potentiellen Blutspender angewiesen. Denn die Zahlen der Spenden stagnieren seit Jahren; bei wachsendem Bedarf an Blutkonserven. Im Zweifelsfall kann eine Spende ein Menschenleben retten.

Zwar übersteigt die Gesetzgebung in diesem Zusammenhang meine Zuständigkeiten, jedoch stehe ich im regelmäßigen Kontakt zur föderalen Gesundheitsministerin Maggie De Block, bei der ich diesbezüglich intervenieren werde.

Belgien seit jeher eine Vorreiter-Nation. Und dieser offenen Haltung sollten wir auch bei dem Recht auf Blutspende folgen.

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